Die Photovoltaik hat in Deutschland einen neuen Rekord erreicht: Im Juli 2026 wurden erstmals innerhalb eines Monats rund 12 Milliarden Kilowattstunden Solarstrom in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Der tatsächliche Solarertrag lag sogar noch höher, denn der direkt vor Ort verbrauchte Strom von privaten und gewerblichen Anlagen ist in dieser Zahl noch gar nicht enthalten. Gleichzeitig wird politisch über eine Verschlechterung der Rahmenbedingungen für neue Photovoltaikanlagen diskutiert.
Solarstrom wird zur tragenden Säule
Zur Mittagszeit erreichten die deutschen Photovoltaikanlagen im Juli eine durchschnittliche Einspeiseleistung von mehr als 40.000 Megawatt. Gerade in diesen Stunden ist auch der Strombedarf besonders hoch.
Über den gesamten Tagesverlauf verdrängt die Photovoltaik damit erhebliche Mengen Strom aus Kohle- und Gaskraftwerken. Aus einer Technologie, die vor einigen Jahrzehnten noch als Ergänzung betrachtet wurde, ist längst eine tragende Säule der deutschen Stromversorgung geworden.
Millionen Menschen haben investiert
Hinter diesem Erfolg stehen nicht nur große Solarparks. Millionen private Hauseigentümer, Landwirte, Gewerbebetriebe und mittelständische Unternehmen haben in den vergangenen Jahren in Photovoltaikanlagen investiert und damit einen wesentlichen Beitrag zu dieser Entwicklung geleistet.
Der neue Monatsrekord zeigt deshalb auch, was entstehen kann, wenn Bürger und Unternehmen bereit sind, eigenes Kapital in die Energiewende zu investieren.
IWR widerspricht Diskussion um Solarförderung
Das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) weist im Zusammenhang mit dem Rekord auf ein häufiges Missverständnis bei der EEG-Vergütung hin. Neue Photovoltaikanlagen auf Wohngebäuden erhalten derzeit einen gesetzlichen Vergütungsanspruch von rund sieben Cent je eingespeister Kilowattstunde. Diese sieben Cent entsprechen jedoch nicht automatisch einer staatlichen Förderung in gleicher Höhe.
Der Solarstrom wird zunächst an der Strombörse vermarktet. Ausgeglichen wird über das EEG lediglich die Differenz zwischen dem erzielten Börsenerlös und dem gesetzlichen Vergütungsanspruch. Liegt der Börsenpreis darüber, entstehen für diese Kilowattstunde keine entsprechenden EEG-Differenzkosten.
Alte Anlagen verursachen höhere Kosten
Ein erheblicher Teil der heutigen EEG-Differenzkosten geht vielmehr auf ältere Photovoltaikanlagen zurück. Insbesondere für Anlagen aus den Jahren 2010 bis 2013 gelten aufgrund der damals wesentlich höheren Investitionskosten noch Vergütungssätze von teilweise 30 bis über 40 Cent je Kilowattstunde.
Diese Ansprüche laufen nach jeweils 20 Jahren schrittweise aus. Die Kosten dieser Altverträge werden daher in den kommenden Jahren unabhängig davon sinken, welche Vergütung neue Photovoltaikanlagen erhalten.
Fazit von PV-Navi
Zwölf Milliarden Kilowattstunden Solarstrom in nur einem Monat sind ein beeindruckender Beleg dafür, was die Photovoltaik inzwischen für unsere Stromversorgung leistet. Diesen Erfolg haben Millionen Menschen und Unternehmen mit ihren Investitionen ermöglicht. Gerade deshalb wäre es aus Sicht von PV-Navi das falsche Signal, ausgerechnet jetzt neue Unsicherheiten für zukünftige Investoren zu schaffen. Wer möchte, dass Bürger und Unternehmen weiterhin eigenes Geld in die Energiewende investieren, sollte ihnen verlässliche Rahmenbedingungen bieten – und einen erfolgreichen Weg nicht ausgerechnet dann infrage stellen, wenn er neue Rekorde erreicht.
___________________
Quelle für Bild und Text:
IWR-Pressemitteilung bei Solarbranche.de
Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR):
Neues Solar-Allzeithoch in Deutschland: Erstmals 12 Milliarden kWh Solarstrom in einem Monat
Foto: PV-Navi/ChatGPT (KI-generiert)
___________________
Anmerkung:
Als Informationsdrehscheibe zu allen Bereichen rund um die Themen Photovoltaik und Energiewende hat PV-Navi Informationen aus vielen tausend Quellen zusammengetragen und übersichtlich aufbereitet.
Neben den täglichen NEWS finden Sie auf dieser Domain auch viele Informationen zu gewerblichen Anbietern, Veranstaltungen, Förderungen, besonderen Akteuren, Infoquellen, das PV-Navi-ABC und vieles mehr.