Der Ausbau der Photovoltaik ist ein zentraler Baustein der Energiewende – zugleich wirft er Fragen zur Nutzung von Flächen in Natur und Landwirtschaft auf. Ein neues Factsheet des Umweltbundesamt (UBA) zeigt, dass sich diese Ziele nicht widersprechen müssen. Im Gegenteil: Mit klaren Leitlinien und kluger Planung lässt sich Solarenergie deutlich stärker ausbauen, ohne Natur und landwirtschaftliche Nutzung unnötig zu belasten.
Das Umweltbundesamt macht deutlich, dass Deutschland seine Solarziele erreichen kann, wenn Flächen effizient genutzt und Nutzungskonflikte frühzeitig berücksichtigt werden. Dabei geht es nicht um ein Entweder-oder zwischen Photovoltaik und Landwirtschaft, sondern um ein intelligentes Miteinander.
Dächer, Agri-PV und vorbelastete Flächen im Fokus
Zentraler Ansatzpunkt des UBA ist die Priorisierung geeigneter Flächen. Dachanlagen auf Wohn‑, Gewerbe- und Industriegebäuden gelten weiterhin als erste Wahl. Zusätzlich rücken vorbelastete Flächen wie Parkplätze, Lärmschutzwände, Deponien oder ehemalige Industrieareale in den Fokus. Sie ermöglichen zusätzlichen Solarstrom, ohne neue Flächenkonkurrenzen zu schaffen.
Besondere Bedeutung misst das Umweltbundesamt der Agri-Photovoltaik bei. Hier werden Solaranlagen so in landwirtschaftliche Flächen integriert, dass die Bewirtschaftung weiterhin möglich bleibt. Ackerbau, Weidewirtschaft oder Sonderkulturen können mit der Stromerzeugung kombiniert werden. Das schafft doppelte Nutzung, steigert die Flächeneffizienz und kann landwirtschaftliche Betriebe wirtschaftlich stabilisieren.
Mehr Biodiversität durch kluge Planung
Auch für klassische Freiflächen-Photovoltaik zeigt das Factsheet Wege auf, wie Naturverträglichkeit verbessert werden kann. Dazu zählen unter anderem extensive Pflegekonzepte, der Verzicht auf Pestizide sowie gezielte Maßnahmen zur Förderung von Biodiversität. Richtig geplant, können Solarparks Lebensräume für Insekten, Vögel und Pflanzen schaffen und ökologisch wertvoller sein als intensiv genutzte Agrarflächen.
Das Umweltbundesamt betont, dass Planung, Genehmigung und Betrieb entscheidend sind. Kommunen, Projektierer und Landwirte spielen eine zentrale Rolle dabei, Solarprojekte so umzusetzen, dass sie sowohl zur Energiewende als auch zum Natur- und Klimaschutz beitragen.
Fazit:
Das neue UBA-Factsheet zeigt klar: Ein schneller Ausbau der Photovoltaik ist möglich, ohne Natur und Landwirtschaft gegeneinander auszuspielen. Mit Dachanlagen, Agri-PV, vorbelasteten Flächen und ökologisch gestalteten Solarparks kann Solarenergie naturverträglich wachsen – und so einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende leisten.
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Quelle für Bild und Text: Positionspapier vom Umweltbundesamt
Hier kommen Sie zum Positionspapier
Photovoltaik auf dem Acker? — Ein Positionspapier
Foto: Symbolbild pixabay
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Anmerkung:
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