91 Prozent der Unternehmen sehen grünen Wandel als Wettbewerbsvorteil

Datum: 3. Oktober 2026
Unternehmerinnen und Unternehmer beraten an einem Tisch mit einem Modell aus Photovoltaik, Windenergie und grüner Infrastruktur.

Kli­ma­schutz oder wirt­schaft­li­che Wett­be­werbs­fä­hig­keit? Eine neue Befra­gung euro­päi­scher Füh­rungs­kräf­te stellt die­sen häu­fig behaup­te­ten Gegen­satz deut­lich infra­ge. 91 Pro­zent der Befrag­ten sind der Ansicht, dass der Über­gang zu einer CO₂-armen und öko­lo­gisch nach­hal­ti­ge­ren Wirt­schaft die lang­fris­ti­ge Wett­be­werbs­fä­hig­keit der EU stärkt. Für die Stu­die „Bey­ond Uncer­tain­ty“ wur­den im Juni und Juli 2026 ins­ge­samt 350 Füh­rungs­kräf­te aus Unter­neh­men ver­schie­de­ner Bran­chen und Grö­ßen in Euro­pa befragt. Auf­trag­ge­ber war der WWF, durch­ge­führt wur­de die Unter­su­chung vom For­schungs- und Bera­tungs­un­ter­neh­men Glo­beScan.

 

Unternehmen wünschen sich vor allem Verlässlichkeit

Bemer­kens­wert ist nicht nur die Zustim­mung zum grü­nen Wan­del. Die Befra­gung zeigt auch, was Unter­neh­men von der euro­päi­schen Poli­tik erwar­ten. 43 Pro­zent nen­nen vor­her­seh­ba­re und kohä­ren­te poli­ti­sche und gesetz­li­che Rah­men­be­din­gun­gen als wich­tigs­te Prio­ri­tät zur Stär­kung der Wett­be­werbs­fä­hig­keit. Öffent­li­che Inves­ti­tio­nen und Anrei­ze fol­gen mit 31 Pro­zent, bezahl­ba­re sau­be­re Ener­gie mit 29 Pro­zent.

Gleich­zei­tig bewer­ten ledig­lich 29 Pro­zent der befrag­ten Füh­rungs­kräf­te die jüngs­ten EU-Bemü­hun­gen zur Ver­ein­fa­chung von Umwelt- und Nach­hal­tig­keits­vor­schrif­ten posi­tiv. Von den­je­ni­gen, die gemisch­te oder nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen sehen, nen­nen 57 Pro­zent eine grö­ße­re Unsi­cher­heit über die zukünf­ti­ge Rich­tung der euro­päi­schen Poli­tik.

 

Energiewende wird zunehmend zur wirtschaftlichen Frage

Hin­ter den Ergeb­nis­sen steckt ein Gedan­ke, der für die Ener­gie­wen­de beson­ders inter­es­sant ist: Inves­ti­tio­nen in Nach­hal­tig­keit wer­den von vie­len Unter­neh­men nicht allein unter Umwelt- und Kli­ma­ge­sichts­punk­ten betrach­tet. Ener­gie- und Res­sour­cen­si­cher­heit, kal­ku­lier­ba­re Kos­ten und gerin­ge­re Abhän­gig­kei­ten spie­len eben­falls eine Rol­le.

Das betrifft unmit­tel­bar den Aus­bau erneu­er­ba­rer Ener­gien. Unter­neh­men, die Strom aus Pho­to­vol­ta­ik und Wind­ener­gie selbst erzeu­gen oder lang­fris­tig bezie­hen kön­nen, beschäf­ti­gen sich damit nicht nur mit ihrer CO₂-Bilanz. Ener­gie­ver­sor­gung und Ener­gie­kos­ten wer­den zuneh­mend Teil der stra­te­gi­schen Unter­neh­mens­pla­nung.

 

Aber die Studie zeigt nur einen Ausschnitt

Die Ergeb­nis­se sind deut­lich, soll­ten aber rich­tig ein­ge­ord­net wer­den. Befragt wur­den 350 Füh­rungs­kräf­te und damit kei­ne reprä­sen­ta­ti­ve Voll­erhe­bung aller euro­päi­schen Unter­neh­men. Auf­trag­ge­ber war die inter­na­tio­na­le Umwelt- und Natur­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on WWF (World Wide Fund for Natu­re), durch­ge­führt wur­de die Unter­su­chung vom For­schungs- und Bera­tungs­un­ter­neh­men Glo­beScan. Sie zeigt des­halb vor allem, wie die befrag­ten Füh­rungs­kräf­te Nach­hal­tig­keit, Regu­lie­rung und Wett­be­werbs­fä­hig­keit beur­tei­len.

Inter­es­sant ist den­noch die Grö­ßen­ord­nung: Wenn neun von zehn Befrag­ten den Über­gang zu einer nach­hal­ti­ge­ren Wirt­schaft als Stär­kung der lang­fris­ti­gen Wett­be­werbs­fä­hig­keit anse­hen, spricht das zumin­dest gegen die ein­fa­che Vor­stel­lung, Unter­neh­men betrach­te­ten Kli­ma­schutz grund­sätz­lich als wirt­schaft­li­che Belas­tung.

 

Fazit aus der Sicht von PV-Navi

Ener­gie­wen­de und wirt­schaft­li­cher Erfolg müs­sen kei­ne Gegen­sät­ze sein. Gera­de erneu­er­ba­re Ener­gien kön­nen Unter­neh­men hel­fen, ihre Ener­gie­ver­sor­gung lang­fris­ti­ger zu pla­nen, Abhän­gig­kei­ten zu redu­zie­ren und sich gegen schwan­ken­de Ener­gie­prei­se bes­ser auf­zu­stel­len.

Pho­to­vol­ta­ik ist dafür ein beson­ders anschau­li­ches Bei­spiel: Ein bis­lang unge­nutz­tes Gewer­be­dach kann über vie­le Jah­re Strom pro­du­zie­ren. Zusam­men mit Bat­te­rie­spei­chern und einer intel­li­gen­ten Steue­rung des Ver­brauchs kann ein Unter­neh­men einen wach­sen­den Teil sei­ner Ener­gie selbst erzeu­gen und genau dann nut­zen, wenn sie benö­tigt wird.

Die neue Befra­gung zeigt damit einen wich­ti­gen Per­spek­tiv­wech­sel: Der grü­ne Wan­del wird von vie­len der befrag­ten Füh­rungs­kräf­te nicht nur als Kli­ma­fra­ge gese­hen. Sie ver­bin­den ihn auch mit der zukünf­ti­gen Wett­be­werbs­fä­hig­keit ihrer Unter­neh­men und Euro­pas.

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Quel­len:

Glo­beScan, „Bey­ond Uncer­tain­ty: What Euro­pean Busi­ness Lea­ders Need from the EU“,
Ori­gi­nal­stu­die und Ergeb­nis­se bei Glo­beScan

Foto: PV-Navi/ChatGPT (KI-gene­riert)

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