Immer mehr Photovoltaikanlagen sorgen dafür, dass Deutschland an sonnigen Tagen zeitweise sehr große Mengen Solarstrom erzeugt. Was gelegentlich als Problem der Energiewende dargestellt wird, ist zunächst einmal ein Erfolg: Es steht reichlich sauberer und günstiger Strom zur Verfügung. Die eigentliche Aufgabe besteht darin, Erzeugung und Verbrauch besser zusammenzubringen. Speicher, flexible Stromtarife, Elektroautos und Wärmepumpen können dabei eine entscheidende Rolle spielen.
Solarstrom kommt nicht immer zur richtigen Zeit
Photovoltaikanlagen produzieren besonders viel Strom rund um die Mittagsstunden. Der Stromverbrauch verteilt sich dagegen über den gesamten Tag und erreicht häufig auch morgens und abends hohe Werte.
Mit wachsender Solarleistung entstehen deshalb zunehmend Stunden mit einem sehr großen Stromangebot. Gleichzeitig wird am Abend wieder mehr Strom aus anderen Quellen benötigt.
Das ist kein grundsätzliches Problem der Photovoltaik. Es zeigt vielmehr, dass sich mit dem Ausbau der Stromerzeugung auch unser Umgang mit Energie verändern muss.
Batteriespeicher verschieben die Sonne
Batteriespeicher können Solarstrom aufnehmen, wenn mehr davon vorhanden ist als unmittelbar benötigt wird, und ihn einige Stunden später wieder zur Verfügung stellen.
Bei privaten Photovoltaikanlagen ist dieses Prinzip längst verbreitet. Immer häufiger entstehen aber auch große Batteriespeicher, die direkt am Strommarkt arbeiten und zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen können.
Damit lässt sich ein Teil der Mittagsspitze in die Abendstunden verschieben – genau dann, wenn Photovoltaikanlagen immer weniger oder keinen Strom mehr erzeugen.
Auch der Verbrauch kann der Sonne folgen
Nicht jede Kilowattstunde muss allerdings zwischengespeichert werden. Genauso sinnvoll ist es, Strom dann zu verbrauchen, wenn besonders viel davon vorhanden ist.
Elektroautos können tagsüber geladen werden, Wärmepumpen Wärme auf Vorrat erzeugen und Unternehmen energieintensive Prozesse teilweise in günstige Stunden verschieben. Auch Haushaltsgeräte und intelligente Energiemanagementsysteme können darauf reagieren.
Variable Stromtarife schaffen dafür einen zusätzlichen Anreiz: Ist viel erneuerbarer Strom vorhanden und der Börsenpreis niedrig, wird auch der Strombezug günstiger.
Elektroautos könnten selbst zu Speichern werden
Noch interessanter wird die Elektromobilität durch bidirektionales Laden. Elektroautos nehmen dann nicht nur Strom auf, sondern können einen Teil ihrer gespeicherten Energie bei Bedarf wieder an ein Gebäude oder das Stromnetz abgeben.
Millionen Elektrofahrzeuge würden damit zusammen eine enorme Speicherkapazität bereitstellen, die ohnehin vorhanden ist und nicht ausschließlich für das Stromnetz gebaut werden müsste.
Technisch ist vieles davon bereits möglich. Entscheidend wird sein, die regulatorischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für einen breiten Einsatz zu schaffen.
Netze müssen intelligenter werden
Auch Stromnetze bleiben ein wichtiger Bestandteil der Lösung. Sie müssen ausgebaut, digitalisiert und flexibler betrieben werden.
Dabei geht es nicht nur darum, immer neue Leitungen zu bauen. Intelligente Steuerung kann dafür sorgen, dass Erzeuger, Speicher und Verbraucher besser aufeinander reagieren. Aus Millionen einzelner Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Wärmepumpen und Elektroautos entsteht so zunehmend ein vernetztes Energiesystem.
Fazit von PV-Navi
Viel Solarstrom ist kein Problem, das wir verhindern müssen – sondern ein Angebot, das wir besser nutzen sollten. Die nächste Phase der Energiewende besteht deshalb nicht allein darin, immer mehr Photovoltaikanlagen zu bauen. Speicher, Elektroautos, Wärmepumpen, flexible Verbraucher und intelligente Netze müssen jetzt genauso konsequent weiterentwickelt werden. Wenn Verbrauch und Speicherung stärker der Erzeugung folgen, wird aus vermeintlichem Solarstromüberschuss wertvolle Energie für die Stunden, in denen wir sie brauchen.
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Quelle: Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE,
Dr. Harry Wirth: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland
Foto: PV-Navi/ChatGPT (KI-generiert)
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Anmerkung:
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