Die Solarenergie hat im ersten Halbjahr 2026 europaweit einen neuen Meilenstein erreicht. Sowohl in Deutschland als auch in der Europäischen Union wurde mehr Solarstrom ins öffentliche Netz eingespeist als jemals zuvor. Gleichzeitig trugen Wind- und Solarenergie maßgeblich dazu bei, die Strompreise trotz gestiegener Gaspreise auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau zu halten. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE auf Basis der Datenplattform Energy Charts.
Photovoltaik auf Rekordkurs
In Deutschland stieg die öffentliche Nettostromerzeugung aus Photovoltaik auf 43,2 Terawattstunden und erreichte damit einen neuen Höchstwert. Auch europaweit setzte sich der Ausbau fort: Seit 2015 hat sich die Einspeisung von Solarstrom in der EU mehr als verdreifacht. Zusammen mit der Windkraft sorgten die erneuerbaren Energien dafür, dass ihr Anteil an der öffentlichen Nettostromerzeugung in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 bei 61,8 Prozent lag.
Erneuerbare Energien stabilisieren die Strompreise
Obwohl der Gaspreis infolge des Iran-Kriegs deutlich anstieg, blieb der Börsenstrompreis vergleichsweise stabil. Der hohe Anteil von Wind- und Solarstrom verhinderte, dass die gestiegenen Kosten für Gaskraftwerke vollständig auf den Strompreis durchschlugen. Nach Berechnungen des Fraunhofer ISE wären die Börsenstrompreise ohne die starke Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien deutlich höher ausgefallen.
Speicher werden zum entscheidenden Faktor
Mit dem weiteren Ausbau der Photovoltaik wächst auch der Bedarf an Batteriespeichern. Zwar wurden im ersten Halbjahr 2026 bereits mehr Großspeicher in Betrieb genommen als im gesamten Vorjahr, dennoch sehen die Forscher weiterhin eine deutliche Speicherlücke. Zusätzliche Speicherkapazitäten könnten überschüssigen Solarstrom aufnehmen und in den Abendstunden bereitstellen. Dadurch ließen sich sowohl negative Strompreise während sonniger Mittagsstunden als auch hohe Preisspitzen am Abend reduzieren.
Fazit von PV-Navi
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Photovoltaik längst zu einer tragenden Säule der europäischen Stromversorgung geworden ist. Gleichzeitig wird deutlich, dass der weitere Erfolg der Energiewende nicht mehr allein vom Ausbau neuer Solaranlagen abhängt. Mindestens ebenso wichtig sind leistungsfähige Speicher und intelligente Stromnetze, damit die wachsenden Mengen an Solarstrom jederzeit effizient genutzt werden können.
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Quelle für Bild und Text:
Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE – Energy Charts
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