Klimaschutz oder wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit? Eine neue Befragung europäischer Führungskräfte stellt diesen häufig behaupteten Gegensatz deutlich infrage. 91 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass der Übergang zu einer CO₂-armen und ökologisch nachhaltigeren Wirtschaft die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der EU stärkt. Für die Studie „Beyond Uncertainty“ wurden im Juni und Juli 2026 insgesamt 350 Führungskräfte aus Unternehmen verschiedener Branchen und Größen in Europa befragt. Auftraggeber war der WWF, durchgeführt wurde die Untersuchung vom Forschungs- und Beratungsunternehmen GlobeScan.
Unternehmen wünschen sich vor allem Verlässlichkeit
Bemerkenswert ist nicht nur die Zustimmung zum grünen Wandel. Die Befragung zeigt auch, was Unternehmen von der europäischen Politik erwarten. 43 Prozent nennen vorhersehbare und kohärente politische und gesetzliche Rahmenbedingungen als wichtigste Priorität zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Öffentliche Investitionen und Anreize folgen mit 31 Prozent, bezahlbare saubere Energie mit 29 Prozent.
Gleichzeitig bewerten lediglich 29 Prozent der befragten Führungskräfte die jüngsten EU-Bemühungen zur Vereinfachung von Umwelt- und Nachhaltigkeitsvorschriften positiv. Von denjenigen, die gemischte oder negative Auswirkungen sehen, nennen 57 Prozent eine größere Unsicherheit über die zukünftige Richtung der europäischen Politik.
Energiewende wird zunehmend zur wirtschaftlichen Frage
Hinter den Ergebnissen steckt ein Gedanke, der für die Energiewende besonders interessant ist: Investitionen in Nachhaltigkeit werden von vielen Unternehmen nicht allein unter Umwelt- und Klimagesichtspunkten betrachtet. Energie- und Ressourcensicherheit, kalkulierbare Kosten und geringere Abhängigkeiten spielen ebenfalls eine Rolle.
Das betrifft unmittelbar den Ausbau erneuerbarer Energien. Unternehmen, die Strom aus Photovoltaik und Windenergie selbst erzeugen oder langfristig beziehen können, beschäftigen sich damit nicht nur mit ihrer CO₂-Bilanz. Energieversorgung und Energiekosten werden zunehmend Teil der strategischen Unternehmensplanung.
Aber die Studie zeigt nur einen Ausschnitt
Die Ergebnisse sind deutlich, sollten aber richtig eingeordnet werden. Befragt wurden 350 Führungskräfte und damit keine repräsentative Vollerhebung aller europäischen Unternehmen. Auftraggeber war die internationale Umwelt- und Naturschutzorganisation WWF (World Wide Fund for Nature), durchgeführt wurde die Untersuchung vom Forschungs- und Beratungsunternehmen GlobeScan. Sie zeigt deshalb vor allem, wie die befragten Führungskräfte Nachhaltigkeit, Regulierung und Wettbewerbsfähigkeit beurteilen.
Interessant ist dennoch die Größenordnung: Wenn neun von zehn Befragten den Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft als Stärkung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit ansehen, spricht das zumindest gegen die einfache Vorstellung, Unternehmen betrachteten Klimaschutz grundsätzlich als wirtschaftliche Belastung.
Fazit aus der Sicht von PV-Navi
Energiewende und wirtschaftlicher Erfolg müssen keine Gegensätze sein. Gerade erneuerbare Energien können Unternehmen helfen, ihre Energieversorgung langfristiger zu planen, Abhängigkeiten zu reduzieren und sich gegen schwankende Energiepreise besser aufzustellen.
Photovoltaik ist dafür ein besonders anschauliches Beispiel: Ein bislang ungenutztes Gewerbedach kann über viele Jahre Strom produzieren. Zusammen mit Batteriespeichern und einer intelligenten Steuerung des Verbrauchs kann ein Unternehmen einen wachsenden Teil seiner Energie selbst erzeugen und genau dann nutzen, wenn sie benötigt wird.
Die neue Befragung zeigt damit einen wichtigen Perspektivwechsel: Der grüne Wandel wird von vielen der befragten Führungskräfte nicht nur als Klimafrage gesehen. Sie verbinden ihn auch mit der zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit ihrer Unternehmen und Europas.
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Quellen:
GlobeScan, „Beyond Uncertainty: What European Business Leaders Need from the EU“,
Originalstudie und Ergebnisse bei GlobeScan
Foto: PV-Navi/ChatGPT (KI-generiert)
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Anmerkung:
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