PV-Navi-ABC:

Solarmodule zur Erzeugung von Strom

Das Bild zeigt „Solarmodule zur Erzeugung von Strom“, also PV-Anlagen, die elektrische Energie produzieren.

Die wich­tigs­ten Ele­men­te einer Solar­an­la­ge sind die Solar­mo­du­le, mit denen die Ener­gie der Son­ne ein­ge­fan­gen wird, um sie in Strom oder Wär­me umzu­wan­deln. Bei der Pla­nung einer Solar­an­la­ge ste­hen einem eine Viel­zahl unter­schied­li­cher Modul­ar­ten zur Aus­wahl. Es ist daher sinn­voll, sich zunächst einen Über­blick über die ver­schie­de­nen Optio­nen zu ver­schaf­fen, um die pas­sen­de Lösung für die eige­nen Bedürf­nis­se zu fin­den.

Am Ende wird oft eine gute Bera­tung durch einen Fach­mann vor Ort ent­schei­dend sein, um die bes­te Lösung für das jewei­li­ge Pro­jekt zu fin­den.

 

Welche Solarmodule gibt es zur Stromerzeugung?

 

Zunächst hier die Solar­mo­du­le mit den höchs­ten Markt­an­tei­len

1. Monokristalline Siliziumsolarmodule

Ver­wen­de­te Solar­zel­len: Mono­kris­tal­li­ne Sili­zi­um­zel­len
Markt­an­teil: 55–60%
Ein­satz­ge­bie­te: Die­se Modu­le sind ide­al für pri­va­te Haus­hal­te, kom­mer­zi­el­le Gebäu­de und gro­ße Solar­parks, wo hohe Effi­zi­enz und begrenz­ter Raum eine Rol­le spie­len.
Wei­te­re Infos auf der Sei­te: Mono­kris­tal­li­ne Sili­zi­um­so­lar­mo­du­le

 

2. Multikristalline Siliziumsolarmodule

Ver­wen­de­te Solar­zel­len: Mul­ti­kris­tal­li­ne Sili­zi­um­zel­len
Markt­an­teil: 20–30%
Ein­satz­ge­bie­te: Mul­ti­kris­tal­li­ne Modu­le sind oft in gro­ßen Frei­flä­chen­an­la­gen oder für Pro­jek­te mit nied­ri­ge­ren Bud­get­an­for­de­run­gen im Ein­satz.
Wei­te­re Infos auf der Sei­te: Mul­ti­kris­tal­li­ne Sili­zi­um­so­lar­mo­du­le

 

3. PERC (Passivated Emitter and Rear Cell) Solarmodule

Ver­wen­de­te Solar­zel­len: Mono­kris­tal­li­ne Sili­zi­um­zel­len mit pas­si­vier­ter Rück­sei­te (PERC-Zel­len)
Markt­an­teil: 20–25%
Ein­satz­ge­bie­te: PERC-Modu­le kom­men vor allem in Wohn- und Gewer­be­an­wen­dun­gen sowie in Solar­parks zum Ein­satz.
Wei­te­re Infos auf der Sei­te: PERC (Pas­si­v­a­ted Emit­ter and Rear Cell) Solar­mo­du­le

 

Wei­te­re Solar­mo­du­le (alpha­be­tisch)

4. Bifaziale Solarmodule

Ver­wen­de­te Solar­zel­len: Mono­kris­tal­li­ne Sili­zi­um­zel­len, PERC-Zel­len
Markt­an­teil: Bifa­zia­le Modu­le haben einen wach­sen­den Markt­an­teil, aber der genaue Pro­zent­satz vari­iert je nach Regi­on. Schät­zun­gen aus den letz­ten Jah­ren lie­gen bei ca. 5–10% des glo­ba­len Mark­tes für Solar­mo­du­le.
Ein­satz­ge­bie­te: Die­se Modu­le wer­den oft in gro­ßen Solar­parks und bei Anwen­dun­gen ein­ge­setzt, bei denen Platz kei­ne Rol­le spielt und die Effi­zi­enz maxi­miert wer­den soll. Sie eig­nen sich auch gut für Dächer mit frei­em Raum rund­um, wie z.B. land­wirt­schaft­li­che Gebäu­de.
Wei­te­re Infos auf der Sei­te: Bifa­zia­le Solar­mo­du­le

 

5. CIGS (Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid) Solarmodule

Ver­wen­de­te Solar­zel­len: CIGS-Dünn­schicht­zel­len
Markt­an­teil: 1–2%
Ein­satz­ge­bie­te: Die­se Modu­le fin­den oft Ver­wen­dung in fle­xi­blen Anwen­dun­gen, wie z.B. auf Wohn­mo­bi­len, Boo­ten oder in der Archi­tek­tur (z.B. auf gewölb­ten oder unre­gel­mä­ßi­gen Ober­flä­chen). Sie wer­den auch in mobi­len oder trag­ba­ren PV-Anwen­dun­gen ein­ge­setzt.
Wei­te­re Infos auf der Sei­te: CIGS (Kup­fer-Indi­um-Gal­li­um-Dise­le­nid) Solar­mo­du­le

 

6. Doppelglas-Solarmodule

Ver­wen­de­te Solar­zel­len: Mono­kris­tal­li­ne Sili­zi­um­zel­len, Poly­kris­tal­li­ne Sili­zi­um­zel­len
Markt­an­teil: 10%
Ein­satz­ge­bie­te: Dop­pel­glas­mo­du­le sind beson­ders nütz­lich in kom­mer­zi­el­len und indus­tri­el­len Anwen­dun­gen, wo Lang­le­big­keit und Bestän­dig­keit gegen Wit­te­rungs­ein­flüs­se erfor­der­lich sind. Sie wer­den auch in gro­ßen Frei­flä­chen­an­la­gen ver­wen­det.
Wei­te­re Infos auf der Sei­te: Dop­pel­glas-Solar­mo­du­le

 

7. Dünnschicht-Solarmodule

Ver­wen­de­te Solar­zel­len: Amor­phe Sili­zi­um­zel­len, CIGS-Zel­len, CdTe-Zel­len
Markt­an­teil: 5–7%
Ein­satz­ge­bie­te: Dünn­schicht-Solar­mo­du­le sind beson­ders nütz­lich für gro­ße Dach­flä­chen oder unre­gel­mä­ßi­ge Ober­flä­chen, wie z.B. auf Indus­trie­ge­bäu­den, bei denen Gewicht und Fle­xi­bi­li­tät eine Rol­le spie­len.
Wei­te­re Infos auf der Sei­te: Dünn­schicht-Solar­mo­du­le

 

8. HIT-Solarmodule (Heterojunction with Intrinsic Thin-layer)

Ver­wen­de­te Solar­zel­len: Mono­kris­tal­li­ne Sili­zi­um­zel­len mit dün­ner amor­pher Sili­zi­um­schicht
Markt­an­teil: 2–3%
Ein­satz­ge­bie­te: HIT-Modu­le wer­den in Anwen­dun­gen ein­ge­setzt, bei denen Platz und hohe Effi­zi­enz ent­schei­dend sind, wie z.B. auf Dächern von Wohn­ge­bäu­den und in gewerb­li­chen Anwen­dun­gen, in denen hohe Leis­tung bei begrenz­tem Raum erfor­der­lich ist.
Wei­te­re Infos auf der Sei­te: HIT-Solar­mo­du­le (Hete­ro­junc­tion with Intrin­sic Thin-lay­er)

 

9. Heterojunction-Solarmodule (HJT-Solarmodule)

Ver­wen­de­te Solar­zel­len: Hete­ro­junc­tion-Solar­zel­len
Markt­an­teil: 1–2%
Ein­satz­ge­bie­te: HJT-Modu­le wer­den meist in Anwen­dun­gen ein­ge­setzt, in denen höchs­te Effi­zi­enz gefragt ist, wie z.B. auf begrenz­ten Dach­flä­chen in städ­ti­schen Gebie­ten oder in klei­nen kom­mer­zi­el­len Anla­gen.
Wei­te­re Infos auf der Sei­te: Hete­ro­junc­tion-Solar­mo­du­le (HJT-Solar­mo­du­le)

 

10. Heteroübergangssolarmodule

Ver­wen­de­te Solar­zel­len: Hete­ro­über­gangs­so­lar­zel­len
Markt­an­teil: 1–2%
Ein­satz­ge­bie­te: Die­se Modu­le sind vor allem für groß­flä­chi­ge Anwen­dun­gen mit hohem Effi­zi­enz­be­darf geeig­net und könn­ten in Frei­flä­chen­an­la­gen und spe­zi­el­len Instal­la­tio­nen genutzt wer­den.
Wei­te­re Infos auf der Sei­te: Hete­ro­über­gangs­so­lar­mo­du­le

 

11. Organische Solarmodule

Ver­wen­de­te Solar­zel­len: Orga­ni­sche Mate­ria­li­en
Markt­an­teil: Weni­ger als 1%
Ein­satz­ge­bie­te: Orga­ni­sche Solar­mo­du­le fin­den ihre Anwen­dun­gen vor allem in trag­ba­ren Gerä­ten, trag­ba­ren Lade­sta­tio­nen, Smart-City-Infra­struk­tu­ren oder als Solar­fas­sa­den von Gebäu­den.
Wei­te­re Infos auf der Sei­te: Orga­ni­sche Solar­mo­du­le

 

12. Perowskit-Silizium-Tandemmodule

Ver­wen­de­te Solar­zel­len: Perow­skit-Solar­zel­len, Mono­kris­tal­li­ne Sili­zi­um­zel­len
Markt­an­teil: Weni­ger als 1%
Ein­satz­ge­bie­te: Die­se Modu­le wer­den in Anwen­dun­gen mit sehr hohen Effi­zi­enz­an­for­de­run­gen ein­ge­setzt, zum Bei­spiel in High-End-Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen.
Wei­te­re Infos auf der Sei­te: Perow­skit-Sili­zi­um-Tan­dem­mo­du­le

 

13. Perowskit-Solarmodule

Ver­wen­de­te Solar­zel­len: Perow­skit-Zel­len
Markt­an­teil: Weni­ger als 1%
Ein­satz­ge­bie­te: Die­se Modu­le könn­ten in Zukunft in trag­ba­ren Gerä­ten oder in Tan­dem­mo­du­len mit Sili­zi­um ver­wen­det wer­den, um die Effi­zi­enz zu stei­gern.
Wei­te­re Infos auf der Sei­te: Perow­skit-Solar­mo­du­le

 

14. Polykristalline Siliziumsolarmodule

Ver­wen­de­te Solar­zel­len: Poly­kris­tal­li­ne Sili­zi­um­zel­len
Markt­an­teil: 10–15%
Ein­satz­ge­bie­te: Die­se Modu­le wer­den häu­fig in gro­ßen Solar­parks oder auf Flä­chen mit gerin­ge­ren Anfor­de­run­gen an den Wir­kungs­grad ein­ge­setzt.
Wei­te­re Infos auf der Sei­te: Poly­kris­tal­li­ne Sili­zi­um­so­lar­mo­du­le

 

15. Transparente Solarmodule

Ver­wen­de­te Solar­zel­len: Trans­pa­ren­tes Mate­ri­al, oft amor­phe Sili­zi­um­zel­len oder orga­ni­sche Mate­ria­li­en
Markt­an­teil: Weni­ger als 1%
Ein­satz­ge­bie­te: Die­se Modu­le fin­den Anwen­dung in Gebäu­de­fas­sa­den, Fens­tern oder Dächern, bei denen eine dop­pel­te Funk­ti­on (Licht­durch­läs­sig­keit und Ener­gie­er­zeu­gung) erfor­der­lich ist. Sie kön­nen auch in Smart-Glas-Anwen­dun­gen inte­griert wer­den.

Wei­te­re Infos auf der Sei­te: Trans­pa­ren­te Solar­mo­du­le

 

Beson­der­heit

Solarziegel

Solar­zie­gel sind eine spe­zi­el­le Form von Solar­mo­du­len, die direkt in die Dach­struk­tur inte­griert wer­den, anstatt auf das Dach mon­tiert zu wer­den. Solar­zie­gel sind so kon­zi­piert, dass sie wie her­kömm­li­che Dach­zie­gel aus­se­hen und gleich­zei­tig Pho­to­vol­ta­ik-Modu­le ent­hal­ten, um Strom zu erzeu­gen. Sie bie­ten eine ästhe­ti­sche Lösung für Solar­ener­gie, beson­ders für die­je­ni­gen, die das Aus­se­hen ihrer Gebäu­de nicht durch her­kömm­li­che Solar­pa­nels beein­träch­ti­gen möch­ten.

Ver­wen­de­te Solar­zel­len: Mono­kris­tal­li­ne oder poly­kris­tal­li­ne Sili­zi­um­zel­len
Solar­zie­gel kom­bi­nie­ren Pho­to­vol­ta­ik-Tech­no­lo­gie mit Dach­ma­te­ria­li­en, um Solar­strom direkt auf dem Dach zu erzeu­gen, wäh­rend sie gleich­zei­tig als tra­di­tio­nel­les Dach­ma­te­ri­al die­nen.

Markt­an­teil: Solar­zie­gel sind eine rela­tiv neue Tech­no­lo­gie auf dem Markt und machen der­zeit einen klei­nen Teil des gesam­ten Solar­mark­tes aus. Ihr Markt­an­teil wächst jedoch auf­grund ihrer ästhe­ti­schen Vor­tei­le und der Inte­gra­ti­on in moder­ne Archi­tek­tur.

Ein­satz­ge­bie­te: Die­se Modu­le wer­den vor allem in Neu­bau­ten oder bei Dach­sa­nie­run­gen (Denk­mal­schutz) ein­ge­setzt, wo das Ziel ist, sowohl das Aus­se­hen des Daches zu wah­ren als auch Solar­strom zu erzeu­gen. Solar­zie­gel fin­den beson­ders in Wohn­ge­bäu­den und für archi­tek­to­ni­sche Pro­jek­te Anwen­dung, bei denen her­kömm­li­che Solar­mo­du­le optisch nicht gewünscht sind.
Wei­te­re Inos auf der Sei­te: Solar­dach­zie­gel

 

Sehen Sie auch unse­re News vom 05.03.2024:
NASA tes­tet neue PV-Modu­le: Sie sind dünn wie Folie und drei­mal leis­tungs­stär­ker

 

Zu far­bi­gen, bedruck­ten, fle­xi­blen Modu­len etc. sie­he auch unter Sola­re Beson­der­hei­ten

Wei­te­re Infos auch unter Solar­for­schung

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Unser beson­de­rer Tipp für Sie:

Für Ihre eige­ne Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge: Schritt-für-Schritt zur opti­ma­len Anla­gen­pla­nung

Nut­zen Sie unse­re umfas­sen­de Anlei­tung zur Pla­nung Ihrer eige­nen Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge! Erfah­ren Sie alles, was Sie wis­sen müs­sen – von der Wahl des rich­ti­gen Sys­tems zur Strom- und/oder Wär­me­er­zeu­gung, über das pas­sen­de Betrei­ber­mo­dell, Stand­ort­wahl, Sys­tem­grö­ße und die Aus­wahl effi­zi­en­ter PV-Kom­po­nen­ten bis hin zu Strom­spei­chern, inte­grier­ten Lade­sta­tio­nen, recht­li­chen und wirt­schaft­li­chen Aspek­ten, aktu­el­len För­der­mög­lich­kei­ten und Tipps für eine unab­hän­gi­ge Bera­tung.

Unse­re Check­lis­te und die pra­xis­na­hen Hin­wei­se hel­fen Ihnen, nichts zu über­se­hen, die rich­ti­gen Ent­schei­dun­gen zu tref­fen und so die Effi­zi­enz Ihrer Anla­ge schon mit der Pla­nung zu maxi­mie­ren.

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