Wenn Schrebergärtner ihren Solarstrom miteinander teilen

Datum: 5. November 2026
Kleingartenanlage an einem See mit Photovoltaikmodulen auf mehreren Gartenhäusern, Gemüsebeeten und blühenden Gärten.

Toma­ten, Gur­ken, Blu­men und ein klei­nes Gar­ten­haus: Klein­gar­ten­an­la­gen sind Orte, an denen Men­schen gemein­sam ihre Frei­zeit ver­brin­gen und ein Stück Natur bewirt­schaf­ten. Dass dort auch die Ener­gie­wen­de wach­sen kann, zeigt ein Pro­jekt in Wien. Im Klein­gar­ten­ver­ein Gän­se­häu­fel haben sich Gar­ten­be­sit­zer zusam­men­ge­schlos­sen, um selbst erzeug­ten Solar­strom gemein­schaft­lich zu nut­zen. Statt dass jeder aus­schließ­lich sei­ne eige­ne Anla­ge betreibt, wird die vor­han­de­ne Son­nen­en­er­gie inner­halb einer loka­len Ener­gie­ge­mein­schaft geteilt. Das Bei­spiel zeigt, wie sich Nach­bar­schaft, Eigen­ver­sor­gung und erneu­er­ba­re Ener­gien sinn­voll ver­bin­den las­sen.

 

Eine Energiegemeinschaft zwischen Gartenlauben

Im 22. Wie­ner Gemein­de­be­zirk ent­stand die Erneu­er­ba­re-Ener­gie-Gemein­schaft Gän­se­häu­fel. Bereits 2022 stell­ten enga­gier­te Mit­glie­der die Idee bei einer Ver­samm­lung ihres Klein­gar­ten­ver­eins vor. Das Inter­es­se war groß: Rund 50 Men­schen konn­ten sich damals eine Betei­li­gung vor­stel­len.

Seit dem Win­ter 2023 erpro­ben zunächst sechs Mit­glie­der das Modell im Pilot­be­trieb. Grund­la­ge ist eine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge mit 11 Kilo­watt­peak Leis­tung, deren über­schüs­si­ger Solar­strom inner­halb der Gemein­schaft genutzt wer­den kann. Damit wird aus ein­zel­nen Solar­an­la­gen ein gemein­sa­mes Ener­gie­pro­jekt.

 

Gemeinsam erzeugen, gemeinsam profitieren

Das Prin­zip ist ein­fach: Wer mit sei­ner Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge mehr Strom erzeugt, als er selbst benö­tigt, kann die­sen Über­schuss ande­ren Mit­glie­dern der Ener­gie­ge­mein­schaft zur Ver­fü­gung stel­len. Die Ver­tei­lung und Abrech­nung erfol­gen nach fest­ge­leg­ten Regeln über eine ent­spre­chen­de Soft­ware.

Für die tech­ni­sche und orga­ni­sa­to­ri­sche Abwick­lung nutzt die Gemein­schaft eine Lösung des Ver­eins zur För­de­rung von Erneu­er­ba­re-Ener­gie-Gemein­schaf­ten (VFEEG). Der Auf­bau des Pro­jekts wur­de durch die Öster­rei­chi­sche For­schungs­för­de­rungs­ge­sell­schaft (FFG) unter­stützt. Die För­de­rung dien­te ins­be­son­de­re dazu, Erfah­run­gen mit der Grün­dung und dem Betrieb einer sol­chen Gemein­schaft zu sam­meln.

 

Auch das Vereinshaus könnte Solarstrom liefern

Die Betei­lig­ten den­ken bereits über den bis­he­ri­gen Pilot­be­trieb hin­aus. Wei­te­re Mit­glie­der des Klein­gar­ten­ver­eins könn­ten schritt­wei­se ein­ge­bun­den wer­den. Außer­dem wur­de die Mög­lich­keit unter­sucht, auf einer Wie­se vor dem Ver­eins­haus zusätz­li­che Pho­to­vol­ta­ik­mo­du­le zu instal­lie­ren.

Auch die benach­bar­te Poli­zei-Sport­an­la­ge wur­de als mög­li­cher wei­te­rer Part­ner ins Auge gefasst. Die­se Erwei­te­run­gen sind aller­dings Zukunfts­über­le­gun­gen und nicht mit dem bereits lau­fen­den Pilot­pro­jekt gleich­zu­set­zen.

 

Was Deutschland daraus lernen kann

Auch in deut­schen Klein­gar­ten­an­la­gen wächst das Inter­es­se an Pho­to­vol­ta­ik. Klei­ne Solar­an­la­gen kön­nen bei­spiels­wei­se Strom für Gar­ten­pum­pen oder elek­tri­sche Gar­ten­ge­rä­te lie­fern. Aller­dings gel­ten beson­de­re recht­li­che Rah­men­be­din­gun­gen, weil Klein­gär­ten nicht zu dau­er­haft bewohn­ten Wochen­end­haus­sied­lun­gen wer­den sol­len.

Der Bun­des­ver­band der Klein­gar­ten­ver­ei­ne Deutsch­lands (BKD) weist des­halb dar­auf hin, dass die Zuläs­sig­keit von Pho­to­vol­ta­ik jeweils anhand der ört­li­chen Vor­schrif­ten geprüft wer­den muss. Gemein­schafts­an­la­gen auf Ver­eins­flä­chen oder Ver­eins­h­aus­dä­chern kön­nen dabei eine inter­es­san­te Alter­na­ti­ve zu vie­len ein­zel­nen Anla­gen sein.

 

Fazit aus der Sicht von PV-Navi

Das Wie­ner Bei­spiel zeigt, dass die Ener­gie­wen­de auch dort statt­fin­den kann, wo man zunächst eher an Gemü­se­bee­te und Gar­ten­lau­ben denkt. Beson­ders über­zeu­gend ist der Gemein­schafts­ge­dan­ke: Men­schen, die bereits ihre Gar­ten­an­la­ge gemein­sam orga­ni­sie­ren, kön­nen auch bei der Ener­gie­ver­sor­gung zusam­men­ar­bei­ten. Aus einem klei­nen Pilot­pro­jekt ent­steht so eine Idee, die weit über den Gar­ten­zaun hin­aus­reicht.

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Quel­len

Foto: PV-Navi / KI-gene­rier­te Illus­tra­ti­on / Ope­nAI (ChatGPT)

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