Was Atomkraft verspricht, liefern Erneuerbare schon heute

Datum: 23. Juli 2026
Infografik mit einer Gegenüberstellung von Atomkraft und erneuerbaren Energien. Verglichen werden unter anderem Bauzeit, Kosten, Versorgungssicherheit, Klimawirkung und Wirtschaftlichkeit.

Stei­gen­de Ener­gie­prei­se, geo­po­li­ti­sche Kri­sen und die Dis­kus­si­on über Ver­sor­gungs­si­cher­heit brin­gen die Atom­kraft wie­der stär­ker ins Gespräch. Doch wäh­rend neue Kern­kraft­wer­ke oft erst nach vie­len Jah­ren ans Netz gehen, lie­fern Wind- und Solar­an­la­gen schon heu­te bezahl­ba­ren Strom – und kön­nen mit moder­nen Bat­te­rie­spei­chern immer bes­ser ergänzt wer­den. Zu die­sem Ergeb­nis kommt die AREAM Group in einer aktu­el­len Ana­ly­se.

 

Erneuerbare punkten bei Tempo und Kosten

Der Bau neu­er Kern­kraft­wer­ke ist kom­plex, teu­er und lang­wie­rig. Als Bei­spiel nennt die AREAM Group das bri­ti­sche Kern­kraft­werk Hin­k­ley Point C. Ursprüng­lich für 2025 geplant, wird die Inbe­trieb­nah­me inzwi­schen erst für 2030 erwar­tet. Gleich­zei­tig sind die Bau­kos­ten deut­lich gestie­gen. Dem­ge­gen­über kön­nen Solar- und Wind­parks inner­halb weni­ger Jah­re rea­li­siert wer­den und erzeu­gen bereits heu­te kos­ten­güns­ti­gen Strom.

 

Versorgungssicherheit neu gedacht

Ein häu­fi­ges Argu­ment für die Atom­kraft ist ihre hohe Zuver­läs­sig­keit. Doch auch Kern­kraft­wer­ke sind nicht frei von Ein­schrän­kun­gen. So muss­ten in Frank­reich wäh­rend som­mer­li­cher Hit­ze­pe­ri­oden Reak­to­ren ihre Leis­tung redu­zie­ren. Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen hin­ge­gen lie­fern gera­de an son­ni­gen Som­mer­ta­gen ihre höchs­ten Erträ­ge. In Kom­bi­na­ti­on mit Bat­te­rie­spei­chern kann die­ser Strom zuneh­mend zeit­ver­setzt genutzt wer­den.

 

Mehr Unabhängigkeit durch heimische Energie

Der Aus­bau erneu­er­ba­rer Ener­gien stärkt nicht nur den Kli­ma­schutz, son­dern redu­ziert auch die Abhän­gig­keit von Ener­gie­im­por­ten. Län­der mit einem hohen Anteil an Solar- und Wind­ener­gie kön­nen Preis­schwan­kun­gen auf den inter­na­tio­na­len Ener­gie­märk­ten bes­ser abfe­dern und ihre Ener­gie­ver­sor­gung brei­ter auf­stel­len. Dezen­tra­le Anla­gen erhö­hen zudem die Wider­stands­fä­hig­keit des Ener­gie­sys­tems.

 

Fazit aus der Sicht von PV-Navi

Die Tech­no­lo­gien für eine kli­ma­freund­li­che Ener­gie­ver­sor­gung sind längst vor­han­den. Statt neue Abhän­gig­kei­ten zu schaf­fen, soll­ten wir das Poten­zi­al von Son­ne, Wind und Spei­chern kon­se­quent nut­zen. So stär­ken wir unse­re Ener­gie­ver­sor­gung im eige­nen Land und wer­den unab­hän­gi­ger von Impor­ten und inter­na­tio­na­len Lie­fer­ket­ten. Unab­hän­gig von der bis heu­te unge­lös­ten Fra­ge der End­la­ge­rung hoch­ra­dio­ak­ti­ver Abfäl­le soll­te außer­dem bedacht wer­den, dass das Uran für Atom­kraft­wer­ke schließ­lich auch nicht auf unse­ren Äckern wächst. Und wir soll­ten end­lich damit auf­hö­ren, die Erde unse­rer Kin­der und Enkel wei­ter zu ver­brau­chen – und ihnen nicht auch noch zusätz­lich mit immer neue Alt­las­ten zu belas­ten.

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