Elektromobilität funktioniert längst nicht nur beim privaten Auto. Lateinamerika hat inzwischen die Marke von 10.000 Elektrobussen im regulären Betrieb überschritten. In mehr als 80 Städten in 13 Ländern bringen die emissionsfreien Busse täglich Menschen an ihr Ziel. Besonders weit sind Santiago de Chile, São Paulo und Bogotá. Aus einzelnen Pilotprojekten ist damit innerhalb weniger Jahre ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs geworden.
Mehr als 80 Städte setzen auf Elektrobusse
Die Entwicklung beschränkt sich längst nicht mehr auf einzelne Metropolen. Elektrobusse sind inzwischen in Städten von Mexiko bis Chile unterwegs. Unterschiedliche Betreiber- und Finanzierungsmodelle zeigen dabei, dass es nicht nur einen Weg zur Elektrifizierung des öffentlichen Nahverkehrs gibt.
Der erreichte Meilenstein ist deshalb besonders interessant: Elektromobilität wird im öffentlichen Verkehr zunehmend vom Modellprojekt zum Alltag.
Santiago fährt ganz vorne
Eine besondere Rolle spielt Santiago de Chile. Die Hauptstadt hat ihre Elektrobusflotte in den vergangenen Jahren massiv ausgebaut und gehört heute weltweit zu den Städten mit den meisten Elektrobussen außerhalb Chinas.
Auch Bogotá hat früh auf große elektrische Busflotten gesetzt. São Paulo wiederum beschleunigt derzeit den Austausch seiner Dieselbusse und verfügt inzwischen über die zweitgrößte E‑Bus-Flotte Lateinamerikas.
Sauberere Luft mitten in den Städten
Der Umstieg bringt Vorteile gerade dort, wo besonders viele Menschen davon profitieren. Stadtbusse sind täglich viele Stunden unterwegs, fahren immer wieder dieselben Strecken und bewegen sich häufig durch dicht besiedelte Gebiete.
Wird ein Dieselbus durch einen Elektrobus ersetzt, verschwinden die lokalen Abgase während der Fahrt. Gleichzeitig werden die Fahrzeuge deutlich leiser. Der elektrische öffentliche Nahverkehr kann damit nicht nur zum Klimaschutz beitragen, sondern unmittelbar die Lebensqualität in den Städten verbessern.
Laden wird Teil der Verkehrsplanung
10.000 Elektrobusse benötigen allerdings auch eine leistungsfähige Energie- und Ladeinfrastruktur. Betriebshöfe müssen umgebaut, Netzanschlüsse geschaffen und Ladevorgänge so organisiert werden, dass die Fahrzeuge zuverlässig für den täglichen Einsatz bereitstehen.
Damit wachsen Energie- und Verkehrsplanung immer stärker zusammen. Besonders interessant wird die Entwicklung, wenn der benötigte Strom zunehmend aus erneuerbaren Quellen stammt. Dann wird aus dem elektrischen Bus nicht nur ein lokal emissionsfreies Verkehrsmittel, sondern ein weiterer Baustein einer insgesamt klimafreundlicheren Energieversorgung.
Vom Pilotprojekt zum Massenbetrieb
Die vielleicht wichtigste Botschaft der 10.000er-Marke ist deshalb nicht die Zahl selbst. Lateinamerikanische Städte zeigen, dass sich große Busflotten tatsächlich elektrifizieren lassen.
Dabei entstehen Erfahrungen mit Fahrzeugen, Ladeinfrastruktur, Finanzierung und Betrieb, von denen auch andere Städte profitieren können. Je größer der Markt wird, desto stärker entwickelt sich zudem das Angebot an Fahrzeugen und technischen Lösungen weiter.
Fazit von PV-Navi
10.000 Elektrobusse lösen nicht sämtliche Verkehrs- und Klimaprobleme Lateinamerikas. Aber sie zeigen eindrucksvoll, was passiert, wenn aus guten Absichten konkrete Investitionen werden. Gerade öffentliche Verkehrsmittel eignen sich hervorragend für die Elektrifizierung: Sie sind viel unterwegs, transportieren täglich viele Menschen und verbessern mit jedem ersetzten Dieselbus unmittelbar die Luft in unseren Städten. Jetzt kommt es darauf an, auch den Strom dafür zunehmend erneuerbar zu erzeugen. Dann fahren Energiewende und Verkehrswende tatsächlich gemeinsam.
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Quelle: C40 Cities: Latin American cities reach historic milestone of 10,000 electric buses in operation
Foto: PV-Navi/ChatGPT (KI-generiert)
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