Grünes Licht für Solarstrom aus 2.500 Metern Höhe

Datum: 1. November 2026
Verschneite Schweizer Berglandschaft mit einer Photovoltaikanlage inmitten der winterlichen Alpenlandschaft.

Hoch oben in den Schwei­zer Alpen soll künf­tig Solar­strom erzeugt wer­den – gera­de dann, wenn er beson­ders gebraucht wird: Im Win­ter. Auf der Totalp ober­halb von Davos hat das Groß­pro­jekt Par­senn­So­lar jetzt die letz­te behörd­li­che Hür­de genom­men. Die geplan­te Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge könn­te jähr­lich rund zwölf Mil­lio­nen Kilo­watt­stun­den Strom lie­fern und damit rech­ne­risch mehr als 2.200 Haus­hal­te ver­sor­gen. Beson­ders inter­es­sant ist der Stand­ort: In gro­ßer Höhe pro­fi­tie­ren Solar­mo­du­le von inten­si­ver Son­nen­ein­strah­lung, gerin­ge­rer Nebel­häu­fig­keit und der Refle­xi­on des Son­nen­lichts durch Schnee. Noch steht die Anla­ge aller­dings nicht. Nach der voll­stän­di­gen Geneh­mi­gung geht es nun dar­um, die wirt­schaft­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für den Bau zu schaf­fen.

 

Die letzte Genehmigung ist erteilt

Am 22. Sep­tem­ber 2026 erteil­te das Eid­ge­nös­si­sche Stark­strom­in­spek­to­rat (ESTI) die erfor­der­li­che Plan­ge­neh­mi­gung für den Netz­an­schluss. Bereits im August 2025 hat­te die Regie­rung des Kan­tons Grau­bün­den die Bau­be­wil­li­gung aus­ge­spro­chen.

Damit ver­fügt Par­senn­So­lar über sämt­li­che not­wen­di­gen behörd­li­chen Geneh­mi­gun­gen. Das Pro­jekt gehört zu den weni­gen alpi­nen Pho­to­vol­ta­ik-Groß­an­la­gen der Schweiz, die die­sen Stand erreicht haben. Vor­ge­se­hen ist die Anla­ge im Gebiet Mei­er­hof Täl­li am süd­li­chen Fuß des Totalp­horns. Der Stand­ort liegt inner­halb des bereits erschlos­se­nen Win­ter­sport­ge­biets Par­senn ober­halb von Davos.

 

Rund zwölf Millionen Kilowattstunden Solarstrom

Die Pla­nun­gen sehen eine Pro­jekt­flä­che von knapp 14 Hekt­ar mit ins­ge­samt 1.493 Modul­ti­schen vor. Die erwar­te­te jähr­li­che Strom­erzeu­gung liegt bei rund 12,1 Giga­watt­stun­den. Zum Ein­satz sol­len auch bifa­zia­le Solar­mo­du­le kom­men. Die­se kön­nen nicht nur direk­tes Son­nen­licht, son­dern auch reflek­tier­te Strah­lung zur Strom­erzeu­gung nut­zen.

Gera­de in den Alpen ist das inter­es­sant: Schnee reflek­tiert einen Teil des ein­fal­len­den Son­nen­lichts und kann damit den Strom­ertrag erhö­hen.

 

Warum Solarstrom aus den Alpen besonders wertvoll ist

Die Schweiz benö­tigt gera­de im Win­ter viel Strom. Gleich­zei­tig pro­du­zie­ren gewöhn­li­che Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen im Schwei­zer Mit­tel­land wäh­rend die­ser Jah­res­zeit ver­gleichs­wei­se wenig Ener­gie. Alpi­ne Stand­or­te kön­nen hier Vor­tei­le bie­ten. Nach Anga­ben des Bun­des­amts für Ener­gie ermög­li­chen güns­ti­ge Höhen­la­gen im Win­ter­halb­jahr einen zwei- bis drei­mal höhe­ren spe­zi­fi­schen Solar­er­trag als ver­gleich­ba­re Anla­gen im Mit­tel­land.

Das bedeu­tet aller­dings nicht, dass alpi­ne Pho­to­vol­ta­ik über­all sinn­voll ist. Schnee­las­ten, Wind, schwie­ri­ge Bau­ar­bei­ten und mög­li­che Ein­grif­fe in Natur und Land­schaft müs­sen sorg­fäl­tig berück­sich­tigt wer­den. Bei Par­senn­So­lar spricht für den gewähl­ten Stand­ort, dass bereits Wege und tou­ris­ti­sche Infra­struk­tur vor­han­den sind.

 

Jetzt werden Investoren und Stromabnehmer gesucht

Hin­ter dem Pro­jekt ste­hen das Elek­tri­zi­täts­werk Davos, die Indus­tri­el­len Wer­ke Basel, Ener­gie Was­ser Bern und Ener­gie Thun. Die Part­ner suchen nun wei­te­re Inves­to­ren sowie Unter­neh­men, die den künf­tig erzeug­ten Strom lang­fris­tig abneh­men möch­ten.

Erst nach Abschluss die­ser Gesprä­che soll über den tat­säch­li­chen Bau ent­schie­den wer­den. Eine Inbe­trieb­nah­me ist des­halb noch nicht gesi­chert.

 

Fazit aus der Sicht von PV-Navi

Mit der voll­stän­di­gen Geneh­mi­gung hat Par­senn­So­lar einen wich­ti­gen Schritt geschafft. Das Pro­jekt zeigt, wel­ches Poten­zi­al die Pho­to­vol­ta­ik auch in hoch­al­pi­nen Regio­nen besitzt – ins­be­son­de­re für die Strom­ver­sor­gung im Win­ter. Ent­schei­dend wird nun sein, ob die wirt­schaft­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für den Bau geschaf­fen wer­den kön­nen. Die Ener­gie­wen­de braucht schließ­lich nicht nur gute Ideen und Geneh­mi­gun­gen, son­dern auch Pro­jek­te, die tat­säch­lich umge­setzt wer­den.

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Quel­len

 

Bild­quel­le: © Caprez Inge­nieu­re AG – Sym­bol­bild aus der Medi­en­mit­tei­lung des Kan­tons Grau­bün­den

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