Ein Jahr Praxiserfahrung zeigt: Die Agri-Photovoltaikanlage in Bodensdorf bei Wieselburg in Niederösterreich verbindet erfolgreich Landwirtschaft und Solarstromerzeugung. Rund 1,85 Millionen Kilowattstunden Sonnenstrom hat die Anlage im ersten Betriebsjahr erzeugt. Gleichzeitig wachsen darunter weiterhin Beeren – und profitieren sogar vom Schutz der Solarmodule vor intensiver Sonne und Unwettern.
4.760 Solarmodule über den Beeren
Die gemeinsam von RWA Raiffeisen Ware Austria und Wurzers Genuss- und Erlebnishof realisierte Anlage erstreckt sich über rund 20.000 Quadratmeter. Insgesamt 4.760 Photovoltaikmodule erreichen eine Leistung von 1.904 Kilowattpeak.
Die reine Modulfläche beträgt rund 12.300 Quadratmeter. Der erwartete Jahresertrag liegt bei etwa 1,98 Millionen Kilowattstunden. Mit 1,85 Millionen Kilowattstunden im ersten Betriebsjahr ist die Anlage diesem Wert bereits sehr nahe gekommen.
Solardach schützt die Ernte
Besonders interessant ist die Wirkung auf die Landwirtschaft. Die Photovoltaikmodule erzeugen nicht nur Strom, sondern schützen die darunter wachsenden Beeren vor Unwettern und zu intensiver Sonneneinstrahlung.
Nach den Erfahrungen des ersten Jahres wirkt sich das positiv auf die Fruchtqualität aus. Selbst für die Kunden des Hofes hat die Konstruktion einen angenehmen Nebeneffekt: An heißen Sommertagen lässt sich unter dem Solardach deutlich angenehmer pflücken.
Aus Beeren werden „Strombeeren“
Ein Teil des erzeugten Solarstroms bleibt unmittelbar in der Region. Über die Energiegemeinschaft „STROMBEEREN“ werden Haushalte, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen mit regional erzeugter Energie versorgt.
Damit verbindet das Projekt nicht nur Landwirtschaft und Photovoltaik auf derselben Fläche. Auch ein Teil der wirtschaftlichen Wertschöpfung bleibt im Mostviertel.
Eine Fläche erfüllt mehrere Aufgaben
Agri-PV soll einen häufig genannten Konflikt entschärfen: Muss eine Fläche entweder der Landwirtschaft oder der Energieerzeugung dienen?
Bodensdorf zeigt, dass beides gleichzeitig möglich sein kann. Auf derselben Fläche werden Lebensmittel produziert und erneuerbarer Strom erzeugt. Gleichzeitig übernehmen die Module eine Schutzfunktion für die Kulturen und können damit helfen, die Landwirtschaft besser an zunehmende Wetterextreme anzupassen.
Fazit von PV-Navi
Agri-PV klingt auf dem Papier überzeugend – entscheidend ist aber, ob sie sich auch im landwirtschaftlichen Alltag bewährt. Genau deshalb ist die Bilanz aus Bodensdorf interessant. Nach einem Jahr gibt es nicht nur reichlich Solarstrom, sondern auch positive Erfahrungen beim Anbau der Beeren. Wenn eine Fläche gleichzeitig Lebensmittel produziert, erneuerbare Energie liefert und die Pflanzen besser vor Wetterextremen schützt, wird aus der vermeintlichen Flächenkonkurrenz plötzlich eine ziemlich intelligente Mehrfachnutzung.
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Quelle für Bild und Text: Presseerklärung RWA Raiffeisen Ware Austria AG
Foto: Heidelbeeren unter Photovoltaik, Das Projektteam bei der Eröffnung (Markus Wurzer, Dominik Wurzer, Klemens Neubauer/RWA, Karin Wurzer, Leo Wurzer, Maria Wurzer, Sebastian Geer/ RWA, Oliver Eisenhöld/ RWA, Oliver Eisenhöld /RWA, Bernd Raudschus, DMEGC Solar, © RWA)
Weitere Informationen und Neuigkeiten zur Energiewende und den Möglichkeiten in der Landwirtschaft finden Sie auch in unserem PV-Navi-ABC unter Agri-Photovoltaik
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