Was passiert, wenn Menschen aus aller Welt zusammenkommen, die nicht länger darauf warten wollen, dass andere die Energiewende für sie gestalten? Im April 2025 trafen sich in Brasilien mehr als 200 engagierte Menschen aus über 70 Ländern, um genau darüber zu sprechen – und gemeinsam praktische Lösungen zu entwickeln. Bei der internationalen Veranstaltung „Renew Our Power“ ging es nicht nur um Klimaschutzforderungen, sondern vor allem darum, wie Dorfgemeinschaften, Bürgerinitiativen und lokale Organisationen ihre eigene Versorgung mit erneuerbarer Energie aufbauen können. Im Mittelpunkt stand eine einfache Idee: Wer Energie vor Ort erzeugt und gemeinschaftlich organisiert, gewinnt auch ein Stück Unabhängigkeit.
Gemeinsam lernen, statt auf Lösungen zu warten
Organisiert wurde das fünftägige Treffen durch die internationale Klimaschutzorganisation 350.org und ihre Partner. Neben den mehr als 200 Teilnehmenden vor Ort beteiligten sich weitere Menschen aus zahlreichen Ländern über das Internet.
In Workshops und Gesprächsrunden tauschten sie Erfahrungen mit gemeinschaftlichen Solarprojekten, lokalen Stromnetzen und der Finanzierung erneuerbarer Energien aus. Dabei ging es auch um die Frage, wie Menschen selbst Projekte anstoßen können, wenn ihnen bislang das Geld, das technische Wissen oder die politische Unterstützung fehlen.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den Erfahrungen indigener Gemeinschaften und von Menschen, die von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen sind.
Ein Beispiel aus dem Amazonasgebiet macht Mut
Wie viel gemeinschaftliche Energieversorgung verändern kann, zeigte unter anderem Maria Cunha aus São Raimundo im brasilianischen Amazonasgebiet. Dort nutzt die Dorfgemeinschaft Einnahmen aus der nachhaltigen Bewirtschaftung des Pirarucu, eines großen Süßwasserfisches, um gemeinschaftlich betriebene erneuerbare Energieversorgung aufzubauen.
Während die Stromversorgung früher eingeschränkt und unzuverlässig war, steht der Gemeinschaft nach Angaben der Veranstalter inzwischen rund um die Uhr Elektrizität zur Verfügung. Das schafft neue Möglichkeiten für den Alltag und die wirtschaftliche Entwicklung. Solche Beispiele machten deutlich, dass Energiewende nicht überall gleich aussehen muss. Entscheidend ist, welche Lösung zu den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Menschen vor Ort passt.
Auch die brasilianische Umweltministerin hörte zu
Das Treffen blieb nicht auf den Austausch unter den Teilnehmenden beschränkt. Eine Delegation übergab in Brasília Forderungen für eine gerechte Energiewende, die von mehr als 180 Organisationen unterstützt wurden. Sie richteten sich an die Präsidentschaft der damaligen Weltklimakonferenz COP30.
Zum Abschluss sprach auch die brasilianische Umweltministerin Marina Silva zu den Teilnehmenden. Sie betonte die Bedeutung einer gerechten Energiewende und die Notwendigkeit, diese bei politischen Entscheidungen stärker zu berücksichtigen. Aus dem Treffen gingen neue Kontakte, gemeinsame Vorhaben und Pläne für weitere lokale Initiativen hervor. Wie viele zusätzliche Energieprojekte daraus tatsächlich entstehen, lässt sich bislang allerdings nicht beziffern.
Fazit aus der Sicht von PV-Navi
Die Energiewende braucht große Investitionen und leistungsfähige Stromnetze. Aber sie braucht genauso Menschen, die vor Ort Verantwortung übernehmen und gemeinsam etwas aufbauen. Besonders interessant ist an „Renew Our Power“, dass nicht nur über erneuerbare Energien gesprochen wurde. Menschen, die bereits praktische Erfahrungen gesammelt haben, gaben ihr Wissen an andere weiter. So können aus einzelnen erfolgreichen Projekten neue Initiativen entstehen.
Photovoltaik eignet sich dafür besonders gut: Sie lässt sich auf kleinen Gebäuden ebenso einsetzen wie in gemeinschaftlichen Anlagen und kann dort Strom liefern, wo eine zuverlässige Versorgung bisher fehlt. Vielleicht liegt darin eine der größten Stärken der Energiewende: Sie kann Menschen miteinander verbinden, die Tausende Kilometer voneinander entfernt leben, aber an ganz ähnlichen Lösungen arbeiten.
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Quellen
350.org – Bericht über das internationale Treffen vom 18. April 2025: https://350.org/blog/renew-our-power-the-renewables-revolution-is-unstoppable/
350.org – Offizielle Veranstaltungsseite mit Ergebnissen, Fotos und Praxisbeispielen: https://350.org/renew-our-power/
350.org – Rückblick mit weiteren Hintergründen und Bildern: https://350.org/blog/our-power-good-climate-news-renewing-our-power/
Bild: Arte da Conversa / 350.org (grafische Dokumentation des Renew Our Power Gathering)
Weitere Informationen und Neuigkeiten und dem Photovoltaik-Ausbau aus aller Welt finden Sie auch in unserem PV-Navi-ABC unter PV-International
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