Gestern haben wir bei PV-Navi gezeigt, wie Elektroautos in Utrecht bereits als mobile Stromspeicher genutzt werden. Heute kommt eine Zahl aus Deutschland dazu, die zeigt, welches Potenzial hinter dieser Idee steckt: Von Januar bis August 2026 wurden hierzulande bereits 515.545 rein batterieelektrische Pkw neu zugelassen. Damit fährt inzwischen mehr als jeder vierte neu zugelassene Pkw ausschließlich mit Strom. Der Anteil liegt bei 26,2 Prozent – gegenüber den ersten acht Monaten des vergangenen Jahres bedeutet das einen Zuwachs von 53,1 Prozent.
Eine halbe Million neue Elektroautos in acht Monaten
Insgesamt wurden zwischen Januar und August 2026 knapp 1,97 Millionen neue Pkw in Deutschland zugelassen. 515.545 davon waren reine Batterieautos. Hinzu kamen 219.808 Plug-in-Hybride. Nimmt man beide Gruppen zusammen, kamen Fahrzeuge mit Stecker damit auf mehr als 735.000 Neuzulassungen.
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den reinen Elektroautos. Während der gesamte Pkw-Markt gegenüber dem Vorjahreszeitraum nur vergleichsweise moderat wuchs, legten die Neuzulassungen batterieelektrischer Fahrzeuge um mehr als die Hälfte zu. Die Elektromobilität wächst damit deutlich schneller als der gesamte Neuwagenmarkt.
Besonders wertvoll wird die Batterie mit Sonne und Wind
Interessant wird diese Entwicklung, wenn man sie mit unserer gestrigen PV-Navi-News aus Utrecht zusammendenkt. Dort werden Elektroautos bereits bidirektional geladen: Die Fahrzeugbatterien nehmen Strom auf, wenn er reichlich vorhanden ist, und können Energie später bei Bedarf wieder ins öffentliche Netz zurückspeisen.
Besonders sinnvoll wird dieses Prinzip, wenn gerade mehr Strom aus Photovoltaik und Windenergie erzeugt wird, als unmittelbar benötigt oder vom Netz aufgenommen werden kann. Statt Erzeugungsanlagen wegen Netzengpässen abzuregeln, kann ein Teil des überschüssigen Stroms in den Batterien angeschlossener Elektroautos gespeichert werden. Wird die Energie später benötigt, kann sie wieder zur Verfügung stehen.
Damit bekommt die wachsende Zahl von Elektroautos eine zweite Bedeutung. Jedes neue Elektroauto bringt nicht nur einen elektrischen Antrieb auf die Straße, sondern auch eine große Batterie. Werden bidirektionales Laden und Vehicle-to-Grid künftig breiter verfügbar, könnten viele dieser ohnehin vorhandenen Speicher helfen, Erzeugung und Verbrauch erneuerbarer Energien zeitlich besser zusammenzubringen.
Fazit aus der Sicht von PV-Navi
Elektromobilität wird besonders interessant, wenn das Auto mit Strom aus erneuerbaren Energien geladen wird. Wer eine eigene Photovoltaikanlage besitzt, kann einen Teil seiner Mobilität direkt vom eigenen Dach versorgen – und wird damit unabhängiger von Strompreisen und fossilen Kraftstoffen.
Dabei kann die Batterie im Auto zunehmend mehr sein als nur der Energiespeicher fürs Fahren. Wird sie beispielsweise mittags mit günstigem Solarstrom geladen, steht diese Energie am Abend zur Verfügung – für die nächste Fahrt und perspektivisch, beim bidirektionalen Laden, sogar wieder für Haus oder Stromnetz. So können Elektromobilität, Photovoltaik und intelligentes Laden immer stärker zusammenspielen.
Und um noch einmal an die gestrige NEWS anzuknüpfen: Vielleicht sollten wir künftig bei der Zahl der Elektroautos nicht nur fragen: Wie viele fahren schon elektrisch? Sondern auch: Wie viele Stromspeicher stehen da eigentlich auf unseren Straßen?
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Quellen
VDA – Monatszahlen zu Pkw-Neuzulassungen und Elektromobilität
VDIK – Marktdaten zu alternativen Antrieben
Foto: PV-Navi/ChatGPT (KI-generiert)
Weitere Informationen und Neuigkeiten finden Sie auch in unserem PV-Navi-ABC unter Elektromobilität (E‑Mobilität)
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Anmerkung:
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