Auf den ersten Blick sieht das 14-geschossige Wohnhochhaus im Berner Stadtteil Bümpliz nach seiner Totalsanierung einfach nach moderner, hochwertiger Architektur aus. Dass ein großer Teil der neuen Gebäudehülle gleichzeitig Solarstrom produziert, fällt kaum auf. Genau das macht dieses Projekt so interessant: Auf insgesamt 916 Quadratmetern wurden rahmenlose Photovoltaikmodule in die Fassade integriert. Ihre betongraue Gestaltung lässt die Solartechnik optisch mit dem Gebäude verschmelzen. So zeigt das Hochhaus, dass Photovoltaik nicht nur Energie erzeugen, sondern auch gestalterisch überzeugen kann.
Wenn Solarmodule Teil der Architektur werden
Vor der Sanierung wurden verschiedene Varianten untersucht und simuliert, um die Photovoltaik dort einzusetzen, wo sie energetisch besonders sinnvoll ist. Die Entscheidung fiel auf das Dach und die ertragsstarke Südfassade.
An der Fassade kommen sogenannte GG Frameless Module zum Einsatz. Die rahmenlosen Photovoltaikmodule sind in Betongrau ausgeführt und wurden mit einem speziellen Montagesystem in die Gebäudehülle integriert. Insgesamt umfasst die Solarfassade eine Fläche von 916 Quadratmetern.
Gerade die Gestaltung macht das Projekt bemerkenswert. Statt klassischer dunkler Solarmodule entsteht eine weitgehend homogene Fassade, bei der die Photovoltaik nicht wie eine nachträglich montierte technische Anlage wirkt. Sie wird selbst zum Bestandteil der Architektur.
Das eröffnet gerade bei Sanierungen neue Möglichkeiten. Denn nicht jeder Eigentümer oder Architekt möchte das Erscheinungsbild eines Gebäudes sichtbar einer Solaranlage unterordnen. Farbige und gestalterisch angepasste Module können helfen, diesen vermeintlichen Gegensatz zwischen Architektur und Energiegewinnung aufzulösen.
Bei Hochhäusern steckt viel Solarfläche in den Wänden
Bei einem 14-geschossigen Wohngebäude wird außerdem ein grundsätzliches Problem deutlich: Auf dem Dach steht vergleichsweise wenig Fläche für viele Wohnungen zur Verfügung. Die Fassade dagegen wächst mit jedem Stockwerk.
In Bern wird deshalb die Südfassade gezielt für die Solarstromproduktion genutzt. Der erzeugte Strom wird im Rahmen eines Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch möglichst direkt vor Ort verwendet. Überschüssige Energie wird in das Verteilnetz eingespeist.
Die neue Gebäudehülle übernimmt damit gleich mehrere Aufgaben. Sie schützt das Gebäude, prägt dessen Erscheinungsbild und wird gleichzeitig zum Energieerzeuger. Und dafür muss keine zusätzliche Fläche versiegelt oder außerhalb der Stadt nach einem Standort für eine Solaranlage gesucht werden.
Fazit aus der Sicht von PV-Navi
Wir haben bei PV-Navi schon einige beeindruckende Solarfassaden vorgestellt. Das Projekt in Bern zeigt aber besonders schön, wohin sich diese Technik entwickeln kann: Photovoltaik muss nicht mehr unbedingt wie Photovoltaik aussehen.
Gerade in unseren Städten steckt darin enormes Potenzial. Hochhäuser und größere Wohngebäude verfügen häufig über riesige Fassadenflächen, während ihre Dächer im Verhältnis zur Nutzfläche eher klein sind. Wenn ohnehin eine Sanierung der Gebäudehülle ansteht, lohnt es sich deshalb, diese Flächen auch energetisch mitzudenken.
Und vielleicht hilft gerade die gestalterische Entwicklung dabei, noch mehr Architekten und Bauherren für Photovoltaik zu begeistern. Denn wenn eine Solarfassade gleichzeitig Strom erzeugt und richtig gut aussieht, muss man sich nicht mehr zwischen Energiewende und schöner Architektur entscheiden.
Beides geht zusammen. Bern zeigt, wie schön das aussehen kann.
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Quelle: Schweizer / Projektinformation zur Solarfassade des Wohnhochhauses in Bern-Bümpliz
Bericht bei LinkedIn Farbige Energie für Bern
Installation: Bauimpuls AG
Bildquelle: Megasol Energie AG
Weitere Informationen und Neuigkeiten finden Sie auch in unserem PV-Navi-ABC unter PV Integration bei Gebäuden
Weitere Informationen und Neuigkeiten finden Sie auch in unserem PV-Navi-ABC unter Senkrechte PV-Module (Vertikale PV-Module)
Weitere Informationen und Neuigkeiten und dem Photovoltaik-Ausbau aus aller Welt finden Sie auch in unserem PV-Navi-ABC unter PV-International
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Anmerkung:
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