Große Gewerbe- und Industriehallen bieten enorme Flächen für Photovoltaik – und in Hermsdorf (Saale-Holzlandkreis/Thüringen) wurde eine davon konsequent genutzt. Auf dem Trapezblechdach einer Industriehalle hat Göttler & Schmid eine Photovoltaikanlage mit 1.510,18 kWp Leistung realisiert. Auf knapp 9.000 Quadratmetern Dachfläche wurden dafür 3.283 Solarmodule installiert. Nach Berechnungen des Montagesystemherstellers EKV-NORD kann die Anlage mehr als 1,35 Millionen Kilowattstunden Solarstrom pro Jahr erzeugen. Eine Fläche, die ohnehin vorhanden ist, übernimmt damit zusätzlich die Aufgabe eines kleinen Kraftwerks.
Mehr als 3.000 Module auf einem Hallendach
Das Dach der Industriehalle umfasst 8.997 Quadratmeter und besitzt eine Neigung von zwölf Grad. Die 3.283 Module mit jeweils 460 Watt Leistung wurden dachparallel montiert. Zusammen erreichen sie eine installierte Leistung von gut 1,5 Megawatt.
Gerade solche großen Industrie- und Gewerbedächer sind für die Energiewende interessant. Anders als bei neuen Freiflächenanlagen muss für die Stromerzeugung keine zusätzliche Fläche in Anspruch genommen werden. Das Gebäude steht bereits – sein Dach bekommt lediglich eine weitere Aufgabe.
Rechnerisch mehr als 1,35 Millionen Kilowattstunden im Jahr
EKV-NORD geht bei dem Projekt von einem Jahresertrag von rund 900 Kilowattstunden je installiertem Kilowattpeak aus. Daraus ergibt sich rechnerisch eine jährliche Stromproduktion von mehr als 1,35 Millionen Kilowattstunden.
Natürlich hängt der tatsächliche Ertrag eines Solarjahres unter anderem von Sonneneinstrahlung, Wetter und technischen Faktoren ab. Die Größenordnung macht aber deutlich, welches Energiepotenzial auf großen Hallendächern steckt.
Auch die Montage wurde auf die Dimension des Projekts abgestimmt. Zum Einsatz kam das Avanti-Trapezprofil-System von EKV-NORD mit Kurzschienen, die direkt auf der Trapezblecheindeckung befestigt werden. Dadurch können lange Schienenkonstruktionen vermieden und Material sowie Gewicht reduziert werden.
Tausende Hallendächer bieten ähnliche Möglichkeiten
Das Beispiel aus Hermsdorf ist vor allem deshalb interessant, weil dafür keine außergewöhnliche Technologie notwendig ist. Industriehallen, Logistikzentren, Lagerhallen und andere Gewerbegebäude mit großen Dachflächen gibt es überall in Deutschland.
Nicht jedes Dach eignet sich statisch oder wirtschaftlich für eine Photovoltaikanlage. Wo die Voraussetzungen stimmen, können solche Flächen jedoch einen erheblichen Beitrag zur dezentralen Stromerzeugung leisten – häufig sogar dort, wo tagsüber gleichzeitig viel elektrische Energie benötigt wird.
Fazit aus der Sicht von PV-Navi
Knapp 9.000 Quadratmeter Dachfläche waren ohnehin vorhanden. Jetzt können dort zusätzlich mehr als 1,35 Millionen Kilowattstunden Solarstrom pro Jahr erzeugt werden. Genau das macht Photovoltaik auf Industrie- und Gewerbedächern so interessant.
Für die Energiewende müssen wir nicht immer zuerst nach neuen Flächen suchen. Manchmal reicht der Blick nach oben: Auf Hallen, Fabriken, Lagerhäusern und Logistikzentren liegen noch viele große Flächen, die neben ihrem eigentlichen Zweck auch zu Kraftwerken werden können.
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Quelle für Bild und Text:
EKV-NORD: „1,5 MW auf Trapezblech: Großprojekt in Hermsdorf“
Projektbericht bei EKV-NORD
LinkedIn-Beitrag von EKV-NORD
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Anmerkung:
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