Ein tonnenschwerer Rotor dreht sich mit hoher Geschwindigkeit nahezu reibungsfrei im Vakuum und speichert dabei elektrische Energie als Bewegungsenergie. Das US-Unternehmen Qnetic arbeitet derzeit an seinem ersten Schwungradspeicher in voller Größe. Der sogenannte Pulsar soll 200 Kilowattstunden Energie aufnehmen und vor allem dort eingesetzt werden, wo Speicher besonders häufig be- und entladen werden müssen.
Energie wird als Bewegung gespeichert
Anders als Batteriespeicher speichert das System Strom nicht durch chemische Prozesse. Überschüssige elektrische Energie beschleunigt einen Rotor. Wird Strom benötigt, treibt dessen Rotation einen Generator an und die gespeicherte Bewegungsenergie wird wieder in elektrische Energie umgewandelt.
Der Betrieb im Vakuum reduziert dabei die Reibungsverluste. Schwungradspeicher können sehr schnell auf Anforderungen des Stromnetzes reagieren und eine große Zahl von Lade- und Entladezyklen bewältigen.
Großversuch startet in Shanghai
Für die Erprobung des neuen Systems errichtet Qnetic an seinem Technologiezentrum in Shanghai eine spezielle Testanlage. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um die weltweit größte Testzelle, die eigens für einen Schwungradspeicher gebaut wurde.
Dort soll der erste Pulsar-Prototyp mit einer Kapazität von 200 Kilowattstunden umfangreichen Leistungs‑, Sicherheits- und Zuverlässigkeitstests unterzogen werden.
Alternative ohne Lithium
Einen besonderen Vorteil sieht Qnetic in der langen Lebensdauer. Da keine elektrochemischen Prozesse stattfinden, soll die für Batterien typische Alterung weitgehend vermieden werden. Zudem benötigt das System keine kritischen Batterierohstoffe und besitzt nicht das für Lithium-Ionen-Batterien typische Brandrisiko.
Als mögliche Einsatzgebiete nennt das Unternehmen Rechenzentren, Microgrids, die Netzstabilisierung sowie die zeitliche Verschiebung von Strom aus erneuerbaren Energien.
Fazit von PV-Navi
Die Energiewende braucht nicht den einen perfekten Speicher, sondern unterschiedliche Technologien für unterschiedliche Aufgaben. Schwungradspeicher könnten dort ihre Stärke ausspielen, wo besonders viele Ladezyklen, schnelle Reaktionen und eine lange Lebensdauer gefragt sind. Ob Qnetic daraus tatsächlich eine wirtschaftliche Alternative für die mehrstündige Stromspeicherung machen kann, muss der große Praxistest allerdings erst noch zeigen.
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Quelle für Bild und Text: Unternehmensnews von Qnetic
Qnetic fördert Kommerzialisierung von Langzeit-Flywheel-Energiespeicher
Foto: © Qneti: Das 200-kWh-Pulsar-System von Qnetic wird für Anwendungen wie Rechenzentren, Zeitverschiebungen erneuerbarer Energien, Netzausgleich, Mikronetze und industrielle Energiebeständigkeit entwickelt.
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