Deutschland legt Fahrplan für die Abkehr von fossilen Energien vor

Datum: 2. Oktober 2026
Deutschlandkarte zwischen fossiler Energiegewinnung und einer Zukunft mit Photovoltaik, Windkraft und erneuerbaren Energien.

Deutsch­land hat erst­mals einen eige­nen Fahr­plan für die schritt­wei­se Abkehr von Koh­le, Öl und Gas vor­ge­legt. Bun­des­um­welt­mi­nis­ter Cars­ten Schnei­der prä­sen­tier­te die soge­nann­te Road­map bei der UN-Gene­ral­ver­samm­lung in New York. Deutsch­land gehört damit nach Anga­ben des Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­ums neben Frank­reich und den Nie­der­lan­den zu den ers­ten Län­dern mit einem sol­chen Plan. Die Rich­tung ist beschrie­ben: Mehr erneu­er­ba­re Ener­gien, mehr Elek­tri­fi­zie­rung und lang­fris­tig deut­lich weni­ger Abhän­gig­keit von fos­si­len Ener­gie­im­por­ten. Bis spä­tes­tens 2045 soll die ener­ge­ti­sche Nut­zung fos­si­ler Ener­gie­trä­ger im Zuge der ange­streb­ten Kli­ma­neu­tra­li­tät weit­ge­hend been­det wer­den.

 

Noch immer stammen 65 Prozent der Energie aus fossilen Quellen

Wie groß die Auf­ga­be ist, zei­gen die Zah­len für 2024. Damals ent­fie­len noch 65 Pro­zent des deut­schen Ener­gie­ver­brauchs auf fos­si­le Brenn­stof­fe: 36 Pro­zent auf Mine­ral­öl, 24 Pro­zent auf Erd­gas und fünf Pro­zent auf Koh­le.

Gleich­zei­tig ist Deutsch­land bei die­sen Ener­gie­trä­gern stark von Impor­ten abhän­gig. 98 Pro­zent des Mine­ral­öls und 95 Pro­zent des Erd­ga­ses wur­den impor­tiert, eben­so die gesam­te benö­tig­te Stein­koh­le. Die Kos­ten die­ser Impor­te belie­fen sich 2024 nach Anga­ben des Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­ums auf 76 Mil­li­ar­den Euro.

Der neue Fahr­plan setzt des­halb nicht allein auf einen wei­te­ren Aus­bau von Wind- und Solar­ener­gie. Gleich­zei­tig sol­len Mobi­li­tät, Wär­me­ver­sor­gung und indus­tri­el­le Pro­zes­se zuneh­mend elek­tri­fi­ziert wer­den. Elek­tro­au­tos und Wär­me­pum­pen spie­len dabei eben­so eine Rol­le wie der Aus­bau der Strom­net­ze und eine stär­ke­re Nut­zung von Was­ser­stoff in Berei­chen, in denen eine direk­te Elek­tri­fi­zie­rung schwie­ri­ger ist.

 

Erneuerbare sollen bis 2030 mindestens 80 Prozent erreichen

Im Strom­sek­tor ist der Umbau bereits deut­lich vor­an­ge­schrit­ten. Erneu­er­ba­re Ener­gien decken inzwi­schen rund 55 Pro­zent des deut­schen Brut­to­strom­ver­brauchs. Bis 2030 soll ihr Anteil auf min­des­tens 80 Pro­zent stei­gen. Par­al­lel dazu ist der Koh­le­aus­stieg spä­tes­tens für 2038 vor­ge­se­hen.

Auch Ver­kehr und Wär­me­ver­sor­gung sind Teil des Fahr­plans. Elek­tro­au­tos sol­len zuneh­mend Fahr­zeu­ge mit Ver­bren­nungs­mo­tor erset­zen, wäh­rend Wär­me­pum­pen und Fern­wär­me den Ver­brauch von Öl und Erd­gas beim Hei­zen redu­zie­ren sol­len. Für die Indus­trie gehö­ren Elek­tri­fi­zie­rung und wei­te­re Tech­no­lo­gien zur Dekar­bo­ni­sie­rung zu den zen­tra­len Bau­stei­nen.

Damit wird deut­lich: Der Aus­bau von Pho­to­vol­ta­ik und Wind­ener­gie ist nur ein Teil der Auf­ga­be. Damit erneu­er­ba­rer Strom fos­si­le Ener­gie­trä­ger tat­säch­lich erset­zen kann, müs­sen immer mehr Anwen­dun­gen auf Strom umge­stellt wer­den.

 

Ein deutscher Fahrplan mit internationalem Hintergrund

Der Vor­stoß steht im Zusam­men­hang mit der inter­na­tio­na­len Kli­ma­po­li­tik. Bei der Welt­kli­ma­kon­fe­renz COP28 in Dubai hat­ten sich die Staa­ten 2023 auf einen Über­gang weg von fos­si­len Ener­gien in den Ener­gie­sys­te­men ver­stän­digt. Mit der jetzt vor­ge­stell­ten Road­map beschreibt die Bun­des­re­gie­rung, wie Deutsch­land die­sen Über­gang in ver­schie­de­nen Berei­chen umset­zen will.

Dabei han­delt es sich aller­dings nicht um einen bis ins Detail fest­ge­leg­ten Maß­nah­men­plan. Vie­le kon­kre­te Schrit­te und deren Aus­ge­stal­tung blei­ben Gegen­stand poli­ti­scher und gesetz­ge­be­ri­scher Ent­schei­dun­gen.

 

Fazit aus der Sicht von PV-Navi

Inter­es­sant an die­sem Fahr­plan ist vor allem das Zusam­men­spiel der ver­schie­de­nen Berei­che. Mehr Pho­to­vol­ta­ik und Wind­ener­gie allein rei­chen nicht aus, wenn Ver­kehr, Wär­me und Indus­trie wei­ter­hin über­wie­gend von Öl und Gas abhän­gig blei­ben. Je mehr die­ser Berei­che elek­tri­fi­ziert wer­den, des­to stär­ker kön­nen erneu­er­ba­re Ener­gien fos­si­le Ener­gie­trä­ger tat­säch­lich erset­zen.

Für Pho­to­vol­ta­ik bedeu­tet das gleich­zei­tig eine wach­sen­de Auf­ga­be: Solar­strom wird künf­tig nicht nur für Licht, Haus­halts­ge­rä­te und klas­si­sche Strom­ver­brau­cher benö­tigt. Er kann zuneh­mend auch Autos antrei­ben, Gebäu­de behei­zen, Bat­te­rie­spei­cher fül­len und indus­tri­el­le Pro­zes­se ver­sor­gen.

Und noch ein Aspekt ist wich­tig: Weni­ger Öl, Gas und Koh­le zu ver­brau­chen bedeu­tet gleich­zei­tig, weni­ger Ener­gie aus dem Aus­land ein­kau­fen zu müs­sen. Der wei­te­re Aus­bau erneu­er­ba­rer Ener­gien ist damit nicht nur eine Fra­ge des Kli­ma­schut­zes, son­dern auch eine Mög­lich­keit, einen grö­ße­ren Teil unse­rer Ener­gie selbst zu erzeu­gen.

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Quel­le für Bild und Text: Pres­se­er­klä­rung

Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Umwelt, Kli­ma­schutz, Natur­schutz und nuklea­re Sicher­heit, Pres­se­mit­tei­lung vom 23. Sep­tem­ber 2026:
Deutsch­land legt Fahr­plan für schritt­wei­se Abkehr von fos­si­len Ener­gien vor

Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­um, Ori­gi­nal­do­ku­ment:
Deutsch­lands Road­map für die schritt­wei­se Abkehr von fos­si­len Ener­gien

 

Foto: PV-Navi/ChatGPT (KI-gene­riert)

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