Ein neuer globaler Fortschrittsbericht der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) sorgt für Aufmerksamkeit: Trotz eines Rekordjahres 2024 beim weltweiten Ausbau der erneuerbaren Energien warnen die Autor:innen, dass die aktuelle Geschwindigkeit nicht ausreicht, um die Ziele der internationalen Gemeinschaft zu erreichen. Der Bericht wurde im Vorfeld der COP30 veröffentlicht und zeigt detailliert, wo die Welt steht – und wie groß die Lücke zur im Rahmen der COP28 vereinbarten Verdreifachung der Erneuerbaren bis 2030 tatsächlich ist.
Die Bundesregierung greift die Ergebnisse auf und unterstreicht, dass 120 Staaten die gemeinsamen Ausbauziele bereits 2023 in Dubai unterschrieben haben. Doch nun sei entscheidend, den Worten Taten folgen zu lassen. 2024 wurden weltweit knapp 600 Gigawatt an neuer Erneuerbaren-Leistung installiert – ein historischer Rekordwert, getragen vor allem von Photovoltaik und Windkraft. Und trotzdem: Die Lücke zu den notwendigen jährlichen 1.122 GW bleibt gewaltig.
Energieausbau erreicht Rekorde – reicht aber nicht aus
Laut Bericht wuchs die weltweite Erneuerbaren-Kapazität 2024 um über 15 Prozent. Die Photovoltaik lieferte mit mehr als 450 Gigawatt den Löwenanteil, gefolgt von Windenergie, Wasserkraft, Biomasse und Geothermie. Doch um die globale Energiewende im nötigen Tempo zu realisieren, müssten die jährlichen Zubauraten fast verdoppelt werden. Besonders kritisch bewertet die IRENA auch die Entwicklung der Energieeffizienz: Mit nur einem Prozent Fortschritt liegt sie weit unter den erforderlichen vier Prozent pro Jahr, die nötig wären, um das 1,5‑Grad-Ziel nicht zu gefährden.
Investitionen, Netze, Lieferketten: Die zentralen Baustellen
IRENA fordert deutlich mehr Investitionen in Netzausbau, Speicherlösungen und Lieferketten. Allein in Stromnetze müssten bis 2030 jährlich 670 Milliarden US-Dollar fließen. Dazu kommen Investitionen in Speicher, Wasserstoff, Batterieproduktion und die Stabilisierung globaler Wertschöpfungsketten. Die großen Industrie- und Schwellenländer sollen dabei eine Vorreiterrolle übernehmen, denn sie werden bis 2030 über 80 Prozent der globalen Erneuerbaren-Kapazität bereitstellen.
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Quelle für Bild und Text: Newsletter vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
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IRENA: Trotz Rekordjahr 2024 weltweit mehr Tempo bei den Erneuerbaren nötig
Anmerkung PV-Navi:
Die COP30 ist inzwischen beendet ist viele der erhofften Fortschritte sind leider ausgeblieben – vor allem wegen des massiven Widerstands fossiler Exportstaaten. Dennoch gibt es ein wichtiges Signal: Eine wachsende Gruppe sogenannter „williger Länder“ hat angekündigt, ihre Zusammenarbeit nach der Konferenz deutlich auszubauen. Sie wollen ihre Ausbauziele für Erneuerbare Energien enger miteinander abstimmen, ihre Energieeffizienzprogramme beschleunigen und damit unabhängig vom globalen Stillstand vorangehen. Diese Kooperation könnte zum entscheidenden Motor werden, um das notwendige Tempo beim weltweiten Ausbau der Erneuerbaren trotz politischer Blockaden hochzuhalten.
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