Solartunnel in Seoul: Photovoltaik schützt vor Verkehrslärm

Datum: 14. September 2026
Solartunnel über dem Dongbu Expressway in Seoul verbindet Lärmschutz mit Photovoltaik und moderner Verkehrsinfrastruktur.

Mit­ten in Seo­ul zeigt ein unge­wöhn­li­ches Pro­jekt, dass Pho­to­vol­ta­ik weit mehr kann, als Strom auf Haus­dä­chern zu erzeu­gen. Auf einem 479 Meter lan­gen Abschnitt des Dong­bu Express­way wur­de ein Pho­to­vol­ta­ik-Lärm­schutz­tun­nel errich­tet. Ins­ge­samt 2.736 spe­zi­el­le Solar­mo­du­le über­neh­men dabei gleich zwei Auf­ga­ben: Sie erzeu­gen erneu­er­ba­ren Strom und tra­gen gleich­zei­tig zum Schutz der angren­zen­den Wohn­ge­bie­te vor Ver­kehrs­lärm bei. Die Anla­ge ver­fügt über eine Leis­tung von 902,8 kW und soll jähr­lich rund 830.000 kWh Strom erzeu­gen. Damit wird eine ohne­hin benö­tig­te Ver­kehrs­in­fra­struk­tur zusätz­lich zum Kraft­werk und zeigt ein­drucks­voll, wel­ches Poten­zi­al in der Mehr­fach­nut­zung bereits vor­han­de­ner Flä­chen steckt.

 

Solarmodule werden selbst zum Lärmschutz

Das Beson­de­re an der Anla­ge ist ihre Kon­struk­ti­on. Die Pho­to­vol­ta­ik wur­de nicht ein­fach nach­träg­lich auf einen vor­han­de­nen Tun­nel mon­tiert. Nach Anga­ben der Stadt Seo­ul wur­den ins­ge­samt 2.736 schall­däm­men­de Pho­to­vol­ta­ik­mo­du­le mit­ein­an­der ver­bun­den und damit unmit­tel­bar in die Lärm­schutz­kon­struk­ti­on inte­griert.

Die Solar­an­la­ge erstreckt sich über eine Flä­che von 5.472 Qua­drat­me­tern. Mit ihrer Leis­tung von 902,8 kW soll sie jähr­lich etwa 830.000 kWh Solar­strom erzeu­gen. Die Stadt Seo­ul bezif­fer­te dies bei der Fer­tig­stel­lung auf den dama­li­gen Strom­be­darf von rund 300 Haus­hal­ten.

Gleich­zei­tig erfüllt die Kon­struk­ti­on wei­ter­hin ihren ursprüng­li­chen Zweck: Sie redu­ziert den Ver­kehrs­lärm für die angren­zen­den Wohn­ge­bie­te. Aus einer tech­ni­schen Infra­struk­tur mit einer Auf­ga­be wird damit eine Anla­ge mit zusätz­li­chem ener­ge­ti­schem Nut­zen.

 

Vorhandene Infrastruktur doppelt nutzen

Gera­de in dicht besie­del­ten Groß­städ­ten sind geeig­ne­te Flä­chen knapp. Stra­ßen, Gebäu­de und ande­re Infra­struk­tur bean­spru­chen bereits gro­ße Tei­le des ver­füg­ba­ren Raums. Des­halb wird die Fra­ge immer wich­ti­ger, ob sol­che Flä­chen zusätz­lich für die Ener­gie­er­zeu­gung genutzt wer­den kön­nen.

Der Pho­to­vol­ta­ik-Lärm­schutz­tun­nel in Seo­ul lie­fert dar­auf eine inter­es­san­te Ant­wort. Die Ver­kehrs­flä­che bleibt erhal­ten, der not­wen­di­ge Lärm­schutz wird gewähr­leis­tet und gleich­zei­tig ent­steht erneu­er­ba­rer Strom.

Natür­lich lässt sich die­ses Kon­zept nicht auf jede Stra­ße über­tra­gen. Aus­rich­tung, Son­nen­ein­strah­lung, Sta­tik, Ver­kehrs­si­cher­heit, War­tung und Wirt­schaft­lich­keit müs­sen jeweils geprüft wer­den. Doch gera­de bei neu errich­te­ten oder ohne­hin zu erneu­ern­den Lärm­schutz­an­la­gen lohnt es sich, Pho­to­vol­ta­ik von Anfang an mit­zu­den­ken.

 

Fazit aus der Sicht von PV-Navi

Bei der Ener­gie­wen­de wird häu­fig dar­über dis­ku­tiert, wo zusätz­li­che Flä­chen für Pho­to­vol­ta­ik gefun­den wer­den sol­len. Viel­leicht soll­ten wir öfter anders­her­um den­ken: Wel­che Infra­struk­tur müs­sen wir ohne­hin bau­en und wel­chen zusätz­li­chen Nut­zen könn­te sie über­neh­men? Der Pho­to­vol­ta­ik-Lärm­schutz­tun­nel in Seo­ul macht genau das vor. Er schützt Men­schen vor Ver­kehrs­lärm und pro­du­ziert gleich­zei­tig Solar­strom. Eine Kon­struk­ti­on, zwei Auf­ga­ben und kein zusätz­li­cher Flä­chen­ver­brauch für die Strom­erzeu­gung. Sol­che Ideen brau­chen wir für eine Ener­gie­wen­de, die vor­han­de­ne Flä­chen mög­lichst intel­li­gent nutzt.

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Ori­gi­nal­quel­le für die end­gül­ti­gen Pro­jekt­da­ten:
Seo­ul Metro­po­li­tan Govern­ment – fer­tig­ge­stell­ter Pho­to­vol­ta­ik-Lärm­schutz­tun­nel

Quel­le für das Pro­jekt­fo­to:
Korea.net – ursprüng­li­cher Bericht zum Solar­tun­nel mit Foto

Bild: Die Stadt Seo­ul soll einen schall­dich­ten und solar­ener­gie­er­zeu­gen­den Tun­nel ent­lang der Dong­bu Express­way instal­lie­ren. (Metro­pol­re­gie­rung von Seo­ul)

 

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