Wie viel Platz braucht die Photovoltaik wirklich?

Datum: 31. August 2026
Blick auf eine Stadt mit Wohnhäusern, Gewerbeflächen, Parkplätzen und umliegender Landwirtschaft. Die Sonnen markieren beispielhaft die vielen unterschiedlichen Flächen, auf denen Photovoltaik bereits genutzt wird oder künftig Solarstrom erzeugt werden könnte.

Der wei­te­re Aus­bau der Pho­to­vol­ta­ik wird immer wie­der mit der Sor­ge ver­bun­den, dass Deutsch­land irgend­wann mit Solar­mo­du­len zuge­baut sein könn­te. Doch ein Blick in die aktu­el­le Fak­ten­samm­lung des Fraun­ho­fer-Insti­tuts für Sola­re Ener­gie­sys­te­me ISE zeigt ein ande­res Bild: Für Solar­strom ste­hen sehr viel mehr geeig­ne­te Flä­chen zur Ver­fü­gung, als für die Ener­gie­wen­de tat­säch­lich benö­tigt wer­den. Ent­schei­dend ist des­halb weni­ger die Fra­ge, ob genü­gend Platz vor­han­den ist, son­dern wie intel­li­gent wir ihn nut­zen.

 

Auf den Gebäuden schlummert enormes Potenzial

In Deutsch­land gibt es rund 40 Mil­lio­nen Gebäu­de. Dächer und Fas­sa­den bie­ten nach Berech­nun­gen, auf die sich Fraun­ho­fer ISE bezieht, ein tech­ni­sches Pho­to­vol­ta­ik-Poten­zi­al von rund 1.000 Giga­watt­peak.

Davon wird bis­lang nur ein klei­ner Teil aus­ge­schöpft. Weni­ger als zehn Pro­zent des Dach­po­ten­zi­als und weni­ger als ein Pro­mil­le des Fas­sa­den­po­ten­zi­als wer­den genutzt. Gera­de an Gebäu­den besteht damit noch ein enor­mes Aus­bau­po­ten­zi­al, ohne dafür zusätz­li­che Frei­flä­chen in Anspruch neh­men zu müs­sen.

 

Selbst Parkplätze können zu Kraftwerken werden

Auch bereits ver­sie­gel­te Flä­chen bie­ten Mög­lich­kei­ten. Deutsch­land ver­fügt über mehr als 300.000 grö­ße­re Park­plät­ze. Wür­den geeig­ne­te Flä­chen davon mit Pho­to­vol­ta­ik über­dacht, ergibt sich laut Fraun­ho­fer ein tech­ni­sches Poten­zi­al von rund 59 Giga­watt­peak.

Neben­bei könn­ten die Modu­le Fahr­zeu­ge vor Son­ne und Nie­der­schlag schüt­zen. Wei­te­re Mög­lich­kei­ten bie­ten unter ande­rem Lärm­schutz­wän­de und Flä­chen ent­lang von Ver­kehrs­we­gen.

 

Landwirtschaft und Solarstrom müssen keine Gegner sein

Beson­ders groß ist das Poten­zi­al der Agri-Pho­to­vol­ta­ik. Deutsch­land ver­fügt über knapp 17 Mil­lio­nen Hekt­ar land­wirt­schaft­lich genutz­te Flä­che. Bei Agri-PV bleibt die land­wirt­schaft­li­che Nut­zung erhal­ten, wäh­rend auf der­sel­ben Flä­che zusätz­lich Solar­strom erzeugt wird.

Fraun­ho­fer bezif­fert allein das tech­ni­sche Poten­zi­al hoch auf­ge­stän­der­ter Agri-PV unter bestimm­ten Annah­men auf rund 1,7 Tera­watt­peak. Wei­te­re rund 1,2 Tera­watt­peak könn­ten durch ande­re Agri-PV-Kon­zep­te auf Dau­er­grün­land hin­zu­kom­men. Die­se Zah­len beschrei­ben tech­ni­sche Poten­zia­le und kei­nes­wegs Flä­chen, die tat­säch­lich voll­stän­dig bebaut wer­den sol­len. Sie zei­gen aber die Grö­ßen­ord­nung der vor­han­de­nen Mög­lich­kei­ten.

 

Solarstrom nutzt Flächen erstaunlich effizient

Inter­es­sant wird der Ver­gleich mit dem Anbau von Ener­gie­pflan­zen. Auf rund 13 Pro­zent der land­wirt­schaft­li­chen Flä­che Deutsch­lands wach­sen der­zeit Pflan­zen zur Ener­gie­ge­win­nung.

Fraun­ho­fer ver­gleicht bei­spiels­wei­se die Strom­aus­beu­te von Silo­mais mit Agri-PV. Danach kann Agri-PV auf der­sel­ben Flä­che unge­fähr 32-mal so viel elek­tri­sche Ener­gie bereit­stel­len wie die Strom­erzeu­gung über Silo­mais – wäh­rend die Flä­che bei Agri-PV wei­ter­hin land­wirt­schaft­lich genutzt wer­den kann.

 

Auch Solarparks können Natur Raum geben

Frei­flä­chen­an­la­gen müs­sen zudem nicht zwangs­läu­fig öko­lo­gisch wert­vol­le Flä­chen zer­stö­ren. Wird inten­siv bewirt­schaf­te­tes Acker­land in exten­siv gepfleg­tes Grün­land unter und zwi­schen Solar­mo­du­len umge­wan­delt, kann die Arten­viel­falt sogar pro­fi­tie­ren.

Grö­ße­re Rei­hen­ab­stän­de, Wild­pflan­zen statt Gras­mo­no­kul­tu­ren und eine scho­nen­de Grün­pfle­ge kön­nen aus einem Solar­park zusätz­lich einen Lebens­raum für Pflan­zen und Tie­re machen. Fraun­ho­fer spricht in die­sem Zusam­men­hang von Bio­di­ver­si­täts-PV.

 

Fazit von PV-Navi

Die Dis­kus­si­on über den Flä­chen­be­darf der Pho­to­vol­ta­ik wird häu­fig geführt, als müss­ten wir uns zwi­schen Solar­strom, Land­wirt­schaft, Natur und unse­ren Städ­ten ent­schei­den. Die Zah­len des Fraun­ho­fer ISE zei­gen, dass die­se Gegen­sät­ze so nicht bestehen müs­sen. Dächer, Fas­sa­den, Park­plät­ze, Ver­kehrs­flä­chen, Agri-PV und sinn­voll geplan­te Solar­parks bie­ten enor­me Mög­lich­kei­ten. Wir haben nicht zu wenig Platz für die Ener­gie­wen­de. Wir müs­sen den vor­han­de­nen Platz nur intel­li­gen­ter nut­zen.

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Quel­le: Fraun­ho­fer-Insti­tut für Sola­re Ener­gie­sys­te­me ISE,
Dr. Har­ry Wirth: Aktu­el­le Fak­ten zur Pho­to­vol­ta­ik in Deutsch­land

Foto: PV-Navi/ChatGPT (KI-gene­riert)

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