Ein Parkhaus ist normalerweise kein Ort, an dem man besonders viel Grün erwartet. In Siegburg (Nordrhein-Westfalen) zeigt eine neue Hochgarage, dass sich das ändern lässt. Auf dem Dach wurde eine leistungsstarke Photovoltaikanlage mit einem Gründachkonzept kombiniert, während begrünte Fassaden dem Gebäude ein anderes Erscheinungsbild geben sollen. Die Anlage umfasst 602 Solarmodule und soll jährlich rund 250.000 Kilowattstunden Strom erzeugen. Damit wird eine Fläche, die sonst vor allem dem Abstellen von Fahrzeugen dient, zusätzlich für die Energiewende genutzt. Das Projekt verbindet Solarstrom, Elektromobilität und Gebäudebegrünung auf bemerkenswerte Weise.
602 Solarmodule auf rund 1.500 Quadratmetern
Auf der Hochgarage Haufeld in Siegburg hat das Unternehmen Wi SOLAR aus Kaisersesch im Auftrag der rhenag Rheinische Energie AG eine Photovoltaikanlage mit 270,9 Kilowattpeak Leistung installiert. Die Solarmodule verteilen sich auf rund 1.500 Quadratmeter Dachfläche.
Für die Kombination mit dem Gründach wurde eine spezielle Unterkonstruktion des Herstellers PMT – Premium Mounting Technologies eingesetzt. Sie ermöglicht es, Photovoltaik und Dachbegrünung bei der Planung aufeinander abzustimmen.
Die Montage der Module und ihrer Unterkonstruktion ist abgeschlossen. Die elektrotechnischen Arbeiten zur Inbetriebnahme folgen. Der erwartete Jahresertrag liegt nach Angaben des Parkhausbetreibers bei 251.611 Kilowattstunden. Dabei handelt es sich um eine Prognose, nicht um bereits gemessene Stromerträge.
Ein Parkhaus mit mehreren Aufgaben
Die neue Hochgarage bietet rund 500 Stellplätze und wurde bereits Ende Juni 2026 eröffnet. Zwanzig Stellplätze verfügen über eine Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.
Auch die Fassaden sollen grüner werden. Rund 800 Pflanzen wurden gesetzt, die sich über insgesamt etwa 2.800 Quadratmeter Fassadenfläche ausbreiten sollen. Dazu gehören unter anderem Efeu, Winterjasmin und Geißblatt. Regenwasser wird auf dem Dach gesammelt und zur Bewässerung der Pflanzen verwendet. So werden Stromerzeugung, Regenwassernutzung und Gebäudebegrünung miteinander verbunden.
Warum die Kombination interessant ist
Photovoltaik und Begrünung müssen keine Gegensätze sein. Richtig geplant, können beide Systeme dieselbe Dachfläche nutzen. Pflanzen können zur Kühlung ihrer Umgebung beitragen, während die Solarmodule erneuerbaren Strom erzeugen.
Allerdings erfordert die Kombination eine sorgfältige Abstimmung. Unterkonstruktion, Pflanzenwachstum, Wartungswege und die langfristige Pflege müssen berücksichtigt werden.Das Siegburger Projekt zeigt, wie sich solche unterschiedlichen Anforderungen bereits bei der technischen Umsetzung zusammenführen lassen.
Fazit aus der Sicht von PV-Navi
Die Energiewende braucht nicht immer zusätzliche Flächen. Häufig lohnt es sich, bestehende oder neu entstehende Gebäude vielseitiger zu nutzen. Das Parkhaus in Siegburg ist dafür ein anschauliches Beispiel: Oben Solarstrom, an den Fassaden Pflanzen und im Gebäude Lademöglichkeiten für Elektroautos. Gerade solche durchdachten Kombinationen machen die Energiewende im Alltag sichtbar.
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Quellen
Foto: Die Module auf dem Dach des Parkhauses sind auch bei Nacht zu erkennen
Bildquelle: © Stadtbetriebe Siegburg AöR
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Anmerkung:
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