200-kWh-Schwungradspeicher soll Batterien Konkurrenz machen

Datum: 13. August 2026
Das 200-kWh-Pulsar-System von Qnetic speichert elektrische Energie in einer schnell rotierenden Masse im Vakuum. Der Schwungradspeicher wird für Anwendungen wie Rechenzentren, Netzausgleich, Microgrids und die Zwischenspeicherung erneuerbarer Energien entwickelt.

Ein ton­nen­schwe­rer Rotor dreht sich mit hoher Geschwin­dig­keit nahe­zu rei­bungs­frei im Vaku­um und spei­chert dabei elek­tri­sche Ener­gie als Bewe­gungs­en­er­gie. Das US-Unter­neh­men Qne­tic arbei­tet der­zeit an sei­nem ers­ten Schwung­rad­spei­cher in vol­ler Grö­ße. Der soge­nann­te Pul­sar soll 200 Kilo­watt­stun­den Ener­gie auf­neh­men und vor allem dort ein­ge­setzt wer­den, wo Spei­cher beson­ders häu­fig be- und ent­la­den wer­den müs­sen.

 

Energie wird als Bewegung gespeichert

Anders als Bat­te­rie­spei­cher spei­chert das Sys­tem Strom nicht durch che­mi­sche Pro­zes­se. Über­schüs­si­ge elek­tri­sche Ener­gie beschleu­nigt einen Rotor. Wird Strom benö­tigt, treibt des­sen Rota­ti­on einen Gene­ra­tor an und die gespei­cher­te Bewe­gungs­en­er­gie wird wie­der in elek­tri­sche Ener­gie umge­wan­delt.

Der Betrieb im Vaku­um redu­ziert dabei die Rei­bungs­ver­lus­te. Schwung­rad­spei­cher kön­nen sehr schnell auf Anfor­de­run­gen des Strom­net­zes reagie­ren und eine gro­ße Zahl von Lade- und Ent­la­de­zy­klen bewäl­ti­gen.

 

Großversuch startet in Shanghai

Für die Erpro­bung des neu­en Sys­tems errich­tet Qne­tic an sei­nem Tech­no­lo­gie­zen­trum in Shang­hai eine spe­zi­el­le Test­an­la­ge. Nach Anga­ben des Unter­neh­mens han­delt es sich um die welt­weit größ­te Test­zel­le, die eigens für einen Schwung­rad­spei­cher gebaut wur­de.

Dort soll der ers­te Pul­sar-Pro­to­typ mit einer Kapa­zi­tät von 200 Kilo­watt­stun­den umfang­rei­chen Leistungs‑, Sicher­heits- und Zuver­läs­sig­keits­tests unter­zo­gen wer­den.

 

Alternative ohne Lithium

Einen beson­de­ren Vor­teil sieht Qne­tic in der lan­gen Lebens­dau­er. Da kei­ne elek­tro­che­mi­schen Pro­zes­se statt­fin­den, soll die für Bat­te­rien typi­sche Alte­rung weit­ge­hend ver­mie­den wer­den. Zudem benö­tigt das Sys­tem kei­ne kri­ti­schen Bat­te­rie­roh­stof­fe und besitzt nicht das für Lithi­um-Ionen-Bat­te­rien typi­sche Brand­ri­si­ko.

Als mög­li­che Ein­satz­ge­bie­te nennt das Unter­neh­men Rechen­zen­tren, Micro­grids, die Netz­sta­bi­li­sie­rung sowie die zeit­li­che Ver­schie­bung von Strom aus erneu­er­ba­ren Ener­gien.

 

Fazit von PV-Navi

Die Ener­gie­wen­de braucht nicht den einen per­fek­ten Spei­cher, son­dern unter­schied­li­che Tech­no­lo­gien für unter­schied­li­che Auf­ga­ben. Schwung­rad­spei­cher könn­ten dort ihre Stär­ke aus­spie­len, wo beson­ders vie­le Lade­zy­klen, schnel­le Reak­tio­nen und eine lan­ge Lebens­dau­er gefragt sind. Ob Qne­tic dar­aus tat­säch­lich eine wirt­schaft­li­che Alter­na­ti­ve für die mehr­stün­di­ge Strom­spei­che­rung machen kann, muss der gro­ße Pra­xis­test aller­dings erst noch zei­gen.

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Quel­le für Bild und Text: Unter­neh­mens­news von Qne­tic
Qne­tic för­dert Kom­mer­zia­li­sie­rung von Lang­zeit-Fly­wheel-Ener­gie­spei­cher

 

Foto: © Qne­ti: Das 200-kWh-Pul­sar-Sys­tem von Qne­tic wird für Anwen­dun­gen wie Rechen­zen­tren, Zeit­ver­schie­bun­gen erneu­er­ba­rer Ener­gien, Netz­aus­gleich, Mikro­net­ze und indus­tri­el­le Ener­gie­be­stän­dig­keit ent­wi­ckelt.

 

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