Klein, überschaubar – und dennoch mit großen Ambitionen: Die Karibikinsel Curaçao will ihre Energieversorgung grundlegend umbauen. Bis zum Jahr 2040 soll das Eiland klimaneutral werden, obwohl heute noch ein Großteil der Stromerzeugung auf Öl basiert. Wie dieser tiefgreifende Wandel gelingen kann, untersucht das Fraunhofer IGCV im Rahmen eines innovativen Forschungsansatzes.
Ausgangspunkt ist eine sogenannte Inselchallenge, die von der Greening the Island Foundation auf der Solarwirtschaftsmesse Intersolar 2025 initiiert wurde. Ziel: realistische, übertragbare Konzepte für eine klimafreundliche Energieversorgung unter begrenzten räumlichen und infrastrukturellen Bedingungen zu entwickeln.
180-Grad-Wende für die Energieversorgung
Curaçaos Fläche ist etwa mit der von Köln vergleichbar, die Einwohnerzahl jedoch deutlich geringer. Genau diese Kombination macht die Insel zu einem spannenden Reallabor für die Energiewende. Die Herausforderung ist klar: Hohe Sonneneinstrahlung, begrenzte Flächen, ein stark wachsender Strombedarf – und gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern.
Das Fraunhofer IGCV analysiert in seinem Projekt, wie Photovoltaik, Windenergie und intelligente Energiesysteme optimal miteinander kombiniert werden können. Dabei geht es nicht nur um einzelne Anlagen, sondern um das Zusammenspiel von Erzeugung, Speicherung und Netzintegration. Simulationen helfen, unterschiedliche Szenarien zu bewerten und realistische Ausbaupfade aufzuzeigen.
Photovoltaik als Schlüsseltechnologie
Photovoltaik spielt in den Konzepten eine zentrale Rolle. Die konstant hohe Sonneneinstrahlung bietet ideale Voraussetzungen für Solarstrom – sowohl auf Dächern als auch auf geeigneten Freiflächen. Ergänzt wird die Solarenergie durch Windkraft und intelligente Steuerungssysteme, um Versorgungssicherheit auch bei schwankender Erzeugung zu gewährleisten.
Ein weiterer Fokus liegt auf der effizienten Nutzung der vorhandenen Infrastruktur. Inselnetze reagieren besonders sensibel auf Lastspitzen und Erzeugungsschwankungen. Deshalb werden Speicherlösungen und digitale Werkzeuge zur Netzstabilisierung von Anfang an mitgedacht. Ziel ist eine robuste, klimafreundliche Energieversorgung, die auch wirtschaftlich tragfähig ist.
Fazit:
Curaçao zeigt exemplarisch, wie die Energiewende auch unter anspruchsvollen Bedingungen gelingen kann. Die Arbeit des Fraunhofer IGCV macht deutlich, dass Photovoltaik, kombiniert mit intelligenter Systemplanung, ein zentraler Hebel für klimaneutrale Inseln ist. Was hier entwickelt wird, kann weit über die Karibik hinaus als Blaupause für andere Regionen dienen.
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Quelle für Bild und Text: Presseerklärung Fraunhofer
Hier kommen Sie zu der gesamten Presseerklärung
Fraunhofer IGCV untersucht innovative Ansätze zur klimafreundlichen Energieversorgung
Foto: pexels.com/Enzo Renz
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