Wenn das Dach nicht reicht: 216 Solarmodule erobern die Fassade

Datum: 21. September 2026
Photovoltaikmodule bedecken die Fassade eines zehnstöckigen Gebäudes in der Ukraine und erzeugen dort Solarstrom.

In der Ukrai­ne zeigt ein außer­ge­wöhn­li­ches Pho­to­vol­ta­ik­pro­jekt, dass die Ener­gie­wen­de längst nicht auf dem Dach enden muss. Das ukrai­ni­sche Unter­neh­men UTEM SOLAR hat an einem Hotel­kom­plex zwei Fas­sa­den zehn­stö­cki­ger Gebäu­de zur Ener­gie­quel­le gemacht. Ins­ge­samt 216 schwar­ze Solar­mo­du­le wur­den direkt in die Gebäu­de­hül­le inte­griert. Zusam­men errei­chen sie eine Leis­tung von 96,3 kWp und sol­len jähr­lich rund 60.000 bis 65.000 kWh Solar­strom erzeu­gen. Das Beson­de­re dar­an: Die Pho­to­vol­ta­ik wur­de nicht ein­fach vor eine fer­ti­ge Wand gehängt. Sie über­nimmt selbst einen Teil der Fas­sa­den­funk­ti­on und ver­bin­det damit Archi­tek­tur, Gebäu­de­hül­le und Strom­erzeu­gung.

 

Aus einer Gebäudefassade wird ein Kraftwerk

Bei dem Pro­jekt han­delt es sich um gebäu­de­inte­grier­te Pho­to­vol­ta­ik, häu­fig als BIPV bezeich­net. UTEM SOLAR stand dabei vor meh­re­ren Her­aus­for­de­run­gen. Die Modu­le muss­ten so befes­tigt wer­den, dass sie sich archi­tek­to­nisch in die Fas­sa­de ein­fü­gen und gleich­zei­tig trotz ihrer ver­ti­ka­len Aus­rich­tung mög­lichst effi­zi­ent Strom erzeu­gen.

Hin­zu kommt die Wär­me­ent­wick­lung der Modu­le. Des­halb wur­de die Kon­struk­ti­on als hin­ter­lüf­te­te Fas­sa­de aus­ge­führt. Ein Luft­spalt hin­ter den Solar­mo­du­len sorgt für die not­wen­di­ge Belüf­tung und soll ver­hin­dern, dass eine zu star­ke Erwär­mung die Leis­tung der Anla­ge beein­träch­tigt.

Auch optisch war die Auf­ga­be anspruchs­voll. UTEM SOLAR setz­te 216 Full-Black-Modu­le ein, die anstel­le einer hoch­wer­ti­gen kon­ven­tio­nel­len Fas­sa­den­ver­klei­dung Teil der Gebäu­de­hül­le wer­den. Aus einer Flä­che, die nor­ma­ler­wei­se aus­schließ­lich Kos­ten ver­ur­sacht, wird so eine Flä­che, die über vie­le Jah­re Ener­gie pro­du­ziert.

 

Gerade in Städten steckt an den Wänden enormes Potenzial

Das Bei­spiel ist vor allem des­halb inter­es­sant, weil geeig­ne­te Dach­flä­chen nicht unbe­grenzt ver­füg­bar sind. Tech­ni­sche Anla­gen, Dach­auf­bau­ten, Ver­schat­tung oder schlicht eine zu klei­ne Dach­flä­che kön­nen die mög­li­che Pho­to­vol­ta­ik­leis­tung begren­zen.

Gro­ße Gebäu­de besit­zen jedoch noch eine zwei­te Flä­che, die bis­lang viel sel­te­ner für die Solar­strom­erzeu­gung genutzt wird: ihre Fas­sa­den. Gera­de bei mehr­ge­schos­si­gen Gebäu­den kön­nen dort erheb­li­che Flä­chen zusam­men­kom­men.

Ver­ti­ka­le Pho­to­vol­ta­ik hat außer­dem ein ande­res Erzeu­gungs­pro­fil als opti­mal geneig­te Dach­an­la­gen. Sie pro­du­ziert zwar über das Jahr betrach­tet häu­fig weni­ger Strom je instal­lier­tem Kilo­watt, kann dafür aber bei­spiels­wei­se bei tief ste­hen­der Son­ne inter­es­san­te Erträ­ge lie­fern. Ent­schei­dend ist des­halb nicht immer die Fra­ge, wel­che ein­zel­ne Flä­che den höchs­ten Ertrag bringt, son­dern wie mög­lichst vie­le geeig­ne­te Gebäu­de­flä­chen sinn­voll zusam­men­spie­len.

 

Fazit aus der Sicht von PV-Navi

War­um soll­te eine Haus­wand eigent­lich nur Haus­wand sein? Das ukrai­ni­sche Pro­jekt zeigt sehr anschau­lich, wie sich vor­han­de­ne Flä­chen mehr­fach nut­zen las­sen. Eine Fas­sa­de schützt und gestal­tet ein Gebäu­de ohne­hin. Wenn sie gleich­zei­tig noch Solar­strom erzeugt, bekommt die­sel­be Flä­che einen zusätz­li­chen wirt­schaft­li­chen und ener­ge­ti­schen Nut­zen. Beson­ders bei gro­ßen mehr­ge­schos­si­gen Gebäu­den soll­ten des­halb nicht nur die Dächer betrach­tet wer­den. Die Ener­gie­wen­de braucht nicht zwangs­läu­fig immer neue Flä­chen. Manch­mal müs­sen wir ein­fach die Flä­chen ent­de­cken, die längst vor unse­rer Nase ste­hen.

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Ori­gi­nal­quel­le: UTEM SOLAR – „Fas­sa­de, die Ener­gie erzeugt: ein neu­er Fall von UTEM SOLAR“

UTEM SOLAR – Pro­jekt­be­richt mit den Ori­gi­nal­bil­dern

 

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