Wenn von Solarenergie gesprochen wird, denken viele zunächst an Photovoltaik und die Erzeugung von Strom. Doch die Sonne kann weit mehr. Das neue Jahrbuch „Solare Wärme 2026“ zeigt, wie Solarthermie zur Wärmeversorgung von Wohnhäusern, Wärmenetzen und Industrie beitragen kann. Dabei geht es längst nicht mehr nur um warmes Wasser auf dem eigenen Hausdach, sondern um moderne Energiesysteme, in denen Strom und Wärme intelligent zusammenspielen.
Solarthermie kann Wärmepumpen entlasten
Moderne Solarthermieanlagen haben sich technologisch deutlich weiterentwickelt und lassen sich zunehmend flexibel mit anderen Heizsystemen kombinieren. Besonders interessant ist die Verbindung mit Wärmepumpen.
In sonnenreichen Monaten kann Solarthermie einen erheblichen Teil der Warmwasserbereitung übernehmen. Die Wärmepumpe muss dadurch weniger arbeiten und benötigt entsprechend weniger Strom. In intelligent kombinierten Energiesystemen können solche Lösungen zudem helfen, Lastspitzen im Stromnetz zu reduzieren.
Strom und Wärme vom selben Dach
Eine interessante Entwicklung sind PVT-Kollektoren. Sie verbinden Photovoltaik und Solarthermie auf einer Fläche und erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme.
Damit lässt sich die vorhandene Dachfläche doppelt nutzen. Gerade dort, wo wenig Platz zur Verfügung steht oder ein möglichst hoher Energieertrag aus einer begrenzten Fläche erzielt werden soll, können solche kombinierten Systeme interessant sein.
Sonnenwärme für ganze Gemeinden
Solarthermie funktioniert längst nicht mehr nur auf Einfamilienhäusern. Große Freiflächenanlagen können Wärme erzeugen und direkt in kommunale oder ländliche Wärmenetze einspeisen.
In Verbindung mit großen Wärmespeichern lässt sich die Sonnenenergie teilweise über längere Zeiträume speichern. Damit kann Solarthermie auch einen Beitrag zur Wärmewende ganzer Quartiere und Gemeinden leisten.
Auch die Industrie kann die Sonne nutzen
Ein weiterer Einsatzbereich ist die industrielle Prozesswärme. Viele Unternehmen benötigen große Mengen Wärme für Produktionsprozesse. Konzentrierende solarthermische Anlagen können einen Teil dieser Energie bereitstellen und damit den Verbrauch fossiler Energieträger reduzieren.
Das Jahrbuch zeigt auf 116 Seiten aktuelle Technologien, Anwendungen und Markttrends und macht deutlich, wie breit das Einsatzspektrum der Solarthermie inzwischen geworden ist.
Fazit von PV-Navi
Photovoltaik hat in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Entwicklung genommen – aber die Sonne kann eben nicht nur Strom. Gerade bei der Wärmewende sollten wir Solarthermie und neue Kombinationen aus Strom- und Wärmeerzeugung stärker mitdenken. Entscheidend ist am Ende nicht, welche Technologie allein gewinnt. Entscheidend ist, erneuerbare Energien dort sinnvoll miteinander zu verbinden, wo sie ihre jeweiligen Stärken am besten ausspielen können.
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Quelle: Alfons W. Gentner Verlag / Gentner Energy Media:
Jahrbuch Solare Wärme 2026.
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