Solarstrom im Überfluss – wohin damit?

Datum: 6. September 2026
Illustration einer vernetzten Energieversorgung mit Photovoltaik, Batteriespeicher, Elektroauto, Wärmepumpe und Stromnetz.

Immer mehr Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen sor­gen dafür, dass Deutsch­land an son­ni­gen Tagen zeit­wei­se sehr gro­ße Men­gen Solar­strom erzeugt. Was gele­gent­lich als Pro­blem der Ener­gie­wen­de dar­ge­stellt wird, ist zunächst ein­mal ein Erfolg: Es steht reich­lich sau­be­rer und güns­ti­ger Strom zur Ver­fü­gung. Die eigent­li­che Auf­ga­be besteht dar­in, Erzeu­gung und Ver­brauch bes­ser zusam­men­zu­brin­gen. Spei­cher, fle­xi­ble Strom­ta­ri­fe, Elek­tro­au­tos und Wär­me­pum­pen kön­nen dabei eine ent­schei­den­de Rol­le spie­len.

 

Solarstrom kommt nicht immer zur richtigen Zeit

Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen pro­du­zie­ren beson­ders viel Strom rund um die Mit­tags­stun­den. Der Strom­ver­brauch ver­teilt sich dage­gen über den gesam­ten Tag und erreicht häu­fig auch mor­gens und abends hohe Wer­te.

Mit wach­sen­der Solar­leis­tung ent­ste­hen des­halb zuneh­mend Stun­den mit einem sehr gro­ßen Strom­an­ge­bot. Gleich­zei­tig wird am Abend wie­der mehr Strom aus ande­ren Quel­len benö­tigt.

Das ist kein grund­sätz­li­ches Pro­blem der Pho­to­vol­ta­ik. Es zeigt viel­mehr, dass sich mit dem Aus­bau der Strom­erzeu­gung auch unser Umgang mit Ener­gie ver­än­dern muss.

 

Batteriespeicher verschieben die Sonne

Bat­te­rie­spei­cher kön­nen Solar­strom auf­neh­men, wenn mehr davon vor­han­den ist als unmit­tel­bar benö­tigt wird, und ihn eini­ge Stun­den spä­ter wie­der zur Ver­fü­gung stel­len.

Bei pri­va­ten Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen ist die­ses Prin­zip längst ver­brei­tet. Immer häu­fi­ger ent­ste­hen aber auch gro­ße Bat­te­rie­spei­cher, die direkt am Strom­markt arbei­ten und zur Sta­bi­li­sie­rung des Strom­net­zes bei­tra­gen kön­nen.

Damit lässt sich ein Teil der Mit­tags­spit­ze in die Abend­stun­den ver­schie­ben – genau dann, wenn Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen immer weni­ger oder kei­nen Strom mehr erzeu­gen.

 

Auch der Verbrauch kann der Sonne folgen

Nicht jede Kilo­watt­stun­de muss aller­dings zwi­schen­ge­spei­chert wer­den. Genau­so sinn­voll ist es, Strom dann zu ver­brau­chen, wenn beson­ders viel davon vor­han­den ist.

Elek­tro­au­tos kön­nen tags­über gela­den wer­den, Wär­me­pum­pen Wär­me auf Vor­rat erzeu­gen und Unter­neh­men ener­gie­in­ten­si­ve Pro­zes­se teil­wei­se in güns­ti­ge Stun­den ver­schie­ben. Auch Haus­halts­ge­rä­te und intel­li­gen­te Ener­gie­ma­nage­ment­sys­te­me kön­nen dar­auf reagie­ren.

Varia­ble Strom­ta­ri­fe schaf­fen dafür einen zusätz­li­chen Anreiz: Ist viel erneu­er­ba­rer Strom vor­han­den und der Bör­sen­preis nied­rig, wird auch der Strom­be­zug güns­ti­ger.

 

Elektroautos könnten selbst zu Speichern werden

Noch inter­es­san­ter wird die Elek­tro­mo­bi­li­tät durch bidi­rek­tio­na­les Laden. Elek­tro­au­tos neh­men dann nicht nur Strom auf, son­dern kön­nen einen Teil ihrer gespei­cher­ten Ener­gie bei Bedarf wie­der an ein Gebäu­de oder das Strom­netz abge­ben.

Mil­lio­nen Elek­tro­fahr­zeu­ge wür­den damit zusam­men eine enor­me Spei­cher­ka­pa­zi­tät bereit­stel­len, die ohne­hin vor­han­den ist und nicht aus­schließ­lich für das Strom­netz gebaut wer­den müss­te.

Tech­nisch ist vie­les davon bereits mög­lich. Ent­schei­dend wird sein, die regu­la­to­ri­schen und wirt­schaft­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für einen brei­ten Ein­satz zu schaf­fen.

 

Netze müssen intelligenter werden

Auch Strom­net­ze blei­ben ein wich­ti­ger Bestand­teil der Lösung. Sie müs­sen aus­ge­baut, digi­ta­li­siert und fle­xi­bler betrie­ben wer­den.

Dabei geht es nicht nur dar­um, immer neue Lei­tun­gen zu bau­en. Intel­li­gen­te Steue­rung kann dafür sor­gen, dass Erzeu­ger, Spei­cher und Ver­brau­cher bes­ser auf­ein­an­der reagie­ren. Aus Mil­lio­nen ein­zel­ner Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen, Bat­te­rie­spei­cher, Wär­me­pum­pen und Elek­tro­au­tos ent­steht so zuneh­mend ein ver­netz­tes Ener­gie­sys­tem.

 

Fazit von PV-Navi

Viel Solar­strom ist kein Pro­blem, das wir ver­hin­dern müs­sen – son­dern ein Ange­bot, das wir bes­ser nut­zen soll­ten. Die nächs­te Pha­se der Ener­gie­wen­de besteht des­halb nicht allein dar­in, immer mehr Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen zu bau­en. Spei­cher, Elek­tro­au­tos, Wär­me­pum­pen, fle­xi­ble Ver­brau­cher und intel­li­gen­te Net­ze müs­sen jetzt genau­so kon­se­quent wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den. Wenn Ver­brauch und Spei­che­rung stär­ker der Erzeu­gung fol­gen, wird aus ver­meint­li­chem Solar­strom­über­schuss wert­vol­le Ener­gie für die Stun­den, in denen wir sie brau­chen.

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Quel­le: Fraun­ho­fer-Insti­tut für Sola­re Ener­gie­sys­te­me ISE,
Dr. Har­ry Wirth: Aktu­el­le Fak­ten zur Pho­to­vol­ta­ik in Deutsch­land

Foto: PV-Navi/ChatGPT (KI-gene­riert)

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