Wer mit einem Elektroauto unterwegs ist, zahlt für die benötigte Energie im europäischen Durchschnitt weniger als halb so viel pro Kilometer wie mit einem Diesel. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E). Gerade angesichts gestiegener Kraftstoffpreise ist das eine bemerkenswerte Entwicklung. Denn während Dieselpreise stark von internationalen Ölmärkten abhängen, bietet die Elektromobilität zusätzliche Möglichkeiten, die eigenen Energiekosten zu beeinflussen. Besonders interessant wird es, wenn der Strom vom eigenen Haus- oder Firmendach kommt. Allerdings lohnt sich ein genauer Blick: Die Untersuchung vergleicht die Kosten für Strom und Kraftstoff, nicht die gesamten Autokosten.
Was 100 Kilometer tatsächlich kosten
Für ihren europäischen Vergleich legt Transport & Environment einen durchschnittlichen Stromverbrauch von 20,2 Kilowattstunden je 100 Kilometer und einen Dieselverbrauch von 6,9 Litern zugrunde. Bei einem angenommenen Strompreis von 34,3 Cent je Kilowattstunde kostet die elektrische Fahrt rund 6,93 Euro pro 100 Kilometer.
Zum Vergleich: Bei einem Dieselpreis von beispielsweise 2 Euro je Liter entstehen Kraftstoffkosten von 13,80 Euro. Der elektrische Antrieb wäre in diesem Rechenbeispiel also knapp 50 Prozent günstiger. Die tatsächlichen Kosten hängen allerdings vom Fahrzeug, der Fahrweise und den jeweiligen Energiepreisen ab. Besonders beim öffentlichen Schnellladen können deutlich höhere Strompreise anfallen.
Warum Elektroautos weniger Energie benötigen
Ein wesentlicher Grund für den Kostenvorteil ist die höhere Effizienz des elektrischen Antriebs. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums setzt ein Elektromotor einen wesentlich größeren Anteil der eingesetzten Energie in Bewegung um als ein Verbrennungsmotor.
Beim Diesel geht dagegen ein erheblicher Teil der Energie als Wärme verloren. Das bedeutet: Selbst wenn Strom und Kraftstoff vergleichbar teuer wären, hätte der elektrische Antrieb einen grundsätzlichen Effizienzvorteil. Hinzu kommt die geringere Abhängigkeit vom Erdöl. Laut Transport & Environment verteuerte sich eine 50-Liter-Dieseltankfüllung in Europa gegenüber Februar 2026 um rund 32 Euro.
Mit Solarstrom wird die Rechnung noch interessanter
Für Hausbesitzer mit Photovoltaikanlage eröffnet sich eine zusätzliche Möglichkeit. Wer sein Elektroauto tagsüber mit selbst erzeugtem Solarstrom lädt, kann den Bezug teuren Netzstroms reduzieren.
Dabei ist selbst erzeugter Strom natürlich nicht kostenlos. Die Anschaffung der Solaranlage, laufende Kosten und der entgangene Erlös aus einer möglichen Netzeinspeisung müssen berücksichtigt werden. Dennoch kann die Kombination aus Photovoltaik, Wallbox und intelligentem Lademanagement wirtschaftlich attraktiv sein.
Besonders günstig ist es, wenn das Fahrzeug dann geladen wird, wenn die Solaranlage gerade viel Strom produziert.
Energiekosten sind nicht gleich Gesamtkosten
Ein niedriger Stromverbrauch allein entscheidet noch nicht darüber, welches Fahrzeug insgesamt günstiger ist. Anschaffungspreis, Wertverlust, Versicherung, Wartung und individuelle Fahrleistung gehören ebenfalls zur Rechnung. Der ADAC zeigt in seinen Fahrzeugkostenvergleichen, dass Elektroautos je nach Modell und Strompreis wirtschaftliche Vorteile haben können, aber nicht grundsätzlich in jeder Fahrzeugklasse günstiger sind.
Fazit aus der Sicht von PV-Navi
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Elektromobilität nicht nur aus Klimaschutzgründen interessant ist. Der geringere Energiebedarf macht Elektroautos auch wirtschaftlich zunehmend attraktiv. Besonders spannend ist die Verbindung zur Photovoltaik: Wer sein Fahrzeug mit eigenem Solarstrom versorgen kann, gewinnt zusätzliche Unabhängigkeit von schwankenden Energiepreisen. Die Energiewende wird damit im Alltag ganz konkret erfahrbar – auf dem Hausdach, an der Wallbox und bei jedem gefahrenen Kilometer.
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Quelle: Transport & Environment – Analyse zu Energiekosten und steigenden Ölpreisen (Mai 2026)
Foto: Symbolbild pixabay/andreas160578
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