Wer mit seiner Photovoltaikanlage mehr Strom erzeugt als selbst benötigt, kann ihn verkaufen oder ins Netz einspeisen. In Österreich gibt es noch eine weitere Möglichkeit: Strom spenden. Über eine österreichweite Energiegemeinschaft von enixi und Robin Powerhood wird überschüssige Energie an Haushalte weitergegeben, die von Energiearmut betroffen sind. Das Forschungsprojekt „Energiespenden 2.0“ soll dieses Modell nun deutlich ausbauen. Gemeinsam mit Salzburg Research und der Energiegenossenschaft OurPower werden technische und organisatorische Lösungen entwickelt, damit möglichst viel des gespendeten Stroms tatsächlich bei den Menschen ankommt, die Unterstützung benötigen.
Aus überschüssigem Solarstrom wird konkrete Hilfe
Das Prinzip ist ebenso einfach wie sympathisch: Produziert beispielsweise eine Photovoltaikanlage mehr Strom, als im eigenen Haushalt benötigt wird, kann ein Teil dieser Energie anderen Menschen zugutekommen. Neben Solarstrom können auch Überschüsse aus Wind- und Wasserkraft gespendet werden.
Bislang gibt es allerdings ein technisches Problem. Erzeugung und Verbrauch werden in 15-Minuten-Zeitfenstern miteinander verrechnet. Wird gerade mehr Energie gespendet als die teilnehmenden Haushalte benötigen, kann ein Teil davon nicht entsprechend genutzt werden. Das Projekt „Energiespenden 2.0“ entwickelt deshalb Lösungen, mit denen solche zeitlich verteilten Überschüsse gebündelt und besser verwertet werden können. Ziel ist, den Verwertungsgrad von derzeit rund 55 Prozent auf nahezu 100 Prozent zu erhöhen.
Energiewende soll auch Menschen mit wenig Geld erreichen
Hinter dem Projekt steckt ein ernstes gesellschaftliches Problem. Rund vier Prozent der österreichischen Haushalte können es sich laut EU-SILC-Erhebung nicht leisten, ihre Wohnung angemessen warmzuhalten. Das entspricht etwa 360.000 Menschen. Gleichzeitig entstehen durch Photovoltaik und andere erneuerbare Energien immer häufiger Stromüberschüsse.
Langfristig soll „Energiespenden 2.0“ mehrere zehntausend Haushalte erreichen. Das Konsortium hält ein jährliches Spendenvolumen im zweistelligen Gigawattstundenbereich für möglich. Neben der Technik werden deshalb auch einfache Anmeldeverfahren, neue Abrechnungsmodelle und Möglichkeiten einer vollständigen Energieversorgung der unterstützten Haushalte entwickelt.
Fazit aus der Sicht von PV-Navi
Die Idee, überschüssigen erneuerbaren Strom an Menschen weiterzugeben, die Unterstützung bei ihren Energiekosten benötigen, ist für PV-Navi nicht neu. Bereits am 20. Mai 2025 haben wir unter der Überschrift „Ein schönes Beispiel aus Österreich: Lidl, Rotes Kreuz und Robin Powerhood starten Stromspende-Initiative“ über einen solchen Ansatz berichtet.
„Energiespenden 2.0“ zeigt nun, dass diese Idee weiterentwickelt wird. Ziel ist es, künftig deutlich mehr des gespendeten Stroms tatsächlich nutzbar zu machen und damit wesentlich mehr armutsgefährdete Haushalte zu erreichen. Genau solche Entwicklungen verfolgen wir gerne weiter: Eine gute Idee beginnt im Kleinen, sammelt praktische Erfahrungen und kann anschließend Schritt für Schritt wachsen.
Unseren Bericht vom 20. Mai 2025 finden Sie hier:
Ein schönes Beispiel aus Österreich: Lidl, Rotes Kreuz und Robin Powerhood starten Stromspende-Initiative
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Quelle: Salzburg Research Forschungsgesellschaft – „Gespendeten Strom wirksamer gegen Energiearmut einsetzen“.
Und de offizielle Projektbeschreibung der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft. Dort steht auch das konkrete Ziel, den Verwertungsgrad von etwa 55 auf nahezu 100 Prozent zu erhöhen.
FFG – Projekt Energiespenden 2.0
Foto: Valentin Neuhauser und Matthias Nadrag engagieren sich mit Energiespenden 2.0 für armutsgefährdete Haushalte in Österreich.
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Anmerkung:
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