Tübingen will bis 2030 klimaneutral werden.

Datum: 24. November 2025
Solarthermie-Park Au mit Großwärmespeicher vor der Stadt Tübingen symbolisiert Wärmetransformation.

In Tübin­gen ist ein neu­er Mei­len­stein der erneu­er­ba­ren Ener­gien ein­ge­weiht wor­den: der Solar­ther­mie-Park Au, bun­des­weit die dritt­größ­te Anla­ge die­ser Art. Bei strah­len­dem Son­nen­schein drück­ten Ober­bür­ger­meis­ter Boris Pal­mer, Ver­tre­ter der Stadt­wer­ke Tübin­gen (swt) und der Pro­jekt­lei­ter sym­bo­lisch den Start­knopf für die Anla­ge – ein Moment, der die Stadt ein Stück näher an ihr Ziel bringt, bis 2030 kli­ma­neu­tral zu wer­den.

Der Solar­ther­mie-Park befin­det sich in der Tübin­ger Süd­stadt an der Kreu­zung der Bun­des­stra­ßen B27 und B28. Auf einer Flä­che von 23.000 m², was etwa ein­ein­halb Fuß­ball­fel­dern ent­spricht, sind sil­bern glän­zen­de Kol­lek­to­ren-Panee­le instal­liert. Das Herz­stück der Anla­ge bil­det ein Groß­wär­me­spei­cher, der die über die Panee­le erhitz­te Ener­gie spei­chert und gezielt in das Fern­wär­me­netz ein­speist. So kön­nen rund 400 Ein­fa­mi­li­en­häu­ser zuver­läs­sig mit Wär­me ver­sorgt wer­den.

Mit einer jähr­li­chen Pro­duk­ti­on von rund sechs Mil­lio­nen Kilo­watt­stun­den Wär­me leis­tet die Anla­ge einen erheb­li­chen Bei­trag zum Kli­ma­schutz: pro Jahr wer­den dadurch etwa 880 Ton­nen CO₂ ein­ge­spart. Die Kos­ten des Pro­jekts belie­fen sich auf ins­ge­samt 15 Mil­lio­nen Euro, wovon 5,7 Mil­lio­nen Euro vom Bund geför­dert wur­den. Laut den Stadt­wer­ken Tübin­gen ist der Park ein wich­ti­ger Bau­stein zur Stei­ge­rung der Ener­gie­ef­fi­zi­enz und Ver­sor­gungs­si­cher­heit der Stadt.

 

Solarthermie: Wie funktioniert die Technik?

Optisch ähneln die Kol­lek­to­ren-Panee­le Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen. Im Inne­ren ver­lau­fen jedoch Röh­ren mit Was­ser, das durch die Son­nen­strah­lung erhitzt wird. Die so erzeug­te Wär­me kann direkt für die Warm­was­ser­be­rei­tung und Hei­zung genutzt wer­den. Im Ver­gleich zu Pho­to­vol­ta­ik-Anla­gen ist Solar­ther­mie in der Regel kos­ten­güns­ti­ger und beson­ders effi­zi­ent in der Nut­zung von Son­nen­en­er­gie zur Wär­me­er­zeu­gung. Die Tech­nik bie­tet sich vor allem für städ­ti­sche Gebie­te an, in denen Haus­dä­cher ver­schat­tet oder nicht aus­rei­chend groß sind.

Die Anla­ge ist außer­dem ein gutes Bei­spiel für die Inte­gra­ti­on von erneu­er­ba­ren Ener­gien in bestehen­de Fern­wär­me­net­ze. Durch die zen­tra­le Ein­spei­sung der Wär­me pro­fi­tie­ren auch Haus­hal­te, die selbst kei­ne Solar­ther­mie-Anla­gen auf ihrem Dach instal­lie­ren kön­nen, ins­be­son­de­re in der Alt­stadt Tübin­gens, wo enge Stra­ßen und his­to­ri­sche Gebäu­de den Ein­satz ein­zel­ner Sys­te­me erschwe­ren.

 

Beitrag zur Klimaneutralität 2030

Tübin­gens Ober­bür­ger­meis­ter Boris Pal­mer betont, dass der Solar­ther­mie-Park ein Schritt in Rich­tung kli­ma­neu­tra­le Stadt 2030 ist. Der Anteil erneu­er­ba­rer Ener­gien im Fern­wär­me­netz soll bis dahin über 50 Pro­zent betra­gen. Bereits bestehen­de Pro­jek­te wie die Solar­parks „Lust­nau­er Ohren“ und „Trauf­wie­se“ ergän­zen das neue Vor­ha­ben. Par­al­lel wer­den auch Wind­parks dis­ku­tiert, um die Ener­gie­ver­sor­gung wei­ter zu diver­si­fi­zie­ren und CO₂-Emis­sio­nen zu redu­zie­ren.

Mit dem Solar­ther­mie-Park Au zeigt Tübin­gen, wie Städ­te erneu­er­ba­re Tech­no­lo­gien groß­flä­chig ein­set­zen kön­nen, um sowohl den Ener­gie­be­darf zu decken als auch einen mess­ba­ren Bei­trag zum Kli­ma­schutz zu leis­ten. Die Kom­bi­na­ti­on aus tech­ni­scher Inno­va­ti­on, städ­ti­scher Pla­nung und poli­ti­schem Enga­ge­ment macht die Anla­ge zu einem Modell­pro­jekt, das auch über die Regi­on hin­aus Auf­merk­sam­keit erregt.

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Quel­le für Bild und Text: Pres­se­er­klä­rung der Stadt­wer­ke Tübin­gen und Berich­te im Fach­por­tal Ener­gie & Manage­ment sowie Bericht im der regio­na­len Zei­tung Schwä­bi­sches Tag­blatt

Außer­dem gibt es einen Bericht und einen klei­nen Film beim SWR Fern­se­hen
Fei­er­li­che Ein­wei­hung mit OB Pal­mer — Bun­des­weit dritt­größ­ter Solar­ther­mie-Park steht in Tübin­gen

Foto: Im Vor­der­grund der Solar­ther­mie-Park Au mit sei­nem Groß­wär­me­spei­cher, im Hin­ter­grund die Uni­ver­si­täts­stadt Tübin­gen, die durch die Anla­ge bei der Wär­me­trans­for­ma­ti­on einen wich­ti­gen Schritt vor­an­ge­kom­men ist (Stadt­wer­ke Tübingen/Stormer)

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