Bürger bauen ihre eigene Solaranlage auf zwei Dortmunder Werkhallen

Datum: 11. Oktober 2026
Mitglieder der BürgerEnergie Dortmund stehen mit Schüppen auf dem Dach des Werkhofs in Dortmund-Derne.

Ener­gie­wen­de kann ganz prak­tisch sein: Men­schen schlie­ßen sich zusam­men, inves­tie­ren gemein­sam in Pho­to­vol­ta­ik – und packen beim Bau sogar selbst mit an. Genau das geschieht der­zeit in Dort­mund-Der­ne. Die Bür­ger­En­er­gie Dort­mund eG errich­tet auf zwei Hal­len der gemein­nüt­zi­gen Werk­hof Pro­jekt gGmbH eine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge mit gut 50 Kilo­watt­peak Leis­tung. Der erzeug­te Solar­strom soll mög­lichst direkt vor Ort genutzt wer­den. Für die Bür­ger­en­er­gie­ge­nos­sen­schaft ist es bereits das zwei­te grö­ße­re Pho­to­vol­ta­ik­pro­jekt – und ein schö­nes Bei­spiel dafür, wie Bür­ge­rin­nen und Bür­ger die Ener­gie­wen­de selbst in die Hand neh­men kön­nen.

 

Zwei Werkhallen werden zu Solardächern

Die neu­en Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen ent­ste­hen auf zwei Hal­len des Werk­hofs an der Obers­te-Wilms-Stra­ße in Dort­mund-Der­ne. In den Gebäu­den befin­den sich Aus­bil­dungs­werk­stät­ten, in denen jun­ge Men­schen auf ihrem Weg ins Berufs­le­ben unter­stützt wer­den.

Der auf den Dächern erzeug­te Solar­strom kann des­halb direkt dort genutzt wer­den, wo er ent­steht: In den Werk­stät­ten sowie in einem benach­bar­ten Gebäu­de mit Büros und Kan­ti­ne. Gera­de die­se Ver­bin­dung aus dezen­tra­ler Strom­erzeu­gung und Ver­brauch vor Ort macht das Pro­jekt inter­es­sant.

Mit einer Gesamt­leis­tung von etwas mehr als 50 Kilo­watt­peak ist die Anla­ge zwar kein rie­si­ger Solar­park. Aber genau dar­in liegt ein Teil ihres Rei­zes: Hier wird eine bereits vor­han­de­ne Dach­flä­che genutzt und Schritt für Schritt ein wei­te­rer klei­ner Bau­stein der loka­len Ener­gie­wen­de geschaf­fen.

 

Die Mitglieder packen selbst mit an

Beson­ders schön an dem Dort­mun­der Pro­jekt ist die Betei­li­gung der Genos­sen­schafts­mit­glie­der. Sie stel­len nicht ein­fach nur Kapi­tal zur Ver­fü­gung, son­dern betei­li­gen sich auch prak­tisch an der Umset­zung.

Bereits beim ers­ten grö­ße­ren Pro­jekt der Bür­ger­En­er­gie Dort­mund auf dem Dach des Kul­tur­zen­trums Balou in Dort­mund-Bra­ckel hat­ten Mit­glie­der beim Bau mit­ge­hol­fen. Die­ses Prin­zip soll nun auch beim Werk­hof fort­ge­setzt wer­den.

Natür­lich wer­den die elek­tro­tech­ni­schen Arbei­ten von Fach­leu­ten über­nom­men. Doch bei geeig­ne­ten Arbei­ten rund um die Mon­ta­ge kön­nen die Mit­glie­der selbst aktiv wer­den. Bür­ger­en­er­gie bekommt dadurch eine sehr unmit­tel­ba­re Bedeu­tung: Die Men­schen finan­zie­ren ihre Ener­gie­wen­de nicht nur gemein­sam, son­dern hel­fen tat­säch­lich dabei, sie aufs Dach zu brin­gen.

 

Bürgerenergie schafft lokale Wertschöpfung

Ener­gie­ge­nos­sen­schaf­ten ermög­li­chen Men­schen, sich auch dann an Pho­to­vol­ta­ik­pro­jek­ten zu betei­li­gen, wenn sie selbst kein geeig­ne­tes Dach besit­zen. Vie­le klei­ne Betei­li­gun­gen kön­nen gemein­sam Anla­gen ermög­li­chen, die ein Ein­zel­ner nicht rea­li­sie­ren könn­te.

Gleich­zei­tig blei­ben Ent­schei­dun­gen, Enga­ge­ment und ein Teil der wirt­schaft­li­chen Wert­schöp­fung in der Regi­on. Im Dort­mun­der Fall kommt hin­zu, dass eine gemein­nüt­zi­ge Ein­rich­tung und ihre Aus­bil­dungs­werk­stät­ten unmit­tel­bar vom vor Ort erzeug­ten Solar­strom pro­fi­tie­ren kön­nen.

 

Fazit aus der Sicht von PV-Navi

Über Ener­gie­wen­de wird viel dis­ku­tiert. In Dort­mund-Der­ne wird sie gera­de gebaut – von Men­schen, die sich zusam­men­ge­schlos­sen haben und gemein­sam etwas umset­zen.

Genau sol­che Bei­spie­le möch­ten wir bei PV-Navi immer wie­der sicht­bar machen. Denn Ener­gie­wen­de besteht nicht nur aus gro­ßen Solar­parks, Strom­lei­tun­gen und poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen. Sie ent­steht auch auf einem Werk­statt­dach im eige­nen Stadt­teil, wenn Bür­ge­rin­nen und Bür­ger sagen: Wir war­ten nicht dar­auf, dass ande­re anfan­gen. Wir machen selbst mit.

Viel­leicht ist das sogar eine der schöns­ten Sei­ten der Pho­to­vol­ta­ik: Man muss kein Ener­gie­un­ter­neh­men besit­zen, um Teil der Ener­gie­ver­sor­gung von mor­gen zu wer­den.

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Quel­len:

Bür­ger­En­er­gie Dort­mund eG: „Neu­es Pro­jekt in den Start­lö­chern“
Bericht der Bür­ger­En­er­gie Dort­mund

Bür­ger­En­er­gie Dort­mund eG
Web­site der Bür­ger­en­er­gie­ge­nos­sen­schaft

Bür­ger­En­er­gie Dort­mund eG: Pro­jekt­sei­te „Werk­hof Der­ne“
Pro­jekt Werk­hof Der­ne mit Bil­dern vom Arbeits­ein­satz

 

Foto: Bür­ger­En­er­gie Dort­mund eG.

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