Fast unsichtbar: Münchner Biergarten erzeugt Solarstrom mit kupferroten Modulen

Datum: 12. Oktober 2026
Kupferrote Photovoltaikmodule fügen sich nahezu unauffällig in die historischen Ziegeldächer der Münchner Hirschau ein.

Pho­to­vol­ta­ik auf einem denk­mal­ge­schütz­ten Gebäu­de muss nicht wie ein Fremd­kör­per wir­ken. Das zeigt die Hirschau im Eng­li­schen Gar­ten in Mün­chen. Auf den cha­rak­te­ris­ti­schen Dächern des tra­di­ti­ons­rei­chen Bier­gar­tens wur­den 198 Solar­mo­du­le instal­liert, die sich mit ihrer kup­fer­ro­ten Far­be erstaun­lich unauf­fäl­lig zwi­schen die vor­han­de­nen Biber­schwanz­zie­gel ein­fü­gen. Zusam­men erreicht die Anla­ge eine Leis­tung von 83 Kilo­watt­peak. Das Pro­jekt zeigt damit sehr anschau­lich, wie sich Denk­mal­schutz, his­to­ri­sche Archi­tek­tur und moder­ne Solar­strom­erzeu­gung mit­ein­an­der ver­bin­den las­sen.

 

198 Module – und trotzdem fällt die Anlage kaum auf

Auf ins­ge­samt rund 396 Qua­drat­me­tern wur­den 198 Modu­le des Typs Mono S4 Half­cut Chro­ma Oran­ge von Solar Fabrik instal­liert. Jedes Modul besitzt eine Leis­tung von 420 Watt. Zusam­men ergibt sich eine Anla­gen­leis­tung von 83 Kilo­watt­peak.

Die Beson­der­heit liegt jedoch weni­ger in der Grö­ße als in der Gestal­tung. Die Gebäu­de der Hirschau gehö­ren zu einem denk­mal­ge­schütz­ten Ensem­ble. Ihre Dächer sind mit den für das Erschei­nungs­bild typi­schen Biber­schwanz­zie­geln gedeckt.

Schwar­ze Stan­dard­mo­du­le hät­ten sich davon deut­lich abge­ho­ben. Des­halb wur­den kup­fer­ro­te Modu­le gewählt, deren Farb­ge­bung sich an den vor­han­de­nen Dach­zie­geln ori­en­tiert. Sogar die ver­wen­de­ten Klem­men wur­den farb­lich ange­passt.

 

Erst das Muster aufs Dach, dann die Solaranlage

Wie wich­tig die Optik bei die­sem Pro­jekt war, zeigt schon die Vor­be­rei­tung. Noch vor der Auf­trags­er­tei­lung wur­de mit einem Hand­mus­ter vor Ort geprüft, wie die Modul­far­be zusam­men mit dem vor­han­de­nen Dach tat­säch­lich wirkt.

Erst danach fiel die Ent­schei­dung für die oran­ge-kup­fer­ro­te Vari­an­te. Das Ergeb­nis ist gera­de aus grö­ße­rer Ent­fer­nung bemer­kens­wert: Die Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge bleibt als tech­ni­sche Anla­ge erkenn­bar, drängt sich optisch aber nicht in den Vor­der­grund.

Nach Anga­ben von Solar Fabrik erreicht die Anla­ge einen spe­zi­fi­schen Jah­res­er­trag von rund 906 Kilo­watt­stun­den je instal­lier­tem Kilo­watt­peak. Rech­ne­risch ent­spricht das einer jähr­li­chen Solar­strom­pro­duk­ti­on von etwa 75.000 Kilo­watt­stun­den.

 

Denkmalschutz muss Photovoltaik nicht ausschließen

Gera­de bei his­to­ri­schen Gebäu­den und denk­mal­ge­schütz­ten Ensem­bles tref­fen unter­schied­li­che Inter­es­sen auf­ein­an­der. Einer­seits soll das cha­rak­te­ris­ti­sche Erschei­nungs­bild erhal­ten blei­ben, ande­rer­seits wer­den auch die­se Gebäu­de künf­tig erneu­er­ba­re Ener­gie benö­ti­gen.

Das Münch­ner Bei­spiel zeigt eine mög­li­che Lösung: Nicht die Pho­to­vol­ta­ik ver­ste­cken, son­dern ihre Gestal­tung an das Gebäu­de anpas­sen. Far­bi­ge Modu­le, inte­grier­te Sys­te­me und spe­zi­ell auf his­to­ri­sche Dächer abge­stimm­te Lösun­gen erwei­tern dabei zuneh­mend die Mög­lich­kei­ten.

Auch die Stadt Mün­chen sieht bei denk­mal­ge­schütz­ten Gebäu­den grund­sätz­lich Spiel­raum für Pho­to­vol­ta­ik, wenn die Anla­gen mit dem jewei­li­gen Erschei­nungs­bild ver­ein­bar sind. Ent­schei­dend bleibt dabei immer die Prü­fung des kon­kre­ten Ein­zel­falls.

 

Fazit aus der Sicht von PV-Navi

Viel­leicht ist gera­de das Unauf­fäl­li­ge an die­ser Anla­ge das eigent­lich Auf­fäl­li­ge. Fast 200 Solar­mo­du­le lie­gen mit­ten im Eng­li­schen Gar­ten auf einem denk­mal­ge­schütz­ten Gebäu­de – und trotz­dem bleibt der Cha­rak­ter des Daches erhal­ten.

Sol­che Bei­spie­le sind wich­tig, weil die Ener­gie­wen­de nicht nur dort statt­fin­den kann, wo schwar­ze Stan­dard­mo­du­le pro­blem­los auf gro­ße moder­ne Dächer pas­sen. Pho­to­vol­ta­ik muss sich auch an beson­de­re Gebäu­de, Archi­tek­tur und ört­li­che Gege­ben­hei­ten anpas­sen kön­nen.

Die Hirschau zeigt: Manch­mal muss sich nicht das Gebäu­de der Pho­to­vol­ta­ik unter­ord­nen. Man kann auch die Pho­to­vol­ta­ik so gestal­ten, dass sie zum Gebäu­de passt.

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Quel­len für Text und Foto

Solar Fabrik: „Far­bi­ge PV-Modu­le für den Eng­li­schen Gar­ten“
Pro­jekt­be­richt von Solar Fabrik

Solar Fabrik: Refe­renz­pro­jekt „Pho­to­vol­ta­ik für den Eng­li­schen Gar­ten in Mün­chen“
Refe­renz­pro­jekt mit tech­ni­schen Daten und Bil­dern

 

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen und Neu­ig­kei­ten fin­den Sie auch in unse­rem PV-Navi-ABC unter Far­bi­ge Solar­mo­du­le
Wei­te­re Infor­ma­tio­nen und Neu­ig­kei­ten fin­den Sie auch in unse­rem PV-Navi-ABC unter Denk­mal­schutz

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