In Tübingen ist ein neuer Meilenstein der erneuerbaren Energien eingeweiht worden: der Solarthermie-Park Au, bundesweit die drittgrößte Anlage dieser Art. Bei strahlendem Sonnenschein drückten Oberbürgermeister Boris Palmer, Vertreter der Stadtwerke Tübingen (swt) und der Projektleiter symbolisch den Startknopf für die Anlage – ein Moment, der die Stadt ein Stück näher an ihr Ziel bringt, bis 2030 klimaneutral zu werden.
Der Solarthermie-Park befindet sich in der Tübinger Südstadt an der Kreuzung der Bundesstraßen B27 und B28. Auf einer Fläche von 23.000 m², was etwa eineinhalb Fußballfeldern entspricht, sind silbern glänzende Kollektoren-Paneele installiert. Das Herzstück der Anlage bildet ein Großwärmespeicher, der die über die Paneele erhitzte Energie speichert und gezielt in das Fernwärmenetz einspeist. So können rund 400 Einfamilienhäuser zuverlässig mit Wärme versorgt werden.
Mit einer jährlichen Produktion von rund sechs Millionen Kilowattstunden Wärme leistet die Anlage einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz: pro Jahr werden dadurch etwa 880 Tonnen CO₂ eingespart. Die Kosten des Projekts beliefen sich auf insgesamt 15 Millionen Euro, wovon 5,7 Millionen Euro vom Bund gefördert wurden. Laut den Stadtwerken Tübingen ist der Park ein wichtiger Baustein zur Steigerung der Energieeffizienz und Versorgungssicherheit der Stadt.
Solarthermie: Wie funktioniert die Technik?
Optisch ähneln die Kollektoren-Paneele Photovoltaikanlagen. Im Inneren verlaufen jedoch Röhren mit Wasser, das durch die Sonnenstrahlung erhitzt wird. Die so erzeugte Wärme kann direkt für die Warmwasserbereitung und Heizung genutzt werden. Im Vergleich zu Photovoltaik-Anlagen ist Solarthermie in der Regel kostengünstiger und besonders effizient in der Nutzung von Sonnenenergie zur Wärmeerzeugung. Die Technik bietet sich vor allem für städtische Gebiete an, in denen Hausdächer verschattet oder nicht ausreichend groß sind.
Die Anlage ist außerdem ein gutes Beispiel für die Integration von erneuerbaren Energien in bestehende Fernwärmenetze. Durch die zentrale Einspeisung der Wärme profitieren auch Haushalte, die selbst keine Solarthermie-Anlagen auf ihrem Dach installieren können, insbesondere in der Altstadt Tübingens, wo enge Straßen und historische Gebäude den Einsatz einzelner Systeme erschweren.
Beitrag zur Klimaneutralität 2030
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer betont, dass der Solarthermie-Park ein Schritt in Richtung klimaneutrale Stadt 2030 ist. Der Anteil erneuerbarer Energien im Fernwärmenetz soll bis dahin über 50 Prozent betragen. Bereits bestehende Projekte wie die Solarparks „Lustnauer Ohren“ und „Traufwiese“ ergänzen das neue Vorhaben. Parallel werden auch Windparks diskutiert, um die Energieversorgung weiter zu diversifizieren und CO₂-Emissionen zu reduzieren.
Mit dem Solarthermie-Park Au zeigt Tübingen, wie Städte erneuerbare Technologien großflächig einsetzen können, um sowohl den Energiebedarf zu decken als auch einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Kombination aus technischer Innovation, städtischer Planung und politischem Engagement macht die Anlage zu einem Modellprojekt, das auch über die Region hinaus Aufmerksamkeit erregt.
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Quelle für Bild und Text: Presseerklärung der Stadtwerke Tübingen und Berichte im Fachportal Energie & Management sowie Bericht im der regionalen Zeitung Schwäbisches Tagblatt
Außerdem gibt es einen Bericht und einen kleinen Film beim SWR Fernsehen
Feierliche Einweihung mit OB Palmer — Bundesweit drittgrößter Solarthermie-Park steht in Tübingen
Foto: Im Vordergrund der Solarthermie-Park Au mit seinem Großwärmespeicher, im Hintergrund die Universitätsstadt Tübingen, die durch die Anlage bei der Wärmetransformation einen wichtigen Schritt vorangekommen ist (Stadtwerke Tübingen/Stormer)
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