Mehr als 300 Unternehmen, Verbände, wissenschaftliche Einrichtungen, Institutionen und öffentliche Akteure haben sich zusammengetan und seit Dienstag dieser Woche ist das Ergebnis online: Der neue Energiewenderechner des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) macht sichtbar, wie die Energiewende in Deutschland regional vorankommen kann. Das Besondere daran: Die Betrachtung endet nicht bei bundesweiten Ausbauzielen oder einzelnen Bundesländern. Nutzer können bis auf die Ebene einzelner Landkreise gehen, unterschiedliche Entwicklungen durchspielen und untersuchen, wie Erzeugung, Verbrauch, Speicher und weitere Technologien künftig zusammenspielen könnten.
Aus großen Ausbauzielen wird Energiewende vor Ort
Über die Energiewende wird häufig in großen Zahlen gesprochen: Gigawatt Photovoltaik, neue Windkraftleistung, Stromverbrauch oder Speicherbedarf für ganz Deutschland. Gebaut und umgesetzt wird die Energiewende aber vor Ort. Genau hier setzt der neue Energiewenderechner an. Über eine interaktive Karte können Regionen ausgewählt und betrachtet werden. Dabei lässt sich nicht nur der aktuelle Stand darstellen. Nutzer können auch eigene Szenarien verändern, vergleichen und bis zum Jahr 2045 weiterentwickeln.
So lässt sich beispielsweise untersuchen, was passiert, wenn in einer Region mehr Photovoltaik oder Windenergie hinzukommt, Speicher ausgebaut werden oder sich der Stromverbrauch durch Elektromobilität, Wärmepumpen und andere Anwendungen verändert. Hinter dem einfach zugänglichen Werkzeug steckt eine umfangreiche Datengrundlage. Unter anderem werden acht Wetterjahre auf Stundenbasis berücksichtigt. Deutschland wird dafür in einem Raster von sechs mal sechs Kilometern mit mehr als 10.000 Rasterpunkten abgebildet. Auch Daten aus dem Marktstammdatenregister fließen ein.
305 Unterstützer schaffen eine gemeinsame Grundlage
Bemerkenswert ist nicht nur der Rechner selbst. 305 Unternehmen, Verbände, Institutionen und öffentliche Akteure unterstützen das Projekt. Dazu gehören Akteure aus Energiewirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung ebenso wie Projektierer, Netzbetreiber, Stadtwerke und Hersteller. Das zeigt, wie wichtig eine gemeinsame Datengrundlage für die nächste Phase der Energiewende wird. Denn künftig reicht es nicht mehr, ausschließlich darüber zu sprechen, wie viele Solar- oder Windkraftanlagen zusätzlich gebaut werden müssen.
Entscheidend wird zunehmend, wo und wann Strom erzeugt und verbraucht wird und wie Speicher, Netze und flexible Verbraucher damit zusammenspielen. Der Energiewenderechner soll dabei keine vollständige Stromnetzsimulation ersetzen. Er kann aber Zusammenhänge sichtbar machen und unterschiedliche Entwicklungen vergleichbar machen. Gerade für Kommunen, Energieakteure und interessierte Bürger entsteht damit eine Möglichkeit, die Energiewende der eigenen Region aus einer neuen Perspektive zu betrachten.
Fazit aus der Sicht von PV-Navi
Dieses neue Werkzeug trifft ziemlich genau einen Gedanken, der auch hinter PV-Navi steckt: Die Energiewende findet nicht irgendwo abstrakt in Deutschland statt. Sie findet in unseren Städten, Gemeinden und Landkreisen statt. Bei PV-Navi ordnen wir deshalb viele unserer Inhalte schon heute regional zu. Denn bundesweite Gigawatt-Ziele werden wesentlich greifbarer, wenn daraus die Frage wird: Was passiert eigentlich bei uns vor Ort?
Der neue Energiewenderechner geht noch einen Schritt weiter. Er zeigt nicht nur, wo eine Region heute steht, sondern ermöglicht es, unterschiedliche Wege in die Zukunft durchzuspielen. Und dass sich dafür 305 Akteure hinter einer gemeinsamen Datengrundlage versammeln, ist vielleicht fast genauso bemerkenswert wie das Werkzeug selbst. Denn die nächste Phase der Energiewende wird nicht allein davon abhängen, möglichst viele Anlagen zu bauen. Erzeugung, Verbrauch, Speicher und Netze müssen zunehmend zusammen gedacht werden und zwar genau dort, wo sie tatsächlich aufeinandertreffen.
Die Energiewende bekommt damit nicht nur Zahlen. Sie bekommt eine Adresse.
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Quelle: Bundesverband Erneuerbare Energie e. V. (BEE), Energiewenderechner
Gestartet am 15. September 2026 — Entwickelt gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE.
BEE – Energiewenderechner und weitere Informationen
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