Solarbetriebene Kläranlage: Nachhaltige Abwasserreinigung mit Sonnenenergie

Datum: 12. Januar 2026
Zwei Techniker überprüfen eine solarbetriebene Notfallkläranlage in der Kläranlage Lollar.

In Lol­lar (Land­kreis Gießen/Hessen) läuft der­zeit ein viel­ver­spre­chen­der Pra­xis­test für eine solar­be­trie­be­ne Klär­an­la­ge: Im Rah­men des For­schungs­pro­jekts „EnsAK“ (Ent­wick­lung einer neu­ar­ti­gen, solar­be­trie­be­nen Abwas­ser­be­hand­lung für den Kata­stro­phen­fall) wird Abwas­ser mit einer Anla­ge gerei­nigt, die tags­über aus­schließ­lich mit Solar­strom betrie­ben wird. Das Pro­jekt wird von der Tech­ni­sche Hoch­schu­le Mit­tel­hes­sen gelei­tet und vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für For­schung, Tech­no­lo­gie und Raum­fahrt mit rund 242.500 Euro geför­dert.

Der prak­ti­sche Ver­such folgt auf erfolg­rei­che Labor­un­ter­su­chun­gen. Seit Sep­tem­ber 2025 ist die Anla­ge in einer kom­mu­na­len Klär­an­la­ge in Betrieb, auf­ge­baut von dem Unter­neh­men Say­gin & Stein und beglei­tet vom Zweck­ver­band Lol­lar-Stau­fen­berg. Kern der Anla­ge sind ein Reak­tor, sta­bi­le Schaum­stoff­wür­fel und Mikro­or­ga­nis­men, die das vor­ge­r­ei­nig­te Abwas­ser wei­ter auf­be­rei­ten. Stu­die­ren­de der THM beglei­ten den Betrieb vor Ort und über­wa­chen die Effek­ti­vi­tät der Rei­ni­gung.

 

Solarenergie trifft Wassertechnik

Das Beson­de­re am Pro­jekt ist, dass der Klär­pro­zess tags­über mit Solar­strom betrie­ben wird, der durch Pho­to­vol­ta­ik erzeugt wur­de. In der Nacht ruht die Anla­ge, was die Abhän­gig­keit von exter­nen Ener­gie­quel­len mini­miert und die Aut­ar­kie der Was­ser­rei­ni­gung erhöht. Die Kom­bi­na­ti­on aus Solar­ener­gie und cle­ve­rer Umwelt­tech­nik macht den Ansatz gera­de für Not­fall­sze­na­ri­en und abge­le­ge­ne Regio­nen inter­es­sant, in denen kei­ne durch­ge­hen­de Strom­ver­sor­gung sicher­ge­stellt ist.

Die Pra­xis­an­la­ge hat bereits gezeigt, dass sie die in Deutsch­land gel­ten­den Grenz­wer­te für orga­ni­sche Schmutz­fracht um etwa 90 Pro­zent sen­ken kann, wäh­rend Stick­stoff um rund 60 bis 70 Pro­zent redu­ziert wird. Regel­mä­ßi­ge Pro­ben und Labor­ana­ly­sen sol­len Auf­schluss dar­über geben, wie sich die Sys­tem­leis­tung über ver­schie­de­ne Jah­res­zei­ten und Tem­pe­ra­tu­ren ent­wi­ckelt. Ziel ist es, die Tech­nik so wei­ter­zu­ent­wi­ckeln, dass sie jeder­zeit schnell instal­liert und betrie­ben wer­den kann – zum Bei­spiel bei Natur­ka­ta­stro­phen oder in Kri­sen­ge­bie­ten.

 

Perspektiven für Klima, Umwelt und Krisensicherheit

EnsAK ist nicht nur eine tech­ni­sche Lösung, son­dern ein Bei­spiel dafür, wie Ener­gie­wen­de, Solar­ener­gie und nach­hal­ti­ge Was­ser­tech­nik zusam­men­wir­ken kön­nen. Die mög­li­che Mobi­li­tät der Anla­ge, der solar­be­trie­be­ne Betrieb und die Ein­hal­tung stren­ger Abwas­ser­grenz­wer­te zei­gen, dass Pho­to­vol­ta­ik auch in sys­tem­über­grei­fen­den Umwelt­tech­no­lo­gien eine Rol­le spielt. Lang­fris­tig könn­te eine opti­mier­te Ver­si­on der Anla­ge welt­weit dort ein­ge­setzt wer­den, wo sau­be­res Was­ser und Ener­gie­aut­ar­kie gefragt sind.

 

Fazit:
Mit der solar­be­trie­be­nen Klär­an­la­ge in Lol­lar demons­triert die THM, wie erneu­er­ba­re Ener­gie­flüs­se und umwelt­tech­ni­sche Inno­va­tio­nen prak­tisch zusam­men­ge­führt wer­den kön­nen. Das Pro­jekt lie­fert damit ein kon­kre­tes Bei­spiel, wie Pho­to­vol­ta­ik und Ener­gie­wen­de in brei­te­ren tech­ni­schen Fel­dern wir­ken – von kom­mu­na­ler Was­ser­auf­be­rei­tung bis hin zur Kri­sen­vor­sor­ge.

Foto: In der Klär­an­la­ge in Lol­lar hat das For­schungs­team die Not­fall­klär­an­la­ge auf­ge­baut. Die Stu­den­ten Nico­las Jost (li.) und Lou­is Mül­ler über­prü­fen, ob alles funk­tio­niert.

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Quel­le für Bild und Text: Pres­se­er­klä­rung von Tech­ni­sche Hoch­schu­le Mit­tel­hes­sen

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Solar­be­trie­be­ne Klär­an­la­ge rei­nigt Abwas­ser

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