Solarstrom vom eigenen Dach – ohne selbst zu investieren

Datum: 4. November 2026
Drei Unternehmensvertreter von Aalberts und GIGA.GREEN stehen gemeinsam auf einem Photovoltaikdach in Kerpen.

Pho­to­vol­ta­ik auf gro­ßen Indus­trie­hal­len kann gleich meh­re­re Vor­tei­le bie­ten: Unter­neh­men erzeu­gen Strom dort, wo sie ihn benö­ti­gen, sen­ken ihre Ener­gie­kos­ten und machen sich unab­hän­gi­ger von schwan­ken­den Strom­prei­sen. Doch nicht jeder Betrieb möch­te dafür selbst Mil­lio­nen inves­tie­ren oder eige­ne Solar­an­la­gen betrei­ben. Dass es auch anders geht, zeigt jetzt Aal­berts Sur­face Tech­no­lo­gies. Das Unter­neh­men will sei­ne deut­schen Pro­duk­ti­ons­stand­or­te schritt­wei­se mit Solar­strom von den eige­nen Werks­dä­chern ver­sor­gen – ohne die Anla­gen selbst zu finan­zie­ren. Mög­lich macht das eine Part­ner­schaft mit dem Solar­un­ter­neh­men GIGA.GREEN, das Pla­nung, Bau, Finan­zie­rung und Betrieb über­nimmt.

 

Ein Geschäftsmodell mit Vorteilen für beide Seiten

Die Ver­ein­ba­rung zwi­schen Aal­berts Sur­face Tech­no­lo­gies und GIGA.GREEN wur­de Anfang Okto­ber 2026 bekannt gege­ben. Das Prin­zip ist ein­fach: GIGA.GREEN errich­tet Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen auf den Dächern der Pro­duk­ti­ons­stand­or­te und ver­kauft den erzeug­ten Strom direkt an Aal­berts. Das Indus­trie­un­ter­neh­men zahlt dafür einen lang­fris­tig ver­ein­bar­ten Preis je gelie­fer­ter Kilo­watt­stun­de.

Die­ses Modell wird als Onsite Power Purcha­se Agree­ment, kurz Onsite-PPA, bezeich­net. Die Solar­an­la­ge befin­det sich auf dem Gelän­de des Strom­ver­brau­chers, gehört aber einem exter­nen Betrei­ber. Aal­berts muss des­halb weder die Anschaf­fung finan­zie­ren noch die tech­ni­sche Betriebs­füh­rung über­neh­men.

 

Solarstrom dort nutzen, wo er entsteht

Beson­ders inter­es­sant ist die Lösung für die ener­gie­in­ten­si­ve Ober­flä­chen- und Wär­me­be­hand­lung. In die­sen Indus­trie­be­rei­chen lau­fen zahl­rei­che Anla­gen im Mehr­schicht­be­trieb oder sogar rund um die Uhr. Ent­spre­chend hoch ist der Strom­be­darf und ent­spre­chend wich­tig sind kal­ku­lier­ba­re Ener­gie­kos­ten.

Der Solar­strom wird unmit­tel­bar im jewei­li­gen Werk ver­braucht. Für die­sen direkt genutz­ten Strom ent­fällt der Trans­port über das öffent­li­che Netz. Nach Anga­ben der Pro­jekt­part­ner soll er des­halb güns­ti­ger sein als Strom aus dem regu­lä­ren Netz­be­zug. Für den ver­blei­ben­den Strom­be­darf bleibt aller­dings wei­ter­hin eine ergän­zen­de Ver­sor­gung erfor­der­lich.

 

Viele Standorte, ein gemeinsames Konzept

Eine Beson­der­heit der Zusam­men­ar­beit ist der standort­über­grei­fen­de Ansatz. Aal­berts Sur­face Tech­no­lo­gies will sei­ne deut­schen Pro­duk­ti­ons­stand­or­te nicht ein­zeln mit unter­schied­li­chen Ver­trä­gen aus­stat­ten, son­dern die Pho­to­vol­ta­ik­ver­sor­gung über ein gemein­sa­mes Modell orga­ni­sie­ren. Pla­nung, tech­ni­sche Prü­fung und Bau­ab­wick­lung wer­den dadurch gebün­delt.

Trotz­dem muss jede Anla­ge indi­vi­du­ell geplant wer­den. Dach­flä­chen, Gebäu­de­struk­tu­ren und Strom­ver­brauch unter­schei­den sich von Werk zu Werk. Die Part­ner­schaft soll des­halb schritt­wei­se auf wei­te­re Stand­or­te aus­ge­wei­tet wer­den. Kon­kre­te Gesamt­leis­tun­gen, Inves­ti­ti­ons­sum­men oder Fer­tig­stel­lungs­ter­mi­ne wur­den bis­lang nicht ver­öf­fent­licht.

 

Ein Modell auch für andere Unternehmen

Vie­le Unter­neh­men ver­fü­gen über gro­ße, bis­lang unge­nutz­te Dach­flä­chen, scheu­en jedoch die erfor­der­li­chen Inves­ti­tio­nen oder möch­ten ihr Kapi­tal lie­ber für ihre eigent­li­che Geschäfts­tä­tig­keit ein­set­zen. Ein lang­fris­ti­ger Solar­strom­lie­fer­ver­trag kann hier eine Alter­na­ti­ve sein. Die Finan­zie­rung über­nimmt der Anla­gen­be­trei­ber, wäh­rend der Indus­trie­be­trieb den erzeug­ten Strom abnimmt.

Damit kann Pho­to­vol­ta­ik auch für Unter­neh­men inter­es­sant wer­den, die kei­ne eige­nen Ener­gie­pro­jek­te ent­wi­ckeln möch­ten. Ent­schei­dend sind aller­dings geeig­ne­te Dächer, ein aus­rei­chend hoher Strom­ver­brauch und wirt­schaft­lich trag­fä­hi­ge Ver­trags­be­din­gun­gen.

 

Fazit aus der Sicht von PV-Navi

Die Part­ner­schaft zwi­schen Aal­berts und GIGA.GREEN zeigt, dass die Ener­gie­wen­de in der Indus­trie nicht zwangs­läu­fig hohe eige­ne Anfangs­in­ves­ti­tio­nen vor­aus­setzt. Gera­de auf gro­ßen Gewer­be- und Indus­trie­dä­chern schlum­mert noch erheb­li­ches Poten­zi­al für die Solar­strom­erzeu­gung. Wenn spe­zia­li­sier­te Unter­neh­men Finan­zie­rung und Betrieb über­neh­men, kön­nen wei­te­re Betrie­be die­ses Poten­zi­al erschlie­ßen. Beson­ders erfreu­lich ist der Ansatz, nicht nur ein ein­zel­nes Dach zu betrach­ten, son­dern gleich ein gan­zes Stand­ort­netz­werk. Die tat­säch­li­chen Ergeb­nis­se wer­den sich mit der schritt­wei­sen Umset­zung zei­gen.

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Quel­len

 

Foto: v.l.n.r. Oli­ver Jäger (Exe­cu­ti­ve Direc­tor Aal­berts N.V.) mit Wolf­gang Röbig (Mit­grün­der und Geschäfts­füh­rer GIGA.GREEN GmbH) und Robin Nowak (Vice Pre­si­dent Com­mer­cial GIGA.GREEN GmbH) besie­geln die Part­ner­schaft am Haupt­sitz von Aal­berts Sur­face Tech­no­lo­gies in Ker­pen.
Foto: Sascha Schür­mann / GIGA.GREEN GmbH

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