Die Energiewende braucht nicht nur Photovoltaik auf Dächern und Freiflächen, sondern auch leistungsfähige Forschungseinrichtungen, die neue Technologien bis zur industriellen Reife bringen. Ein herausragendes Beispiel dafür sind die Solartürme des Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt am Standort Jülich. Die Großforschungsanlage gilt als einzigartig in Europa und zeigt, wie konzentrierte Sonnenenergie praxisnah für Industrie, Energieversorgung und zukünftige Energieträger nutzbar gemacht werden kann.
Mit ihren beiden Solartürmen und einem Feld aus tausenden beweglichen Spiegeln bündeln die Forscherinnen und Forscher die Sonnenstrahlung auf einen zentralen Receiver. Dort entstehen extrem hohe Temperaturen, die unter realen Bedingungen genutzt werden können – ein entscheidender Vorteil gegenüber rein theoretischen Laborversuchen.
Forschung unter realen Bedingungen – vom Labor zur Industrie
Die Solartürme in Jülich ermöglichen es, Anlagen und Komponenten im industriellen Maßstab zu erproben. Genau das macht die Anlage so wertvoll für die Energiewende: Technologien müssen nicht nur funktionieren, sie müssen zuverlässig, skalierbar und wirtschaftlich sein. In Jülich werden deshalb unter anderem Receiver, Wärmeträger und Speichersysteme getestet, die später in solarthermischen Kraftwerken oder industriellen Prozessen eingesetzt werden können.
Ein besonderer Fokus liegt auf Hochtemperatur-Anwendungen. Temperaturen von mehreren hundert Grad Celsius eröffnen neue Möglichkeiten, etwa für die Produktion von Prozesswärme oder für chemische Reaktionen. Damit rücken Branchen in den Blick, die bislang nur schwer zu dekarbonisieren sind – etwa die Stahl‑, Chemie- oder Zementindustrie. Die Forschung in Jülich zeigt: Sonnenenergie kann weit mehr leisten als nur Stromerzeugung.
Schlüsselrolle für Speicher, Wasserstoff und solare Brennstoffe
Neben der Strom- und Wärmeerzeugung spielen die Solartürme auch eine wichtige Rolle bei der Entwicklung zukünftiger Energieträger. In Jülich werden solarthermochemische Verfahren erforscht, mit denen sich Wasserstoff oder synthetische Kraftstoffe allein mithilfe von Sonnenenergie herstellen lassen. Diese sogenannten solaren Brennstoffe könnten langfristig dort eingesetzt werden, wo direkte Elektrifizierung an ihre Grenzen stößt.
Gleichzeitig ist die Anlage eine offene Plattform für Kooperationen mit Industriepartnern. Unternehmen können ihre Technologien unter realen Bedingungen testen und weiterentwickeln – ein entscheidender Schritt, um Innovationen schneller in die Praxis zu bringen.
Fazit:
Die Solartürme in Jülich sind weit mehr als ein Forschungsprojekt. Sie sind ein Symbol dafür, wie Wissenschaft, Industrie und Energiewende zusammenspielen können. Während Photovoltaik den Ausbau der Stromerzeugung vorantreibt, liefern Anlagen wie diese die Lösungen für Wärme, Speicher und neue Energieträger. Genau solche Bausteine braucht die Energiewende, um langfristig erfolgreich zu sein.
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Quelle für Bild und Text: Presseerklärung Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
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Solartürme Jülich
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