Die Elektromobilität nimmt in Deutschland deutlich Fahrt auf – und damit wächst der Bedarf an einer zuverlässigen, flächendeckenden Ladeinfrastruktur. Während große Konzerne und private Anbieter oft im Fokus stehen, spielen kommunale Initiativen, Stadtwerke und lokale Energieversorger eine immer wichtigere Rolle beim Ausbau der Ladepunkte. Sie schaffen dort Ladeinfrastruktur, wo Menschen wohnen, arbeiten, einkaufen oder ihre Freizeit verbringen – und gestalten so direkt vor Ort die Energiewende im Verkehr mit.
Deutschlandweit entsteht ein Netz aus öffentlichen Ladepunkten, Schnellladestationen und lokalen Versorgungslösungen, das nicht nur Konsumenten, sondern auch Handwerk, Gewerbe und Tourismus adressiert. Der Ansatz ist klar: E‑Mobilität muss alltagstauglich, bezahlbar und zugänglich sein – und das gelingt am besten, wenn Städte, Gemeinden und Stadtwerke selbst aktiv werden und lokal passende Konzepte entwickeln.
Strategien der kommunalen Ladeinfrastruktur
Viele Kommunen verfolgen heute mehrgleisige Strategien, um Ladeinfrastruktur zu stärken:
1. Öffentliche Ladepunkte an zentralen Orten
Ladesäulen werden an Parkplätzen, Einkaufszentren, öffentlichen Gebäuden und Nahverkehrsknoten eingerichtet. Diese Standorte garantieren hohe Sichtbarkeit und Nutzung, fördern den Umstieg auf Elektrofahrzeuge und entlasten bestehende Parkflächen.
2. Kooperation von Stadtwerken und lokalen Partnern
Stadtwerke, oftmals verbunden mit der örtlichen Energieversorgung, treiben den Ausbau mit eigenen Projekten voran. Sie nutzen vorhandene Netzinfrastruktur, Know-how und Kundennähe, um technisch und wirtschaftlich nachhaltige Ladelösungen zu etablieren.
3. Integration von erneuerbarer Energie
Immer häufiger werden Ladepunkte so geplant, dass sie mit lokal erzeugtem Solarstrom oder aus erneuerbaren Quellen gespeist werden. Dazu zählen PV-Überdachungen von Ladeparks, Photovoltaik auf benachbarten Gebäuden und intelligente Steuerungssysteme, die Lastspitzen glätten und lokale Energiespeicher einbinden.
4. Förderung und aktive Bürger-Information
Kommunen nutzen Förderprogramme, um die Kosten für Ladepunkte zu senken, informieren Bürger über Standorte und Nutzung, und koordinieren den Zugang über Apps oder lokale Netzwerke. So wird Elektromobilität für alle Nutzergruppen attraktiv.
Diese breiten, praxisorientierten Ansätze zeigen: Die Ladeinfrastruktur ist kein „Netz von der Stange“, sondern ein lebendiges, kommunales Projekt, das Stadtplanung, Energieversorgung, Wirtschaft und Alltag miteinander verbindet.
Beispiele kommunaler Verantwortung
Schwäbisch Hall:
Die Stadtwerke Schwäbisch Hall haben am Schenkenseebad einen neuen E‑Ladepark errichtet. Vier Ladesäulen mit acht Ladepunkten stehen dort öffentlich zur Verfügung und sind flexibel erweiterbar. Die Anlage soll nicht nur Schwäbisch Hallern dienen, sondern auch Besucher, Pendler und Touristen anziehen. Die Stadtwerke betonen, dass sie mit lokalen Lösungen zur Verkehrswende beitragen und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum erhöhen wollen.
Weitere Beispiele aus Städten und Gemeinden:
- Lübeck:
Die kreisfreie Stadt Lübeck baut ihre öffentliche Ladeinfrastruktur seit Jahren systematisch aus. In enger Zusammenarbeit mit den Stadtwerken wurden zahlreiche Ladepunkte im öffentlichen Straßenraum, an Parkplätzen und in zentralen Quartieren eingerichtet. Ziel ist es, Elektromobilität alltagstauglich zu machen und sowohl Anwohnern als auch Besuchern einen einfachen Zugang zu Ladeangeboten zu ermöglichen. - Offenbach am Main:
Auch die kreisfreie Stadt Offenbach setzt auf einen konsequenten Ausbau kommunaler Ladeinfrastruktur. Die Stadt plant, die Zahl öffentlich zugänglicher Ladepunkte in den kommenden Jahren deutlich zu erhöhen. Dabei werden Standorte im öffentlichen Raum bevorzugt, um Elektromobilität unabhängig von privatem Stellplatzbesitz nutzbar zu machen. - Regensburg und Ingolstadt:
Beide Städte zählen zu den Kommunen mit einer besonders gut entwickelten Ladeinfrastruktur im Verhältnis zur Zahl der zugelassenen Elektrofahrzeuge. Durch frühzeitige Planung, enge Zusammenarbeit mit Stadtwerken und gezielte Standortwahl ist es gelungen, ein dichtes Netz an Ladepunkten aufzubauen, das den wachsenden Bedarf zuverlässig abdeckt. - Regionale Netzwerke und Quartierslösungen:
Neben einzelnen Städten entstehen zunehmend regionale Ladeverbünde, in denen mehrere Kommunen gemeinsam Ladepunkte betreiben, abrechnen und warten. Ergänzend dazu werden in Wohngebieten und Gewerbeparks kommunale Quartierslösungen umgesetzt: Ladeinseln, die mit Photovoltaikanlagen auf Dächern oder mit lokalen Energiespeichern kombiniert sind. Diese Konzepte verbinden Elektromobilität, Solarenergie und Energiewende direkt im Alltag.
Fazit:
Der Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland ist mehr als nur eine technische Aufgabe. Er ist ein Gesamtprojekt der Energiewende, bei dem kommunale Initiativen, Stadtwerke und lokale Energieversorger eine zentrale Rolle spielen. Durch lokale Verantwortung, smarte Konzepte und regionale Zusammenarbeit wächst ein Netz, das die Mobilität von morgen zuverlässig unterstützt – und zeigt, wie Energiewende im Alltag gestaltet wird.
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Quelle: Verschiedene Presseerklärungen
Hier kommen Sie zur Presseerklärung der Stadtwerke Schwäbisch Hall
Stadtwerke errichten E‑Ladesäulen am Schenkenseebad
Foto: Vier E‑Ladesäulen stehen auf dem Freibadparkplatz des Schenkenseebads bereit. Die Anzahl der Ladepunkte kann bei Bedarf ausgebaut werden.
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Anmerkung:
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