Strom übrig? In Österreich wird überschüssige Energie einfach gespendet

Datum: 24. September 2026
Valentin Neuhauser und Matthias Nadrag engagieren sich mit Energiespenden 2.0 für armutsgefährdete Haushalte in Österreich.

Wer mit sei­ner Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge mehr Strom erzeugt als selbst benö­tigt, kann ihn ver­kau­fen oder ins Netz ein­spei­sen. In Öster­reich gibt es noch eine wei­te­re Mög­lich­keit: Strom spen­den. Über eine öster­reich­wei­te Ener­gie­ge­mein­schaft von eni­xi und Robin Power­hood wird über­schüs­si­ge Ener­gie an Haus­hal­te wei­ter­ge­ge­ben, die von Ener­gie­ar­mut betrof­fen sind. Das For­schungs­pro­jekt „Ener­gie­spen­den 2.0“ soll die­ses Modell nun deut­lich aus­bau­en. Gemein­sam mit Salz­burg Rese­arch und der Ener­gie­ge­nos­sen­schaft Our­Power wer­den tech­ni­sche und orga­ni­sa­to­ri­sche Lösun­gen ent­wi­ckelt, damit mög­lichst viel des gespen­de­ten Stroms tat­säch­lich bei den Men­schen ankommt, die Unter­stüt­zung benö­ti­gen.

 

Aus überschüssigem Solarstrom wird konkrete Hilfe

Das Prin­zip ist eben­so ein­fach wie sym­pa­thisch: Pro­du­ziert bei­spiels­wei­se eine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge mehr Strom, als im eige­nen Haus­halt benö­tigt wird, kann ein Teil die­ser Ener­gie ande­ren Men­schen zugu­te­kom­men. Neben Solar­strom kön­nen auch Über­schüs­se aus Wind- und Was­ser­kraft gespen­det wer­den.

Bis­lang gibt es aller­dings ein tech­ni­sches Pro­blem. Erzeu­gung und Ver­brauch wer­den in 15-Minu­ten-Zeit­fens­tern mit­ein­an­der ver­rech­net. Wird gera­de mehr Ener­gie gespen­det als die teil­neh­men­den Haus­hal­te benö­ti­gen, kann ein Teil davon nicht ent­spre­chend genutzt wer­den. Das Pro­jekt „Ener­gie­spen­den 2.0“ ent­wi­ckelt des­halb Lösun­gen, mit denen sol­che zeit­lich ver­teil­ten Über­schüs­se gebün­delt und bes­ser ver­wer­tet wer­den kön­nen. Ziel ist, den Ver­wer­tungs­grad von der­zeit rund 55 Pro­zent auf nahe­zu 100 Pro­zent zu erhö­hen.

 

Energiewende soll auch Menschen mit wenig Geld erreichen

Hin­ter dem Pro­jekt steckt ein erns­tes gesell­schaft­li­ches Pro­blem. Rund vier Pro­zent der öster­rei­chi­schen Haus­hal­te kön­nen es sich laut EU-SILC-Erhe­bung nicht leis­ten, ihre Woh­nung ange­mes­sen warm­zu­hal­ten. Das ent­spricht etwa 360.000 Men­schen. Gleich­zei­tig ent­ste­hen durch Pho­to­vol­ta­ik und ande­re erneu­er­ba­re Ener­gien immer häu­fi­ger Strom­über­schüs­se.

Lang­fris­tig soll „Ener­gie­spen­den 2.0“ meh­re­re zehn­tau­send Haus­hal­te errei­chen. Das Kon­sor­ti­um hält ein jähr­li­ches Spen­den­vo­lu­men im zwei­stel­li­gen Giga­watt­stun­den­be­reich für mög­lich. Neben der Tech­nik wer­den des­halb auch ein­fa­che Anmel­de­ver­fah­ren, neue Abrech­nungs­mo­del­le und Mög­lich­kei­ten einer voll­stän­di­gen Ener­gie­ver­sor­gung der unter­stütz­ten Haus­hal­te ent­wi­ckelt.

 

Fazit aus der Sicht von PV-Navi

Die Idee, über­schüs­si­gen erneu­er­ba­ren Strom an Men­schen wei­ter­zu­ge­ben, die Unter­stüt­zung bei ihren Ener­gie­kos­ten benö­ti­gen, ist für PV-Navi nicht neu. Bereits am 20. Mai 2025 haben wir unter der Über­schrift „Ein schö­nes Bei­spiel aus Öster­reich: Lidl, Rotes Kreuz und Robin Power­hood star­ten Strom­spen­de-Initia­ti­ve“ über einen sol­chen Ansatz berich­tet.

„Ener­gie­spen­den 2.0“ zeigt nun, dass die­se Idee wei­ter­ent­wi­ckelt wird. Ziel ist es, künf­tig deut­lich mehr des gespen­de­ten Stroms tat­säch­lich nutz­bar zu machen und damit wesent­lich mehr armuts­ge­fähr­de­te Haus­hal­te zu errei­chen. Genau sol­che Ent­wick­lun­gen ver­fol­gen wir ger­ne wei­ter: Eine gute Idee beginnt im Klei­nen, sam­melt prak­ti­sche Erfah­run­gen und kann anschlie­ßend Schritt für Schritt wach­sen.

Unse­ren Bericht vom 20. Mai 2025 fin­den Sie hier:
Ein schö­nes Bei­spiel aus Öster­reich: Lidl, Rotes Kreuz und Robin Power­hood star­ten Strom­spen­de-Initia­ti­ve

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Quel­le: Salz­burg Rese­arch For­schungs­ge­sell­schaft – „Gespen­de­ten Strom wirk­sa­mer gegen Ener­gie­ar­mut ein­set­zen“.

Und de offi­zi­el­le Pro­jekt­be­schrei­bung der öster­rei­chi­schen For­schungs­för­de­rungs­ge­sell­schaft. Dort steht auch das kon­kre­te Ziel, den Ver­wer­tungs­grad von etwa 55 auf nahe­zu 100 Pro­zent zu erhö­hen.

FFG – Pro­jekt Ener­gie­spen­den 2.0

 

Foto: Valen­tin Neu­hau­ser und Mat­thi­as Nad­rag enga­gie­ren sich mit Ener­gie­spen­den 2.0 für armuts­ge­fähr­de­te Haus­hal­te in Öster­reich.

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