Afrika verfügt über eines der größten Solarenergie-Potenziale der Erde – und doch wird bislang nur ein Bruchteil davon genutzt. Während viele Regionen mit hoher Sonneneinstrahlung weiterhin unter Energiearmut leiden, zeigen neue Projekte und internationale Initiativen, welches globale Gewicht die afrikanische Solarenergie künftig haben könnte. Die Wüsten-Sonne Afrikas ist längst mehr als eine Vision: Sie könnte ein zentraler Baustein der weltweiten Energiewende werden.
Große Teile des Kontinents verfügen über hervorragende Voraussetzungen für Photovoltaik: hohe Einstrahlungswerte, große verfügbare Flächen und eine wachsende Nachfrage nach sauberer Energie. Gleichzeitig steht Afrika vor der Herausforderung, seine Energieversorgung auszubauen, ohne den Umweg über fossile Strukturen zu gehen. Solarenergie bietet hier die Chance, Wachstum, Klimaschutz und Versorgungssicherheit miteinander zu verbinden.
Gigantisches Potenzial – bisher kaum genutzt
Internationale Analysen zeigen, dass rund 40 Prozent des weltweiten Solarenergie-Potenzials in Afrika liegen. Dennoch entfällt bislang nur ein sehr kleiner Teil der global installierten Photovoltaik-Leistung auf den Kontinent. Das liegt weniger an fehlender Sonne als an strukturellen Faktoren: fehlende Netze, begrenzter Zugang zu Kapital, politische Risiken und unzureichende Infrastruktur bremsen den Ausbau.
Gleichzeitig entstehen immer mehr Großprojekte, die zeigen, was möglich ist. In Nordafrika und im südlichen Afrika wurden in den vergangenen Jahren einige der größten Solarparks der Welt errichtet. Sie liefern Strom für Millionen Menschen und senken zugleich die Kosten für erneuerbare Energien deutlich. Photovoltaik wird damit zunehmend zur günstigsten Form der Stromerzeugung – auch und gerade in Afrika.
Solarenergie als Entwicklungs- und Exportchance
Neben der lokalen Stromversorgung rückt auch die globale Dimension in den Fokus. Internationale Initiativen zielen darauf ab, Solarenergie aus sonnenreichen Regionen Afrikas für industrielle Nutzung, Wasserstoffproduktion oder langfristig sogar für den Export nutzbar zu machen. Programme wie „Desert to Power“ zeigen, dass Solarenergie nicht nur Klimaschutzinstrument, sondern auch Entwicklungshebel ist.
Für viele afrikanische Länder bedeutet der Ausbau von Photovoltaik zudem mehr Energieunabhängigkeit, wirtschaftliche Perspektiven und neue Arbeitsplätze. Dezentral installierte Solaranlagen können ländliche Regionen versorgen, während große Solarparks industrielle Zentren stärken. In Verbindung mit Energiespeichern entsteht so ein robustes, zukunftsfähiges Energiesystem.
Fazit:
Afrikas Wüsten-Sonne hat das Potenzial, weit über den Kontinent hinaus zu wirken. Wenn Investitionen, politische Rahmenbedingungen und internationale Zusammenarbeit zusammenkommen, kann Solarenergie aus Afrika zu einem tragenden Pfeiler der globalen Energiewende werden – sauber, bezahlbar und langfristig.
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Möglichkeiten zur Vertiefung & weiterführende Informationen
Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, findet hier fundierte Informationen und Originalquellen, auf denen auch dieser Bericht basiert:
- Afrikanische Entwicklungsbank – „Desert to Power“-Initiative
- World Economic Forum – Afrikas Solarpotenzial
- Benban Solar Park (Ägypten) – eines der größten Solarprojekte der Welt
Foto: Benban Solar Park, Ägypten
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Anmerkung:
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