Die Sonne hilft beim Aufräumen

Datum: 6. November 2026
Solarbetriebener Abfallbehälter CITYSOLAR mit integrierter Müllpresse, Fußpedal und Photovoltaikmodul auf der Oberseite.

Pho­to­vol­ta­ik begeg­net uns längst nicht mehr nur auf Haus­dä­chern, in Solar­parks oder an Bal­ko­nen. Manch­mal steckt sie an Orten, an denen wir kaum damit rech­nen: Bei­spiels­wei­se auf öffent­li­chen Abfall­be­häl­tern. In immer mehr Städ­ten ste­hen intel­li­gen­te Müll­ei­mer, die mit­hil­fe von Solar­strom ihren Inhalt auto­ma­tisch zusam­men­pres­sen und ihren Füll­stand digi­tal mel­den. Das schafft Platz, erleich­tert die Arbeit der Stadt­rei­ni­gung und kann unnö­ti­ge Ent­lee­rungs­fahr­ten ver­mei­den. Bei­spie­le aus Koblenz, Neun­kir­chen und Düs­sel­dorf zei­gen, wie aus einer klei­nen Solar­an­la­ge eine prak­ti­sche Lösung für den kom­mu­na­len All­tag wird.

 

Koblenz: Sechs intelligente Mülleimer im Praxistest

Seit April 2026 tes­tet der Kom­mu­na­le Ser­vice­be­trieb Koblenz sechs solar­be­trie­be­ne Abfall­be­häl­ter an aus­ge­wähl­ten Stand­or­ten in der Innen­stadt. Einer davon steht am Löhr­ron­dell. Die Beson­der­heit: Eine inte­grier­te Pres­se ver­dich­tet den ein­ge­wor­fe­nen Abfall, sodass die Behäl­ter das Fünf­fa­che ihres eigent­li­chen Volu­mens auf­neh­men kön­nen.

Den Strom für die Pres­se und die digi­ta­le Füll­stands­mel­dung lie­fert ein Pho­to­vol­ta­ik­mo­dul auf der Ober­sei­te. Die Ein­wurf­klap­pe lässt sich per Hand oder Fuß­pe­dal öff­nen. Ein zusätz­li­cher Ein­wurf für Ziga­ret­ten­stum­mel und das geschlos­se­ne Gehäu­se sol­len außer­dem dazu bei­tra­gen, die Umge­bung sau­ber zu hal­ten.

 

Neunkirchen: 28 Solarbehälter und eine positive Zwischenbilanz

Die saar­län­di­sche Kreis­stadt Neun­kir­chen ging im Novem­ber 2025 einen grö­ße­ren Schritt und stell­te 28 solar­be­trie­be­ne Abfall­be­häl­ter des Typs Big­bel­ly auf. Durch die auto­ma­ti­sche Ver­dich­tung kön­nen sie nach Anga­ben der Stadt bis zu sie­ben­mal mehr Abfall auf­neh­men als her­kömm­li­che Behäl­ter.

Im Juni 2026 zog die Stadt eine ers­te posi­ti­ve Zwi­schen­bi­lanz und ver­län­ger­te die Miet­dau­er der Anla­gen. Die inte­grier­te Soft­ware mel­det Füll­stän­de und Stö­run­gen, sodass Kon­troll­fahr­ten redu­ziert und die Ent­lee­run­gen bes­ser orga­ni­siert wer­den kön­nen. Eini­ge Behäl­ter erhiel­ten außer­dem Hal­te­run­gen für Pfand­fla­schen. Beschä­di­gun­gen durch Van­da­lis­mus gehö­ren aller­dings lei­der auch zu den Her­aus­for­de­run­gen im prak­ti­schen Betrieb.

 

Düsseldorf: Aus zwei Testbehältern wurden vierzehn

In Düs­sel­dorf begann der Ein­satz bereits im Febru­ar 2024 mit zwei solar­be­trie­be­nen Abfall­be­häl­tern des Modells CITYSOLAR. Nach einem erfolg­rei­chen Test wur­den im Juni des­sel­ben Jah­res zwölf wei­te­re Behäl­ter an stark fre­quen­tier­ten Stand­or­ten auf­ge­stellt.

Nach Anga­ben des Her­stel­lers ZIEGLER ver­fügt jeder Behäl­ter über ein Fas­sungs­ver­mö­gen von 240 Litern. Durch die inte­grier­te Pres­se kann Abfall mit einem ursprüng­li­chen Volu­men von bis zu 1.200 Litern auf­ge­nom­men wer­den. Eine digi­ta­le Füll­stands­mel­dung unter­stützt die bedarfs­ge­rech­te Ent­lee­rung.

 

Kleine Solaranlagen mit praktischem Nutzen

Die drei Bei­spie­le zei­gen, dass Pho­to­vol­ta­ik auch auf kleins­ten Flä­chen sinn­voll ein­ge­setzt wer­den kann. Die Solar­mo­du­le erzeu­gen den Strom direkt dort, wo er benö­tigt wird. Dadurch kön­nen die Behäl­ter ihre Press- und Mel­de­tech­nik unab­hän­gig von einem fes­ten Strom­an­schluss betrei­ben.

Der Nut­zen geht über die Strom­erzeu­gung hin­aus. Grö­ße­re Auf­nah­me­ka­pa­zi­tä­ten und digi­ta­le Füll­stands­in­for­ma­tio­nen ermög­li­chen eine effi­zi­en­te­re Abfall­ent­sor­gung. Wie viel Kraft­stoff und Arbeits­zeit tat­säch­lich ein­ge­spart wer­den, hängt aller­dings von den ört­li­chen Ein­satz­be­din­gun­gen ab.

 

Fazit aus der Sicht von PV-Navi

Die Ener­gie­wen­de muss nicht immer groß und spek­ta­ku­lär sein. Manch­mal genügt ein klei­nes Solar­mo­dul auf einem Müll­ei­mer, um eine all­täg­li­che Auf­ga­be intel­li­gen­ter zu lösen. Koblenz, Neun­kir­chen und Düs­sel­dorf zei­gen, wie sich erneu­er­ba­re Ener­gie und moder­ne Stadt­rei­ni­gung ver­bin­den las­sen. Beson­ders erfreu­lich ist, dass aus ers­ten Ver­su­chen inzwi­schen grö­ße­re Anwen­dun­gen ent­ste­hen.

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Quel­len

 

Foto PV-Navi: Solar-Müll­be­häl­ter in Bad Lipp­sprin­ge

 

Sehen Sie auch unse­re News vom 25.01.2026: Sau­ber, smart, solar: Wie Solar­müll­ei­mer Städ­te ent­las­ten

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