Wunderschöne Solarfassade erzeugt Strom für Berner Hochhaus

Datum: 15. September 2026
Betongraue Photovoltaikmodule bilden die elegante Solarfassade eines 14-geschossigen Wohnhochhauses in Bern-Bümpliz.

Auf den ers­ten Blick sieht das 14-geschos­si­ge Wohn­hoch­haus im Ber­ner Stadt­teil Büm­pliz nach sei­ner Total­sa­nie­rung ein­fach nach moder­ner, hoch­wer­ti­ger Archi­tek­tur aus. Dass ein gro­ßer Teil der neu­en Gebäu­de­hül­le gleich­zei­tig Solar­strom pro­du­ziert, fällt kaum auf. Genau das macht die­ses Pro­jekt so inter­es­sant: Auf ins­ge­samt 916 Qua­drat­me­tern wur­den rah­men­lo­se Pho­to­vol­ta­ik­mo­du­le in die Fas­sa­de inte­griert. Ihre beton­graue Gestal­tung lässt die Solar­tech­nik optisch mit dem Gebäu­de ver­schmel­zen. So zeigt das Hoch­haus, dass Pho­to­vol­ta­ik nicht nur Ener­gie erzeu­gen, son­dern auch gestal­te­risch über­zeu­gen kann.

 

Wenn Solarmodule Teil der Architektur werden

Vor der Sanie­rung wur­den ver­schie­de­ne Vari­an­ten unter­sucht und simu­liert, um die Pho­to­vol­ta­ik dort ein­zu­set­zen, wo sie ener­ge­tisch beson­ders sinn­voll ist. Die Ent­schei­dung fiel auf das Dach und die ertrags­star­ke Süd­fas­sa­de.

An der Fas­sa­de kom­men soge­nann­te GG Frame­l­ess Modu­le zum Ein­satz. Die rah­men­lo­sen Pho­to­vol­ta­ik­mo­du­le sind in Beton­grau aus­ge­führt und wur­den mit einem spe­zi­el­len Mon­ta­ge­sys­tem in die Gebäu­de­hül­le inte­griert. Ins­ge­samt umfasst die Solar­fas­sa­de eine Flä­che von 916 Qua­drat­me­tern.

Gera­de die Gestal­tung macht das Pro­jekt bemer­kens­wert. Statt klas­si­scher dunk­ler Solar­mo­du­le ent­steht eine weit­ge­hend homo­ge­ne Fas­sa­de, bei der die Pho­to­vol­ta­ik nicht wie eine nach­träg­lich mon­tier­te tech­ni­sche Anla­ge wirkt. Sie wird selbst zum Bestand­teil der Archi­tek­tur.

Das eröff­net gera­de bei Sanie­run­gen neue Mög­lich­kei­ten. Denn nicht jeder Eigen­tü­mer oder Archi­tekt möch­te das Erschei­nungs­bild eines Gebäu­des sicht­bar einer Solar­an­la­ge unter­ord­nen. Far­bi­ge und gestal­te­risch ange­pass­te Modu­le kön­nen hel­fen, die­sen ver­meint­li­chen Gegen­satz zwi­schen Archi­tek­tur und Ener­gie­ge­win­nung auf­zu­lö­sen.

 

Bei Hochhäusern steckt viel Solarfläche in den Wänden

Bei einem 14-geschos­si­gen Wohn­ge­bäu­de wird außer­dem ein grund­sätz­li­ches Pro­blem deut­lich: Auf dem Dach steht ver­gleichs­wei­se wenig Flä­che für vie­le Woh­nun­gen zur Ver­fü­gung. Die Fas­sa­de dage­gen wächst mit jedem Stock­werk.

In Bern wird des­halb die Süd­fas­sa­de gezielt für die Solar­strom­pro­duk­ti­on genutzt. Der erzeug­te Strom wird im Rah­men eines Zusam­men­schlus­ses zum Eigen­ver­brauch mög­lichst direkt vor Ort ver­wen­det. Über­schüs­si­ge Ener­gie wird in das Ver­teil­netz ein­ge­speist.

Die neue Gebäu­de­hül­le über­nimmt damit gleich meh­re­re Auf­ga­ben. Sie schützt das Gebäu­de, prägt des­sen Erschei­nungs­bild und wird gleich­zei­tig zum Ener­gie­er­zeu­ger. Und dafür muss kei­ne zusätz­li­che Flä­che ver­sie­gelt oder außer­halb der Stadt nach einem Stand­ort für eine Solar­an­la­ge gesucht wer­den.

 

Fazit aus der Sicht von PV-Navi

Wir haben bei PV-Navi schon eini­ge beein­dru­cken­de Solar­fas­sa­den vor­ge­stellt. Das Pro­jekt in Bern zeigt aber beson­ders schön, wohin sich die­se Tech­nik ent­wi­ckeln kann: Pho­to­vol­ta­ik muss nicht mehr unbe­dingt wie Pho­to­vol­ta­ik aus­se­hen.

Gera­de in unse­ren Städ­ten steckt dar­in enor­mes Poten­zi­al. Hoch­häu­ser und grö­ße­re Wohn­ge­bäu­de ver­fü­gen häu­fig über rie­si­ge Fas­sa­den­flä­chen, wäh­rend ihre Dächer im Ver­hält­nis zur Nutz­flä­che eher klein sind. Wenn ohne­hin eine Sanie­rung der Gebäu­de­hül­le ansteht, lohnt es sich des­halb, die­se Flä­chen auch ener­ge­tisch mit­zu­den­ken.

Und viel­leicht hilft gera­de die gestal­te­ri­sche Ent­wick­lung dabei, noch mehr Archi­tek­ten und Bau­her­ren für Pho­to­vol­ta­ik zu begeis­tern. Denn wenn eine Solar­fas­sa­de gleich­zei­tig Strom erzeugt und rich­tig gut aus­sieht, muss man sich nicht mehr zwi­schen Ener­gie­wen­de und schö­ner Archi­tek­tur ent­schei­den.

Bei­des geht zusam­men. Bern zeigt, wie schön das aus­se­hen kann.

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Quel­le: Schwei­zer / Pro­jekt­in­for­ma­ti­on zur Solar­fas­sa­de des Wohn­hoch­hau­ses in Bern-Büm­pliz

Bericht bei Lin­ke­dIn Far­bi­ge Ener­gie für Bern
Instal­la­ti­on: Bau­im­puls AG

Bild­quel­le: Mega­sol Ener­gie AG

 

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